Alles, was du besitzt, besitzt auch dich.

Las­sen wir das erst mal sacken.

Das Zeug, das deine Lebensenergie auffrisst

So sieht’s aus.

Alles, was du an Zeug“ im Haus hast, besitzt ein Stück dei­ner Auf­merk­sam­keit, schon allei­ne, weil es da ist. Hin­zu kommt die Instand­hal­tung und die War­tung die­ses Zeugs.

Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass auch jede Idee in dei­nem Kopf, die da ein­fach hin­ein­ge­wor­fen und ver­ges­sen wur­de (sich aber spo­ra­disch durch ver­zwei­fel­tes hoch­stram­peln zurück in dein Bewusst­sein kämpft, um kurz hal­lo, hast du mich ver­ges­sen?“ zu rufen und wie­der in den Untie­fen dei­nes Unter­be­wusst­seins zu ver­schwin­den), sich von dei­ner (begrenz­ten) Ener­gie (= Auf­merk­sam­keit) ernährt.

Selbst­ver­ständ­lich auch jedes To-Do, bei denen du noch nicht ent­schie­den hast, wann und wie du es erle­di­gen sollst.

Jeder Ter­min und jede Ver­pflich­tung, auf die du kei­ne Lust hast und gegen deren Exis­tenz du inner­lich ankämpfst, obwohl du nichts dran ändern kannst.

Ganz zu schwei­gen von den gan­zen Päck­chen, die wir zu tra­gen haben, und ich spre­che noch nicht mal von den ver­dräng­ten und gaaaa­anz tief ins ver­meint­li­che Nir­va­na“ unse­res Unter­be­wusst­sein verschobenen.

Für die kannst du von dei­ner Gesamt­ener­gie pro Tag erst­mal direkt 10 Pro­zent abzie­hen. Ups.

Du musst schließ­lich (unter­be­wusst) stän­dig auf­pas­sen, dass du poten­zi­el­le Trig­ger mei­dest, die so ein Emo­ti­ons­päck­chen aus den tiefs­ten Tie­fen her­auf­be­schwö­ren könn­ten, die sich dann wie ein ton­nen­schwe­rer Goril­la auf dich wer­fen und für eini­ge Stun­den, Tage, Wochen in unrit­ter­li­che inne­re Kämp­fe ver­wi­ckeln würden.

Die Betrof­fe­nen lei­den unter läh­men­den Ängs­ten, gro­ßer Anspan­nung, Ent­schei­dungs­un­fä­hig­keit und inne­rer Zer­ris­sen­heit, häu­fig beglei­tet von psy­cho­so­ma­ti­schen Sym­pto­men. Vero­ni­ka Schröter

Wie viel dei­ner wert­vol­len und begrenz­ten Lebens­zeit geht jedes Mal ver­lo­ren, wenn du mal wie­der Ver­gan­ge­nem nach­trau­erst, dich selbst nie­der­machst oder bün­del­wei­se wie aus einem Gézir her­aus­schie­ßen­de Emo­tio­nen wie­der müh­sam und ein­zeln ver­drän­gen musst, um nicht wie ein durchs Leben zu schlur­fen, abwe­send, blind für das Schö­ne um dich rum, für die Pro­ble­me und Sor­gen dei­ner Mit­men­schen, weil du stän­dig mit dei­nen inne­ren Dämo­nen beschäf­tigt bist.

Alles, was du ver­drängt hast, all dei­ne inne­ren Wider­stän­de – sie haben eins gemeinsam:

Sie fres­sen dei­ne Auf­merk­sam­keit und las­sen dich als aus­ge­laug­te, lee­re, wab­be­li­ge Hül­le zurück.

Get­ting Things DoneAlles, was nicht ist, wo es hin­ge­hört oder wie es sein soll­te, stellt ein loses Ende“ dar, das dei­ne Auf­merk­sam­keit bean­sprucht.David Allen

Was Fokus mit Energietalern zu tun hat

Talerverlust – der Preis deines vollen Kopfes

AUF­MERK­SAM­KEIT, ist auf etwas gerich­te­te LEBENSENERGIE.

Wie oben schon ange­deu­tet: Die Ener­gie, die täg­lich ver­füg­bar ist, ist begrenzt.

Alles, was du gesam­melt hast (ob phy­sisch, auf dei­nem Rech­ner oder in dei­nem Kopf), ist eine Sache, die Ener­gie zieht – selbst wenn du gera­de nicht bewusst an sie denkst.

Alles, was du besitzt, besitzt auch dich aka dei­ne Aufmerksamkeit.

Dein Unter­be­wusst­sein hat ALLES, was in dei­nem Besitz ist, im Auge! Ihm kannst du nichts vor­ma­chen. Du schaust viel­leicht gera­de fern – aber dein Unter­be­wusst­sein zählt gera­de die gan­zen Vasen und pro­to­kol­liert alle Zet­tel­chen und Rech­nun­gen und ver­lo­re­nen und irgend­wo ver­geb­lich auf ihren Ein­satz war­ten­den Kullis…

Stell dir ein gro­ßes Glas vor, das gefüllt ist, mit Ener­gie­ta­lern. Es stellt sym­bo­lisch die Gesamt­ener­gie dei­nes Lebens dar.

Stell dir nun vor, dass du aus­ge­gli­chen bist und alles im Gleich­ge­wicht ist. Es fließt ein gerad­li­ni­ger Strom an Ener­gie­ta­lern ab. Tag für Tag.

Wenn du sehr gestresst bist, schlecht geschla­fen oder geges­sen hast, wenn Her­aus­for­de­run­gen anste­hen, wenn du wie­der nur am Grü­beln bist, wenn du dich gar in dein Kopf­ki­no hin­ein­stei­gerst – dann fließt der Strom schnel­ler.

