FreiSein

– werde leicht –

Wie hoch ist deine Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden

Die bio­lo­gi­sche Uhr tickt und du willst wis­sen, ob das an dei­nem Hin­tern schon klei­ne Fun­ken sind und dir bald der Hin­tern brennt? Du dir also schleu­nigst (d)einen Part­ner schnap­pen und alles auf eine Kar­te set­zen solltest?

Oder pro­bierst du es „schon“ seit 3 Mona­ten und es ist immer noch nichts pas­siert und nun willst du ganz genau wis­sen, wie viel Zeit sich der blö­de Storch noch las­sen darf?

Dann bist du hier richtig! 

Wie ich Ordnung in mein Leben brachte – Teil 2

Der Wendepunkt

Wohin ich gehe

Nach­dem ich jah­re­lang Gefan­ge­ne mei­ner unhin­ter­frag­ten, ener­gie- und zeit­fres­sen­den alten Denk- und Hand­lungs­mus­ter war, sag­te ich im letz­ten Jahr end­lich ein für alle Mal: 

STOP.

Ich mach­te eine Voll­brem­sung, dass der Staub nur so auf­wir­bel­te. Und ich tat, was ich immer tue, wenn ich für ein Pro­blem eine Lösung suche: ich kauf­te Bücher und recher­chier­te. 8)

Glück­li­cher­wei­se viel mir prak­tisch sofort das Buch Get­ting Things Done 1 von David Allen (kurz GTD) in die Hän­de (Zufall? Vor­se­hung? Schicksal?)

Wäh­rend ich das Buch gründ­lich stu­dier­te, igno­rier­te ich mutig die sich nun sta­peln­den Auf­ga­ben sowie den Drang des Kör­pers ab und zu auf­zu­ste­hen und sich die Glie­der zu lockern. 

Denn, wenn ich lese, dann lese ich.

Die Moti­va­ti­on und Erleich­te­rung wuchs mit jeder Zeile. 

Am liebs­ten wäre ich gleich auf­ge­sprun­gen und hät­te sofort los­ge­legt — aber womit eigent­lich? Mit den­sel­ben Metho­den, die nichts taug­ten, nur weil ich gera­de wie­der so moti­viert war? 

Nein. Dar­um ging es ja gerade:

Kei­ne impuls­ar­ti­gen, undurch­dach­ten kurz­fris­ti­gen Hand­lun­gen und aus der Moti­va­ti­on spon­tan ent­stan­de­nen Ad-hoc-Lösun­gen mehr, die für heu­te was taug­ten und die ich mor­gen schon anzwei­fel­te: weil sie nicht alle losen Enden umfass­ten und weil ich das Gefühl hat­te, dass ich an noch mehr ver­schie­de­ne Orte To Do’s aus­ge­la­gert hat­te. Hin­ter Bücher­re­ga­len und unter Tep­pi­chen, die Hälf­te wahr­schein­lich ver­ges­sen, den Rest unauf­find­bar irgend­wo rein gesteckt…

Argghh! Es ist ein­fach alles ZU VIEL!

STOP.

Geduld.

Was mich gleich über­zeug­te, war die Ein­fach­heit des Ansatzes. 

Die Klar­heit.

Wie eine fri­sche Mor­gen­bri­se, die man mit einem tie­fen Atem­zug inhaliert.

Die „Metho­de“ ist sim­pel und zugleich effektiv.

Und die­ser Satz fass­te alles zusam­men, was mich in den letz­ten Jah­ren blo­ckier­te und mir jeg­li­che Lebens­en­er­gie raubte.

Get­ting Things Done
Selbst­ma­nage­ment für den Alltag

Unse­re Fähig­keit, pro­duk­tiv zu sein, ist direkt mit unse­rer Fähig­keit zu ent­span­nen ver­knüpft. Nur wenn der Kopf frei und die Gedan­ken orga­ni­siert sind, kön­nen wir ohne Streß krea­tiv und effi­zi­ent sein. Das gilt für den All­tag im Büro genau­so wie für die pri­va­ten Angelegenheiten.
David Allen,Erfin­der der GTD-Methode

Es fand genau zur rich­ti­gen Zeit zu mir! Ich dürs­te­te nach Ver­än­de­rung, ich brauch­te einen neu­en Impuls.

Denn schon beim blo­ßen Gedan­ken dar­an, alles wie­der wie bis­her zu machen, zogen sich mei­ne Ein­ge­wei­de zusammen.

Es hät­te mir nichts gebracht, mich hin­zu­set­zen und wei­ter bunt gemisch­te To-Do-Lis­ten oder Jah­res­plä­ne zu ent­wer­fen. Ers­te­res hat schon die Jah­re davor nicht funk­tio­niert und letz­te­res wäre ohne einen geschei­ten Über­blick, einer Inven­tur, nicht mög­lich bzw. nicht sehr effektiv.

Photo by Ferenc Horvath on Unsplash

David Allens Metho­de war für mich in vie­ler­lei Hin­sicht die Rettung.

Denn hier geht es darum:

  • Den Kopf frei zu kriegen.
  • Die »losen Enden« zu reduzieren.
  • Auf­ga­ben mit weni­ger Anstren­gung und effi­zi­en­ter zu erledigen.
Ziel ist es, ein Sys­tem zu zu schaf­fen, das abso­lut zuver­läs­sig ist und dem man zu 100% vertraut.

Das erreicht man in zwei Schritten:

  1. ALLES, was einem an „anfal­len­dem Zeug“ ein­fällt, aufschreiben
    (= lee­rer Kopf!).
  2. Die Auf­ga­ben in Form von kon­kre­ten Hand­lungs­schrit­ten notie­ren (nicht „mit Lisa reden“, son­dern „mor­gen um 10 Uhr Lisa anru­fen“).

So erschafft man ein Sys­tem, in dem jede Auf­ga­be ihren Platz fin­det, ein Sys­tem mit Erin­ne­rungs­hil­fen für Vor­gän­ge, die noch nicht abge­schlos­sen sind und ein Sys­tem, dem man hun­dert­pro­zen­tig ver­traut und das gleich­zei­tig nicht selbst so kom­plex oder umfang­reich ist, dass man sich dafür extra Zeit­fens­ter frei­hal­ten müsste.

Listen, Listen, Listen

Jetzt durf­te ich end­lich los­le­gen (und mir krib­bel­ten schon lan­ge die Finger).

Ich setz­te mich also hin und schrieb auf lose DIN A4 Blät­ter ALLES auf, was mir an To-Do’s und Erle­di­gun­gen in den Sinn kam. 

Von Kat­zen­fut­ter kau­fen, Bücher ver­kau­fen, recher­chie­ren über X, The­ma Y mit Mama bespre­chen, Stuhl repa­rie­ren und Fens­ter put­zen, über Steu­er­erklä­rung machen, Zahn­arzt­ter­min machen und Hoch­zeits­ge­schenk besor­gen, bis hin zu Busi­ness­plan ent­wer­fen, Visi­ten­kar­ten desi­gnen und Kata­lo­ge ver­schi­cken.

Erst­mal unsor­tiert, ohne nach­zu­den­ken und querbeet.

Listen, Listen, Listen | Leben organisieren mit der GTD-Methode | MarGro

Als nächs­tes kram­te ich einen alten DIN A5 Ord­ner, änder­te das Regis­ter der Metho­de ent­spre­chend ab und ord­ne­te die ein­zel­nen Punk­te. Wenn es sich um zu erle­di­gen­de Auf­ga­ben han­del­te, sor­tier­te ich sie in die pas­sen­den Lis­ten und Doku­men­te kamen in die pas­sen­den Ordner:

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  1. Alle Ange­le­gen­hei­ten, die kei­ne zukünf­ti­gen Hand­lun­gen erfor­dern, habe ich direkt gestrichen.
  2. Ange­le­gen­hei­ten, die kei­ne direk­te Hand­lung erfor­der­ten, aber noch rele­vant waren, kamen ent­we­der auf eine „Ideen“-Liste, auf die „Viel­leicht / Irgendwann“-Liste oder wur­den, wenn es sich um Noti­zen han­del­te, als Refe­renz-/In­fo- oder Hilfs­ma­te­ri­al ent­we­der the­men- oder bereichs­spe­zi­fisch abge­legt oder kamen in einen Ord­ner mit „all­ge­mei­nen Angelegenheiten“.
  3. Auf­ga­ben, die Han­deln erfor­der­ten, wur­den in die ent­spre­chen­den Lis­ten ein­ge­tra­gen, die nach Kon­text sor­tiert sind („Lisa anru­fen“ unter Anru­fe, „Ofen put­zen“ unter Zuhau­se…).
  4. Alle grö­ße­ren Ange­le­gen­hei­ten, die meh­re­re Hand­lungs­schrit­te erfor­der­ten, habe ich auf indi­vi­du­el­le Pro­jekt­lis­ten ver­teilt,
  5. ter­min­be­zo­ge­ne Ange­le­gen­hei­ten kamen gleich in den Ter­min­ka­len­der und
  6. und län­ger­fris­ti­ge Auf­ga­ben, an denen meh­re­re Per­so­nen betei­ligt waren, genau­so wie Din­ge, auf die ich war­te­te (ein Paket, die Vor­be­stel­lung des neu­en ReMar­kab­le 2) kamen auf die „War­ten auf“-Liste.

Ein paar Mona­te spä­ter split­te­te ich die Lis­ten in Pri­va­tes und Beruf­li­ches auf, um noch mehr Über­sicht zu erhalten.

Wäh­rend ich nun im pri­va­ten Ord­ner alle Auf­ga­ben unsor­tiert unter­ein­an­der schrei­be, ver­wen­de ich im beruf­li­chen Ord­ner neben den 

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  • Social Media Marketing“.

Tages‑, Wochen- und Monatsziele

Nach­dem ich alles, was mir im Kopf her­um­schwirr­te, in Lis­ten unter­ge­bracht hat­te, fiel mir schon ein zent­ner­schwe­rer Stein vom Her­zen bzw. der Brust.

Aller­dings hielt es nicht all­zu lan­ge an – nun waren die Auf­ga­ben zwar nicht mehr in mei­nem Kopf, aber immer noch nicht erle­digt und ich wuss­te auch nicht, wo ich anfan­gen soll­te.

Es fehlte(n) immer noch ein Sys­tem, an mei­nen Wer­ten ori­en­tier­te, klar for­mu­lier­te ZIE­LE (das The­ma behan­de­le ich hier), sodass ich bes­se­re Prio­ri­tä­ten set­zen und über­haupt sowas wie das Eisen­ho­wer-Prin­zip anwen­den könnte.

Als nächs­tes muss­te ich

  1. die zu erle­di­gen­den Auf­ga­ben ausmisten
    (was war wich­tig und drin­gend; was war wich­tig, aber nicht drin­gend; was konn­te jemand ande­res erle­di­gen und was kann weg) und
  2. alle anfal­len­den Auf­ga­ben auf die Tage, Wochen und Mona­te verteilen.

Nach­dem ich aber schon zu Schul­zei­ten kei­nen Erfolg damit hat­te, ein­fach alles in einen Kalen­der zu schrei­ben – haupt­säch­lich, weil dabei nichts ande­res her­aus­kam als end­lo­se Lis­ten, die zum Teil nicht auf eine Sei­te pass­ten und wo außer­dem alles wahl­los neben­ein­an­der stand, habe ich mich für ein Bul­let Jour­nal entschieden.

Natür­lich muss man nicht alle Auf­ga­ben, die man auf­ge­schrie­ben hat, sofort einem Datum zuwei­sen – da bräuch­te man ja Kalen­der für die fol­gen­den drei Jah­re. Zudem erfor­dern nicht alle Auf­ga­ben direk­tes Handeln.

Zunächst ein­mal ging es nur dar­um, die wich­tigs­ten und dring­lichs­ten Auf­ga­ben unterzubringen.

Das Bullet-Journal

Als Ergän­zung zu den Lis­ten ist das Bul­let Jour­nal für mich ein­fach optimal.

Bul­let Journal
Das Bul­let Jour­na­ling ist ein ana­lo­ges Sys­tem, das dazu designt wur­de, die Ver­gan­gen­heit nach­zu­ver­fol­gen, die Gegen­wart zu orga­ni­sie­ren, und die Zukunft zu planen.
Ryder Car­rollErfin­der des Bul­let Journals

Die Punk­te, die aus mei­ner per­sön­li­chen Sicht für das Bul­let Jour­nal spre­chen, sind:

  1. Es ist super sim­pel anzuwenden.
  2. Es ist fle­xi­bel und lässt sich genau an mei­ne spe­zi­fi­schen Bedürf­nis­se anpassen.
  3. Es ist die prak­tischs­te Art sein Leben zu orga­ni­sie­ren und 
  4. neue Gewohn­hei­ten zu etablieren.

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Das Bul­let Jour­nal ist zugleich:

  • Ter­min­ka­len­der
  • Tages­plan
  • Jah­res­über­sicht
  • Wochen­über­sicht
  • Monats­über­sicht
  • Gewohn­hei­ten-Tra­cker
  • Stun­den­plan
  • To-Do-Lis­te
  • Arbeits-/Kurs­plan
  • Notiz­buch
  • Tage­buch
  • usw.