Jedes Erin­nern an ein loses Ende“, also eine uner­le­dig­te Sache, jedes Ärgern dar­über, das du was nicht fin­den kannst oder über etwas stol­perst, ganz beson­ders jede Angst , ver­braucht am Tag dop­pelt so viel Ener­gie wie üblich.

Um es noch pla­ka­ti­ver zu machen: stell dir vor, jeden Tag steht ein klei­nes Glas neben dei­nem Bett.

Du wachst mor­gens auf und das Glas ist voll mit Energietalern. 

Du hast noch nicht die Augen geöff­net, viel­leicht ist dein Bewusst­sein noch gar nicht wach“ und trotz­dem – kling­ling­ling – Ener­gie­ta­ler wur­den abgezogen.

Photo by Josh Appel on Unsplash

Pho­to by Josh Appel on Unsplash

Was? Wie­so? War­um? Wie…?

Tja, ich habe es oben schon ange­spro­chen: dein Unter­be­wusst­sein schläft nicht.

Alles, was du nicht los­ge­las­sen oder erle­digt oder bei dem du zumin­dest beschlos­sen hast, was du wann damit tun willst, steht heu­te direkt wie­der auf der Lis­te. Und dein Unter­be­wusst­sein arbei­tet es ab, wie eine Gebetsperlenkette.

Oh, und für die Kate­go­rie Gesam­mel­tes“, zieht es mor­gens pau­schal schon mal 10 Pro­zent dei­ner Gesamt­ener­gie­ta­ler ab.

Alles, was du besitzt, besitzt auch dich. Bild: Sammelobjekte

Pho­tos by Rick Mason (3), Cha­ris­se Ken­i­on (4), Jon Tyson (1) and Karen Var­da­za­ryan on Unsplash

Zusam­men mit der Pau­scha­le für Päck­chen“, macht das schon mal 20 Pro­zent weni­ger Ener­gie – noch bevor du aus dem Bett geklet­tert bist! Autsch.

Und für jede bewuss­te Akti­on dei­nes Gehirns, jede ENT­SCHEI­DUNG und jeden inne­ren Wider­stand gegen etwas wird ein wei­te­rer Taler abge­zo­gen – wie in einem Computerspiel.

Idea­ler­wei­se reicht die Ener­gie bis zum Schla­fen­ge­hen aus.

Doch die Rea­li­tät sieht oft anders aus.

Talerverlust verdoppelt

Hier noch mal eine kur­ze Auf­zäh­lung an Din­gen, die uns schnell auslaugen:

  • Vie­le Ent­schei­dun­gen, die du an einem Tag tref­fen musst.
  • Die schwe­re“ der Entscheidungen.
  • Kom­ple­xe Probleme.
  • Kom­pli­zier­te Bedienungsanleitungen.
  • Üben oder Ler­nen, d.h. bei anspruchs­vol­le­re kogni­ti­ve oder krea­ti­ve Prozesse.
  • Zwi­schen­mensch­li­che Pro­ble­me wie Streit, emo­tio­na­le Erpres­sung, Mobbing.
  • Nega­ti­ve Gedan­ken und Kopf­ki­no aka Sor­gen und Ängste.

Dafür wird dop­pelt so viel Ener­gie benö­tigt wie beim Aus­su­chen der pas­sen­den Pasta­sau­ce (auch wenn man die­se Her­aus­for­de­rung nicht unter­schät­zen sollte…).

Wenn dein Gehirn arbei­ten muss, bezahlst“ du mehr Ener­gie­ta­ler pro Aktion.

Der Autopilot – Freund und Feind

Bei man­chen von uns das Glas schon zu Mit­tag leer – und was dann? 

Dann kommt die Pro­kras­ti­na­ti­on ins Spiel. 

Der Auto­pi­lot über­nimmt: unse­re Gewohn­hei­ten und Mus­ter wer­den abge­spult. Wir drü­cken auf Play“, aber schau­en gar nicht mehr hin – ohne Ener­gie, schaut man sich sein Leben an, wie einen trau­ri­gen Film. 

Wir funk­tio­nie­ren“. Nicht mehr und nicht weniger.

Wenn kei­ne Ener­gie ver­füg­bar ist, schal­tet dein Unter­be­wusst­sein auf Autopilot.

Viel­leicht hat man noch Ener­gie, um das Gan­ze sar­kas­tisch zu kom­men­tie­ren. Viel­leicht ist man nur noch pas­si­ver, resi­gnier­ter Beob­ach­ter. So oder so: 

Mit Selbst­wirk­sam­keit und Selbst­ent­fal­tung hat das wenig zu tun. 

Viel­leicht stellt man irgend­wann alles in Fra­ge und über­legt nach 20 Jah­ren vol­ler Fehl­schlä­ge und Selbst­kas­tei­ung doch eine Stel­le als Bank­kauf­mann anzunehmen 😉 

Doch soweit soll es nicht kom­men. Denn du weißt jetzt:

Dei­ne Ener­gie ist begrenzt – wäh­le dei­nen Fokus also wei­se!

Ja ich weiß, leich­ter gesagt, als getan. Aber dar­um bist du ja hier. 🙂

Hier fin­dest du Links zu Bei­trä­gen, in denen ich beschrei­be, wie du Schritt für Schritt dei­ne Ener­gie­ta­ler zurück­er­oberst: zunächst die pau­schal abge­zo­ge­nen, das muss ja wirk­lich nicht sein, und anschlie­ßend auch die übrigen:

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