Und obwohl es mit der eier­le­gen­den Woll­milch­sau zumin­dest ver­wandt ist, ist es zugleich mini­ma­lis­tisch. Denn alles, was man braucht ist

  • Ein Stift.
  • Ein Notiz­buch.

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Gera­de weil es so umfas­send ist, könn­te man mei­nen, dass es zu viel Ver­wir­rung führt und es daher umständ­lich und anstren­gend sei, damit zu arbei­ten. Doch das Gegen­teil ist der Fall. Dadurch, dass man so vie­les gleich­zei­tig dar­in unter­brin­gen kann, ist es unheim­lich fle­xi­bel und kann bis ins kleins­te Detail an die eige­nen Bedürf­nis­se ange­passt werden. 

Ein wei­te­rer Vor­teil ist, dass es nicht digi­tal ist. Das wird die­ser Metho­de inter­es­san­ter­wei­se oft als Nach­teil aus­ge­legt – es sei nicht „effi­zi­ent“, weil man täg­lich uner­le­dig­te Auf­ga­ben per Hand trans­fe­rie­ren müs­se, was zeit­in­ten­siv und unnö­tig sei.

Ich muss sagen, dass ich das Abschrei­ben der uner­le­dig­ten Auf­ga­ben im Gegen­teil als Vor­teil emp­fin­de, da bei digi­ta­len To-Do-Lis­ten gera­de das schnel­le und ein­fa­che, das Ver­schie­ben von Uner­le­dig­tem auf den nächs­ten Tag, bei mir dazu führ­te, dass ich oft sinn­lo­sen Bal­last über Mona­te hin­weg mit­schlepp­te – müss­te ich es jeden Tag abschrei­ben, hät­te ich sol­che Auf­ga­ben längst verworfen.

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Dar­über hin­aus hat das Schrei­ben auf Papier etwas medi­ta­ti­ves. Weil das Schrei­ben mit der Hand lang­sam ist, kann ich wäh­rend des Abschrei­bens reflek­tie­ren, die Ange­le­gen­hei­ten über­den­ken und es gibt Raum für neue Ideen.

So schrei­be ich nicht ein­fach Punkt für Punkt ab – wie es bei digi­ta­len To-Do-Lis­ten der Fall war – ich wäge unter­wegs ab und tref­fe bewusst die Ent­schei­dung die­se Auf­ga­be auf­grund ihrer Wich­tig­keit oder Dring­lich­keit zu verschieben.

Ich nut­ze das Bul­let Jour­nal haupt­säch­lich für drei Dinge:

  1. Täg­li­che To-Do-Liste
  2. Habit-Tracking
  3. Wie­der­keh­ren­de Haushaltspflichten
Tägliche To-Do-Listen

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Ich begin­ne meist mit den nicht ver­han­del­ba­ren Auf­ga­ben des Tages (»eat the frog«), beson­ders wich­ti­ge Auf­ga­ben bekom­men ein Stern­chen neben das Käst­chen, Ter­mi­ne erken­ne ich an einem Drei­eck statt eines Käst­chens zum Abha­ken und Noti­zen sind mit einem ein­fa­chen (Bullet-)Punkt gekenn­zeich­net, wobei ich sie oft auch mit­tels eines anders far­bi­gen Stif­tes abgrenze.

Habit-Tracker

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Da ich das alles nur prak­ti­zie­re, um so viel Zeit wie mög­lich frei­zu­schau­feln, für die wirk­lich wich­ti­gen Din­ge und für schö­ne Momen­te, soll­te eine umfas­sen­de Lebens­or­ga­ni­sa­ti­on natür­lich Din­ge umfas­sen wie

  • Phy­si­sche Gesundheit
  • Psy­chi­sche Gesundheit
  • Geis­tig-See­li­sche Gesundheit
  • Aus­bau von Fertigkeiten

All die­se Punk­te zogen bei mir tag­täg­lich den Kür­ze­ren zuguns­ten der Arbeit oder ver­meint­lich wich­ti­ge­rer Ange­le­gen­hei­ten. Dar­um emp­fin­de ich es als äußerst sinn­voll sie bei der Orga­ni­sa­ti­on des Tages mit einzuplanen.

Schließ­lich gibt es nichts Wich­ti­ge­res im Leben als Gesund­heit (phy­si­sche, psy­chi­sche, men­ta­le) und Mobi­li­tät.

Lei­der wird auch mir die Trag­wei­te die­ser Erkennt­nis nur peri­odisch bewusst — oft mit einem Knall — wenn es mich mal ganz übel erwischt oder ich mich verletze.

Ist man krank, dann steht das Leben still, alles ande­re ver­liert sei­ne Bedeutung.

Aber nicht nur wenn wir krank sind, sind wir ein­ge­schränkt in unse­rem Tun. Wenn ich mal wie­der eini­ge Tage fast aus­nahms­los am PC ver­bracht habe, dann weiß ich, dass ich das Kla­vier­spie­len ver­ges­sen kann, vom Gei­ge spie­len ganz zu schweigen.

Unser Kör­per spie­gelt unse­re Lebens­wei­se wider.

Auch das woll­te ich unbe­dingt ändern, ver­fü­ge ich doch über weit­rei­chen­de Kennt­nis­se über die Fol­gen einer dau­er­haft schlech­ten Kör­per­hal­tung sowie die Fol­gen von stun­den­lan­gem ein­sei­ti­gen Kör­per­ge­brauch (z.B. den gan­zen Tag nur *klick* *klick* *klick* mit der rech­ten Hand, dazu ein ein­ge­sun­ke­ner Brust­korb, einen total ver­spann­ten Nacken, über­schla­ge­ne Bei­ne (ich beken­ne mich schul­dig 8)), nach hin­ten ein­ge­knick­ter Kopf, die Augen gera­de­aus auf den Bild­schirm star­rend…)

…zu schwe­rer Schul­ta­schen und zu wenig Bewe­gung sieht man heut­zu­ta­ge ja schon bei Grund­schul­kin­dern: eine furcht­ba­re Kör­per­hal­tung, nicht nur ästhe­tisch, son­dern auch gesund­heit­lich bedenk­lich (Kopf- und Rücken­schmer­zen, fal­scher, unzweck­mä­ßi­ger Kör­per­ge­brauch auf­grund des ver­lo­ren gegan­ge­nen Kör­per­be­wusst­seins); schlech­te Fein- und Grob­mo­to­rik sowie die sen­so­mo­to­ri­schen Fähig­kei­ten.

Doch selbst wenn man bereits über eine über­durch­schnitt­lich gute Fein­mo­to­rik und sen­so­mo­to­ri­sche Fähig­kei­ten ver­fügt wie es bei Musi­kern der Fall ist, beein­flusst zu lan­ges Sit­zen oder das Aus­füh­ren von mono­to­nen Bewe­gun­gen über einen län­ge­ren Zeit­raum hin­weg die Bewe­gun­gen und Prä­zi­si­on beim Spie­len. Die Mus­keln wer­den über­an­sprucht oder ein­fach nur fest, der all­ge­mei­ne Mus­kel­to­nus steigt – als Musi­ker ist man damit in sei­nem Aus­druck und sei­nen Spiel­fer­tig­kei­ten stark ein­ge­schränkt.

Yoga

Körperliche Fitness

Photo by Wesley Tingey on Unsplash

Um mei­ne sit­zen­de Tätig­keit zu kom­pen­sie­ren, habe ich es mir wäh­rend des Stu­di­ums zur Gewohn­heit gemacht, täg­lich Yoga zu machen und mich eini­ge Minu­ten hin­zu­le­gen und zu erden. Aus „täg­lich“ wur­de irgend­wann zwei bis drei Mal die Woche und zum Hin­le­gen kam ich noch seltener.

Die Kon­se­quen­zen mer­ke ich jedes Mal, wenn ich mich ans Kla­vier set­ze — auch die posi­ti­ven, wenn ich mal ein paar Tage PC-Pau­se mache: es ist unbe­schreib­lich! Das Spiel­ge­fühl ist abso­lut frei und mühe­los, selbst wenn ich nur unre­gel­mä­ßig geübt habe.

Man kann tat­säch­lich weni­ger üben kom­pen­sie­ren, indem man sei­nen Kör­per geschmei­dig hält. Umge­kehrt kann man noch so viel üben — ist man steif und fest, wird das Ergeb­nis von Tag zu Tag schlechter!

Meditation

Psychische und mentale Gesundheit

Genau­so wich­tig wie die phy­si­sche Gesund­heit ist die psy­chi­sche und mentale. 

Bei mir ist es immer der­sel­be Kreislauf: 

Je län­ger ich nicht medi­tie­re, umso depres­si­ver wer­de ich.

Ich ver­lie­re mich völ­lig in der Arbeit, ver­ges­se buch­stäb­lich zu atmen und zu trin­ken, habe nur das Ziel vor Augen — bis ich irgend­wann so am Boden bin, dass ich ein­fach alles hin­wer­fe und erst­mal ein paar Tage zu mir kom­men muss.

War­um es soweit kom­men lassen?

Weil es so schwer ist, „über­flüs­si­ge“ Gewohn­hei­ten zu erken­nen und ihnen den Gar­aus zu machen. 

Hin­zu kom­men Trug­schlüs­se wie „Heu­te geht es mir doch gut…heute muss ich nicht unbe­dingt medi­tie­ren.

Es geht recht schnell, sich gute Din­ge abzu­ge­wöh­nen und wir wis­sen alle wie schwer es ist, sich för­der­li­che Din­ge wie­der anzugewöhnen.

Egal wie sehr unser Ver­stand uns dar­an erin­nert, wie sinn­voll, toll oder höchs­te Eisen­bahn es ist, mit dem Kurs X anzu­fan­gen und es regel­mä­ßig durch­zu­zie­hen: der inne­re Schwei­ne­hund hat schon nach der ers­ten Pau­se die Zügel fest in der Hand.

Ein wei­te­rer Irr­tum ist, dass man die Zeit „ein­spart“, wenn man die Ruhe­pau­se oder Medi­ta­ti­on aus­fal­len lässt, um etwas ver­meint­lich Wich­ti­ge­res zu erle­di­gen. In den meis­ten Fäl­len habe ich die Zeit mit unnö­ti­gen Din­gen wie „noch­mal schnell die E‑Mails che­cken…“ ver­geu­det.

Innere Ruhe finden mit Meditation | © Margarita Gross

Wenn der Kopf nicht frei ist, wenn sich dau­ernd zunächst unbe­wusst irgend­wel­che Gedan­ken rein­schlei­chen (beson­ders beim Üben) dann stört das nicht nur mas­siv die Pro­duk­ti­vi­tät, es rui­niert die gesam­te Arbeit und sabo­tiert das Ergebnis.

Ich mer­ke mir z.B. beim Üben weni­ger, bin gestresst und ange­spannt — und all das wird beim Lern­vor­gang mit abge­spei­chert, sodass der Kör­per sich beim nächs­ten Mal schon beim Gedan­ken ans Arbeiten/​Üben anspannt und ich ent­spre­chend kei­ne Lust“ habe über­haupt anzufangen.

Medi­ta­ti­on ist das bes­te „Mit­tel“, um pro­duk­ti­ver und effi­zi­en­ter arbei­ten zu können.

Nichts-Tun

Geistige und seelische Gesundheit

Photo by Saffu on Unsplash

Genau­so wie sich Zeit zu neh­men für bewuss­te Muße­stun­den.

Nur wenn der Kopf im „Leer­lauf-Modus“ ist, kann man mit sich selbst in Kon­takt tre­ten, sich mit sei­nen Wün­schen, Ängs­ten, Glau­bens­sät­zen, Über­zeu­gun­gen und Zie­len aus­ein­an­der­set­zen, sie hin­ter­fra­gen und so sich selbst ken­nen­ler­nen.

Sich selbst und sei­ne Reak­ti­ons­mus­ter zu ken­nen, ermög­licht es einem, sein Den­ken und Ver­hal­ten geziel­ter zu modi­fi­zie­ren. (Man muss nicht auf’s Gera­te­wohl irgend­wel­che neu­en Trends aus­pro­bie­ren, nur um fest­zu­stel­len, dass es über­haupt nichts bringt.)

Man weiß dann genau an wel­cher Schrau­be man dre­hen muss, um die gewünsch­te Ände­rung vorzunehmen.

Auch das ist sehr ent­las­tend, fin­de ich. So vie­le Bücher kann man dann links lie­gen las­sen anstatt das Gefühl zu haben, dass man zu unge­bil­det ist und zu vie­les nicht weiß und wie der letz­te Hin­ter­wäld­ler dau­ernd sich selbst sabo­tiert... ^^’

Es gibt vie­le Lösun­gen, aber nicht jede ist dei­ne Lösung, für dein „Pro­blem“.
Solan­ge du dich selbst nicht kennst, kannst du nicht gezielt an dei­nen Pro­ble­men arbei­ten. Nabel­schau ist also wich­tig, um sich immer wie­der neu aus­zu­rich­ten und nicht nach 5 Jah­ren zu mer­ken, dass man womög­lich zwar sein Ziel erreicht hat, aber eigent­lich ger­ne wo anders wäre — dass es einem nichts mehr bedeutet.

Außer­dem arbei­tet es sich auch viel schwe­rer, wenn man nicht genau weiß, war­um man gera­de tut, was man tut. Man lässt sich leich­ter ablen­ken und selbst kleins­te Stein­chen auf dem Weg kom­men einem unüber­wind­bar vor.

Neue Gewohnheiten kultivieren

Dar­um ist es bes­ser, dau­er­haft vor­zu­beu­gen und gute Gewohn­hei­ten zu kul­ti­vie­ren, wenn man ein lan­ges, unab­hän­gi­ges, fle­xi­bles und aus­ge­gli­che­nes Leben anstrebt. Dazu gehö­ren auch Medi­ta­ti­on und bewuss­te Ruhephasen.

Die­se kann man genau­so wenig mit einer Akti­on oder einer Akti­on pro Woche oder einer Akti­on pro Monat abha­ken wie gesun­de Ernäh­rung oder Fitness.

Gewohn­hei­ten müs­sen in den eige­nen Lebens­stil inte­griert sein, Teil der täg­li­chen Ritua­le werden.

Dabei kann das Bul­let Jour­nal, wenn du der Typ dafür bist, eine gro­ße Hil­fe sein.(Falls nicht, habe ich hier fol­gen­de, digi­ta­le Alter­na­ti­ven.)

Innere Ruhe finden mit dem Bullet Journal – Tracker | © Margarita Gross

Weitere Tracker

Wei­te­re Din­ge, die man tra­cken kann, sind:

  • Trai­ning
  • Trink­ver­hal­ten
  • Gele­se­ne Bücher; geschau­te Filme/​Serien, etc.
  • Peri­ode (wür­de ich jeder Frau empfehlen)
  • Medi­ka­men­ten-/Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel-Ein­nah­me
  • Aus­ga­ben
  • Schlaf
  • Ver­brach­te Zeit mit Freunden
  • Usw.
Putz-Plan

Neben der Pfle­ge von Gewohn­hei­ten und der Eta­blie­rung neu­er Ritua­le kön­nen Tra­cker gera­de uns Frau­en (und natür­lich auch allen Män­nern) hel­fen, die es ger­ne sau­ber und ordent­lich zu Hau­se haben. 

Also für Leu­te wie mich. 

Ich kann Unord­nung nicht lan­ge tole­rie­ren, es macht mich kir­re, wenn ich sehe, dass sich irgend­wo Sta­pel bil­den oder beob­ach­ten muss, wie die Fens­ter immer undurch­sich­ti­ger werden.

Und das ewi­ge War­ten auf den Früh­jahrs­putz, nur um mich end­lich wie­der frei zu füh­len, ist auch nicht so mein Ding. 

Dar­um gefällt mir die Idee, jeden Tag bzw. jede Woche bzw. jeden Mona­te das Nöti­ge zu unter­neh­men, damit es immer sau­ber bleibt und sich nichts anhäuft.

Da mir aber das Abzeich­nen und Auf­schrei­ben von sich wie­der­ho­len­den Haus­halts-Auf­ga­ben zu lan­ge dau­ert, habe ich mir mit Ink­scape-Vor­la­gen (Tem­pla­tes) erstellt, die ich ein­fach monat­lich in mein Bul­let Jour­nal klebe.

Innere Ruhe finden mit dem Bullet_Journal – Haushaltsplan | © Margarita Gross

Weitere empfehlenswerte Organsations-Tools

Der Terminkalender

Ein wei­te­rer tol­ler Neben­ef­fekt des Bul­let Jour­nals ist die Tren­nung zwi­schen Ter­mi­nen und zu erle­di­gen­den Auf­ga­ben. Du kannst die Ter­mi­ne im BuJo mit­tels eines geson­der­ten Zei­chens oder einer spe­zi­el­len Far­be kenn­zeich­nen oder — so mache ich es — du schreibst sie ein dei­nen Terminkalender. 

Der Kalen­der bleibt schön über­sicht­lich und man neigt eher dazu, ihn auch zu benut­zen, wenn dar­in nur

  1. Ter­mi­ne
  2. Dead­lines
  3. Ver­bind­lich­kei­ten (Semi­na­re, Geburts­tags­fei­ern, usw.) und
  4. Mei­len­stei­ne

drin ste­hen. und sonst nichts mehr — kei­ne To-Do-Lis­ten oder Noti­zen, nichts, was von den wich­ti­gen Din­gen ablen­ken könnte.

Aller­höchs­tens tra­ge ich dar­in noch:

  • Die„eat the frog“-Aufgaben des Tages.
  • Die 3 Haupt­auf­ga­ben der Woche ein.
Mit dem Blick in mei­nen Kalen­der sehe ich inner­halb einer Sekun­de alle drin­gen­den und wich­ti­gen Auf­ga­ben der Woche und des jewei­li­gen Tages.

Eine wei­te­re Funk­ti­on erfüllt er aber trotz­dem für mich: er fin­det Zeit­räu­ber.

Dazu tra­ge ich wäh­rend des Tages ein, meist nach Been­di­gung einer Auf­ga­be, was ich wie lan­ge gemacht habe.

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OneNote

Größere, längerfristige Projekte und Unter-Projekte

Es ist das eine die Haus­ar­beit oder täg­li­che Erle­di­gun­gen und zu orga­ni­sie­ren und in den täg­li­chen Zeit­plan zu inte­grie­ren. Die Auf­ga­ben sind rasch ein­zel­nen Tagen oder Zei­ten zuge­ord­net und kön­nen ohne einen wei­te­ren Gedan­ken dar­an zu ver­schwen­den abge­ar­bei­tet und abge­hakt werden.

Hat man es aber mit grö­ße­ren, län­ger­fris­ti­gen Pro­jek­ten und Unter-Pro­jek­ten und Unter-Unter-Pro­jek­ten zu tun, ist es etwas komplizierter.

Ein guter Über­blick ist unab­ding­bar, man muss alle Fäden in der Hand hal­ten und sie jeder­zeit nach­ver­fol­gen können. 

Man muss auch nach­ver­fol­gen kön­nen, wie weit ein Pro­jekt fort­ge­schrit­ten ist und was jeweils als nächs­tes zu tun ist.

Es muss klar sein, wer zu wel­cher Zeit, wann und wie lan­ge an einer Auf­ga­be arbei­tet. Es wird umso kom­ple­xer, je mehr Leu­te an dem Pro­jekt betei­ligt sind.

Zum Glück sind wir nur zu zweit, wes­halb wir lan­ge Zeit auch so ganz gut zurecht kamen…naja, bis auf die Tat­sa­che, dass wir etwas län­ger brauch­ten, um auf­zu­drö­seln was von den hun­dert Auf­ga­ben die höchs­te Prio­ri­tät hat, was am Dring­lichs­ten ist usw. 

Wir haben OneNote benutzt, einen syn­chro­ni­sier­ten Ord­ner, in dem wir alle To-Dos nach Auf­ga­ben­ge­biet sor­tiert hatten.

Zum Bei­spiel war der Ord­ner „Tuto­ri­als“ unter­teilt in 

  • als nächs­tes bearbeiten“,
  • als nächs­tes aufnehmen“,
  • als nächs­tes schneiden“,
  • als nächs­tes hochladen“.

Es waren aber nicht nur „To-Do-Lis­ten“ in dem Ord­ner, son­dern auch 

  • Inspi­ra­tio­nen,
  • Text­aus­schnit­te,
  • Noti­zen,
  • Rezen­sio­nen,
  • Ideen,
  • usw.

Für mich war das irgend­wann zu viel. Zu viel Durcheinander. 

Wie­der hol­te mich mein Haupt­pro­blem ein: das ord­nen und sor­tie­ren nach The­men und Kate­go­rien, die für mei­ne Zwe­cke viel zu grob gehal­ten waren.

Ich ver­lor bald kom­plett das Ver­trau­en in die­ses System.

Es nerv­te mich, dass Auf­ga­ben erle­digt, aber nicht ent­fernt wurden.
Es nerv­te mich, dass ich nicht wuss­te, wo ich eine Info/​ein Zitat/​einen Gedanken/​einen Text­aus­schnitt abge­legt hatte.

Es war ein To-Do-Lis­ten-Fried­hof wie er im Buche steht und ich moch­te schon mor­gens den Gedan­ken an die­sen Ord­ner nicht. Ich ver­sank dar­in und kam nur gestresst wie­der raus.

Immer wie­der wur­de ich zum Ord­nen und Umsor­tie­ren ver­lei­tet, um dem „Cha­os“ irgend­wie Herr zu werden.

Ja, es war geord­net und orga­ni­siert – und trotz­dem undurch­dring­lich, ver­zweigt, verknotet.

Wäh­rend OneNote für mich kein geeig­ne­ter Ort für To-Do-Lis­ten war, muss das bei dir nicht so sein. Hier gilt wie immer der Satz: Pro­bie­ren geht über studieren.

Trello?

Zum Glück stieß ich aber durch Zufall auf den Arti­kel, in dem ein ande­res Pro­gramm vor­ge­stellt wur­de. xD

Ich habe sofort ange­fan­gen, alle „To-Dos“ zu übertragen. 

OneNote nut­ze ich jetzt nur noch:

  1. zur Ideen-Fin­dung
  2. um mich in ein neu­es The­ma einzuarbeiten,
  3. für Buch­zu­sam­men­fas­sun­gen (zum Teil nach Kapiteln)
  4. für Anlei­tun­gen (z.B. Haut­re­tu­sche Schritt für Schritt)
  5. für Code-Schnip­sel oder Infos, die ich immer wie­der brauche
  6. mei­ne Blog-Arti­kel schrei­be ich dort
  7. und die Mei­len­stei­ne mei­nes Soh­nes tra­ge ich dort ein
OneNote eig­net sich sehr gut, um mehr­schich­ti­ge The­men zu struk­tu­rie­ren und einen Über­blick über ein The­ma zu erhalten.
ALs Pla­nungs­tool emp­feh­le ich es nicht unbe­dingt, für die­sen Zweck „Trel­lo“ oder ein ein­fa­ches BuJo bes­ser geeignet.

Das neue Online-Tool stel­le ich auf der nächs­ten Sei­te vor.

Nach­trag 2020: Mitt­ler­wei­le habe ich doch die ein oder ande­re Anpas­sung vor­ge­nom­men, eini­ges noch ver­ein­facht. Ein Update folgt also im neu­en Jahr (2021).
Nachweise

Ent­wor­fen durch Freepik
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Wie alles begann oder mein Leben ohne To-Do-Listen

Wie alles begann

Woher ich kam

Seit mei­ner Schul­zeit bis zum Ende mei­nes Stu­di­ums war ich der „ehr­gei­zi­ge“ Typ. Alle Leh­rer lob­ten stets mei­nen Fleiß, mei­nen Ehr­geiz, mei­ne Aus­dau­er und mei­ne all­ge­mein hohe Arbeits­mo­ral. Obwohl ich mich münd­lich so gut wie nie am Unter­richt betei­lig­te, hat­te ich immer gute Noten.

Ich habe immer 120% gege­ben.

Ich war bei einer Klau­sur immer die letz­te, die noch da saß und die Mit­tags­pau­se der armen Leh­rer ver­kürz­te. Die letz­ten Meter waren für mich immer die schlimmsten.

Ich habe da näm­lich noch eine – an sich sehr lobens­wer­te – Eigen­schaft: ich bin gründ­lich und ver­bis­sen.

Sisy­phus-Arbeit?

Für mich kein The­ma. Ich bin detail-ver­ses­sen.

Ich gehe erst, wenn die Arbeit erle­digt ist.

Ich unter­bre­che erst dann eine unvoll­ende­te Auf­ga­be, wenn man mich mit Gewalt davon abbringt. #ver­bis­sen­heit #stur­heit

Essen? Schla­fen? Trin­ken? Auf’s Klo gehen?

Das wur­de solan­ge unter­drückt und aus­ge­hal­ten, wie das Gehirn noch ansatz­wei­se funk­ti­ons­fä­hig war… 

Ich bin gründlich | Margarita Gross

Mein größter Stolperstein

Mei­ne 120% haben am Ende der Schul­zeit aber nicht mehr wirk­lich gereicht, um mei­ne man­geln­de münd­li­che Mit­ar­beit (#intro­vert) und mei­ne feh­len­den Lern­stra­te­gien aus­zu­glei­chen. Ja, ich hab’s tat­säch­lich mit guten Noten bis in die Ober­stu­fe geschafft, bis mir auf­leuch­te­te, war­um ich trotz mei­ner Wiss­be­gier, mei­nes Eifers, mei­ner schnel­len Auf­fas­sungs­ga­be und hun­der­ten von Büchern (Hes­se, Th. Mann, Nietz­sche, Scho­pen­hau­er, Kant, C. G. Jung u.v.m.), die ich gele­sen hat­te, nicht „sehr gute“ Noten hatte. 

Da lös­te sich auch der ner­vi­ge Kno­ten, der ewi­ge Wider­spruch im Kopf, dass ich mich einer­seits schon als Klein­kind als „intel­li­gent“ wahr­ge­nom­men hat­te, ande­rer­seits aber Mit­schü­ler, die defi­ni­tiv nicht sehr intel­li­gent waren, zum Teil bes­se­re Noten hat­ten als ich. Es war so ein­fach wie ernüch­ternd und zu spät: der Grund war mei­ne (nicht vor­han­de­ne) Lern­me­tho­de.

War­um schrei­be ich das hier so ausführlich?

Nein, nicht weil ich damit ange­ben möch­te. Und auch nicht, um mich demons­tra­tiv klein zu machen. Son­dern weil es ein zen­tra­ler Punkt für den Ver­lauf der letz­ten Jah­re mei­nes Lebens ist und der Grund, wes­halb ich größ­ten­teils mit gro­ßem Bedau­ern auf sie zurückblicke.

Mit „man­geln­der Lern­me­tho­de“ mei­ne ich zwei Din­ge, die bei­de mit meiner: 

  1. 1. mei­ne Unfä­hig­keit, Gele­se­nes mit eige­nen Wor­ten zusammenzufassen
  2. und 2. mei­nem Unwil­len das­sel­be mit­tels der Metho­de des Fra­gen­stel­lens zu tun.
  3. Das ist alles. As simp­le as that.

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    DAS ist der größ­te Stol­per­stein mei­nes Lebens.

    Um genau zu sein, bin ich in der Mit­tel­stu­fe „gestol­pert“ über die­se Anwei­sung mei­ner geschätz­ten Leh­rer und habe sie igno­riert — aus purer Igno­ranz: ich dach­te, mei­ne „Metho­de“ sei bes­ser.

    War­um soll­te ich „Zeit ver­schwen­den“ Absät­ze in eige­nen Wor­ten zusam­men­zu­fas­sen, wenn ich statt­des­sen ein­fach den gesam­ten Text aus­wen­dig ler­nen konnte?

    Dadurch, dass ich die Bega­bung habe, in kur­zer Zeit meh­re­re Sei­ten Text aus­wen­dig zu ler­nen, habe ich mich nicht damit abge­müht, das Gele­se­ne zu ver­dau­en und in eige­nen Wor­ten wiederzugeben.

    Doch damit das Gehirn etwas abspei­chert, muss man sich mit die­sem Etwas, dem Stoff, dem INHALT, beschäf­ti­gen. Das Neue muss es an vor­han­de­nem Wis­sen ando­cken. Und das kann es nur, wenn wir es „in die Hand bzw. das Gehirn neh­men“, es anfas­sen, kne­ten, von allen Sei­ten betrach­ten, es mit vor­han­de­nen ande­ren Wis­sens­bau­stei­nen kom­bi­nie­ren. Kurz: Wenn wir es durch und durch „ver­daut“ und ver­stan­den haben. Erst dann wird es zu dei­nem Wis­sen. Erst dann kannst du mit den ein­zel­nen, neu gewon­ne­nen Wis­sens­bau­stei­nen jon­glie­ren und dei­ne neu­en Erkennt­nis­se auch ande­ren in ver­dau­li­cher Form präsentieren. 

    So baut man Schritt für Schritt aus ein­zel­nen Wis­sens­bau­stei­nen ein immer fili­gra­ner wer­den­des, bun­tes, indi­vi­du­el­les Wis­sens-Gebäu­de. Hat man das ver­stan­den, kann man belie­big vie­le Infor­ma­tio­nen in Null­kom­ma­nix abspei­chern. Und je mehr man weiß, umso mehr Andock­stel­len in Form von Vor­wis­sen, gibt es und umso schnel­ler kann man sich neu­es Wis­sen aneignen.

    Das, was ich mach­te, nennt man so schön „Buli­mie-Ler­nen“. Rein und wie­der raus. 

    Da kann man noch so intel­li­gent sein und noch so vie­le Bücher lesen und pas­si­ves Wis­sen anhäu­fen — man kann sich bei Bedarf nicht mehr gedank­lich damit aus­ein­an­der­set­zen und es wer­den kei­ne neu­en, frucht­ba­ren Gedan­ken ange­sto­ßen.

    So hat­te ich 8 Jah­re lang geplant einen Blog zu machen, aber es durch mei­ne unstruk­tu­rier­te Art zu schrei­ben und mei­ne Unfä­hig­keit das Wis­sen aus gele­se­nen Büchern in eige­nen Wor­ten unters Volk zu brin­gen, nie zu hilf­rei­chen oder inspi­rie­ren­den (oder über­haupt wel­chen) Bei­trä­gen geschafft.

    In den letz­ten Jah­ren habe ich mich dann nur noch mit den The­men befasst, 

    • Wie man sich bes­ser merkt was man liest.
    • Wie man bes­ser schreibt.
    • Und wie man Struk­tur in sein Den­ken und Schrei­ben (und Leben) bringt.

    Die­ser Blog ist nun gleich­zei­tig die Ver­wirk­li­chung mei­nes Her­zens­wun­sches und die Pro­be aufs Exempel. 

    Doch ich grei­fe vor, daher erst ein paar Schrit­te zurück:

    Neurotische Zwänge

    Unter ande­ren Umstän­den (wenn ich gelernt hät­te, Tex­te in eige­nen Wor­ten zusam­men­zu­fas­sen und so auch den Inhalt eines Tex­tes schnel­ler und bes­ser zu erfas­sen), wäre ich mit mei­nen bei­den her­vor­ste­chends­ten Cha­rak­ter­ei­gen­schaf­ten: Gründ­lich­keit und Per­fek­tio­nis­mus, weit gekommen. 

    So hat­te ich jedoch erst recht gro­ße Schwie­rig­kei­ten in Fächern wie Deutsch und Geschich­te recht­zei­tig „zum Ende“ zu kom­men. Wenn ich Tex­te ana­ly­siert habe, dann Wort für Wort, Kom­ma für Kom­ma… Mei­ne Ana­ly­sen wur­den zwar immer gelobt, jedoch bekam ich kei­ne 15 Punk­te mehr. 

    Ich hat­te ein­fach „nie genug Zeit“ für die letz­te und anspruchs­volls­te Aufgabe.


    Wäh­rend des Stu­di­ums hat­te ich mit den Klau­su­ren trotz allem erst­mal kei­ne Pro­ble­me, weil ich die The­men vor­her schon kann­te und zum Teil gan­ze Ana­ly­sen zu Hau­se vor­be­rei­ten und aus­wen­dig ler­nen konnte. 

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    Aller­dings mach­ten mir zwei wei­te­re Eigen­schaft das Leben schwer: 1. mei­ne Unfä­hig­keit, Auf­ga­ben, die nicht voll­endet oder „per­fekt“ erle­digt waren, zu unter­bre­chen.

    An einer Haus­ar­beit saß ich wochen­lang von mor­gens bis abends.

    Nicht, weil ich so unfä­hig war oder mit dem Stoff über­for­dert. Im Gegen­teil. Schon der ers­te Ent­wurf des Inhalts­ver­zeich­nis­ses glich vom Anspruch her der Ein­lei­tung einer Dok­tor­ar­beit (so der Kom­men­tar mei­nes Professors).

    2. Es mach­te mich wahn­sin­nig, kür­zen und ein The­ma auf einen ein­zel­nen Aspekt beschrän­ken zu müs­sen (immer­hin das gan­ze Ziel einer Hausarbeit).

    Diagnose: chronischer Zeitmangel

    Fol­gen­de Punk­te waren letzt­lich dafür ver­ant­wort­lich, dass mein Leben 10 Jah­re lang von Stress, Angst und einem star­ken inne­ren Unru­he­ge­fühl geprägt war:

Wie ich Ordnung in mein Leben brachte – Teil 3

Innere Ruhe finden mit Trello | © Margarita Gross

Nach­dem ich bereits seit über einem Jahr ver­such­te, mich mit­tels Life Plan­ner und dem Bul­let Jour­nal nach der GTD-Metho­de zu orga­ni­sie­ren, gab es immer noch Berei­che und Auf­ga­ben, die mir Kopf­schmer­zen berei­te­ten. Ein Bereich was das Blog­gen. Ich habe etli­che Lis­ten mit Blog-The­men, die sich sta­pel­ten, im Life Plan­ner wie auch in OneNote und sogar in mei­nem Notiz­block, den ich immer bei mir habe. 

Die­se end­los lan­gen Lis­ten über­for­der­ten mich. Sie waren zwar raus aus mei­nem Kopf, aber immer noch da — und es war unklar für wie lan­ge noch, denn der „nächs­te Schritt“ war so nicht definierbar.

Ich wuss­te, so konn­te es nicht wei­ter­ge­hen.

Doch ich hat­te die­se Blo­cka­de. Ich wuss­te nicht, wo ich bit­te anfan­gen soll. Dazu kam, dass wir noch an einem wei­te­ren Kurs und einem wei­te­ren grö­ße­ren Pro­jekt saßen. 

Ich habe schon zu Redak­ti­ons­plä­nen recher­chiert, aber die Vor­schlä­ge über­zeug­ten mich nicht. Excel ist zwar ganz nett dafür, aber ein­fach nicht mein Ding. Ich kann nur von mei­nem PC dar­auf zugrei­fen, ich kann sie nicht mit mei­nem Part­ner tei­len, ich kann nicht mit Far­ben und Schlag­wör­tern arbeiten. 

Doch eines Tages, ganz unver­mit­telt, sah ich bei Face­book die­sen Bei­trag von Katha­ri­na Lewald. Weil ich ihre infor­ma­ti­ve Art zu schrei­ben moch­te, bin ich dem Link gefolgt, statt den Bei­trag wie üblich nur zu über­flie­gen („weiß ich schon, kenn ich, bestimmt wie­der nur Wer­bung, sicher zu kom­pli­ziert, brauch ich nicht…“).

Unter Punkt #8 fand ich dann genau das, wonach ich solan­ge gesucht habe: ein Tool bzw. eine Pro­jekt­ma­nage­ment-Soft­ware, die sich ein­fach per­fekt für Redak­ti­ons­plä­ne eignete. 

Ich muss­te nur den Screen­shot sehen und ich wuss­te: das ist es!!

Ich fol­ge sogleich dem Link zum Redak­ti­ons­plan und fand dort einen ande­ren wun­der­ba­ren Screen­shot. Sofort habe ich mich bei Trel­lo ange­mel­det und mei­ne ers­ten Boards angelegt.

Bei Trel­lo gibt es:

  1. Boards (Ober­the­ma)
  2. Lis­ten (Kate­go­rie, Unterpunkt)
  3. Kar­ten (grö­ße­re Aufgabe).
  4. Inner­halb der Kar­ten: Check­lis­ten
Board 1: Blog-Ideen

Ich habe mir drei Boards zum The­ma „Blog“ ange­legt. Das ers­te Board („Blog-Ideen“) hät­te ich auch weg­las­sen kön­nen und die Ideen wie gehabt im Life-Plan­ner sam­meln. Aller­dings habe ich so oft unter­wegs Ideen, dass es für mich prak­ti­scher ist dafür ein Online-Tool zu nut­zen. Außer­dem habe ich gern alles, wor­an ich jetzt und in naher Zukunft arbei­te, an einem Ort. 

Auf die­ses Board kom­men nun also the­ma­tisch sor­tiert alle mei­ne Ideen. Zur Zeit habe ich 30 Lis­ten mit Ideen zu mei­nem Haupt-Blog. Hier ein Beispiel: 

Innere Ruhe finden mit Trello – Boards| © Margarita Gross

Board 2: Editorial Calendar (Redaktionsplan)

Das sen­sa­tio­nel­le kommt jetzt: das drit­te Board – der Redak­ti­ons­plan. Nun suche ich mir die wich­tigs­ten oder inter­es­san­tes­ten The­men aus und ord­ne sie den Mona­ten zu. So sehe ich auf einen Blick, wel­che Blog-Arti­kel ich in die­sem Monat schrei­ben möch­te.

Die­ses Tool hat mein Leben so viel leich­ter gemacht!

Nach die­sem Mus­ter habe ich auch alle ande­ren Lebens­be­rei­che orga­ni­siert, doch dazu spä­ter. Jeden­falls fühl­te es sich an als wür­de man mir einen blei­schwe­ren Man­tel von den Schul­tern neh­men, die Über­for­de­rung nahm lang­sam ab.

Und das Bes­te ist: man kann den ein­zel­nen Auf­ga­ben-Kar­ten Labels geben, ja — Labels!

Ich ver­wen­de sie auf dem Edi­to­ri­al Calen­dar-Board („XY-Blog“ auf dem Bild), um auf einen Blick zu sehen, wel­che Kate­go­rien ver­tre­ten sind. So kann ich die The­men gleich­ge­wich­te­ter auf die Mona­te ver­tei­len. (Eine wei­te­re Mög­lich­keit Labels zu nut­zen beschrei­be ich wei­ter unten.)

Innere Ruhe finden mit Trello – Listen | © Margarita Gross

Board 3: Aktueller Beitrag (Optional)

Aber es geht noch wei­ter. Ich muss nun zuse­hen, dass ich die monat­li­chen Auf­ga­ben (zu denen ja nicht nur Blog-Arti­kel schrei­ben gehört) sinn­voll auf die Wochen ver­tei­le bzw. zumin­dest auf die kom­men­de. Dafür habe ich ein drit­tes Board ange­legt „Aktu­el­ler Bei­trag“:

Innere Ruhe finden mit Trello – Listen | © Margarita Gross

Auf die­sem Board sehe ich, in wel­chem Sta­di­um sich ein Bei­trag gera­de befin­det. Bei mir durch­läuft ein Bei­trag 6 Sta­di­en, ich über­le­ge noch „Ent­wurf“ mit reinzunehmen:

  1. — Recher­che
  2. — (Ent­wurf)
  3. — In Arbeit (schrei­ben)
  4. — Edi­tie­ren
  5. — Gra­fi­ken, Bilder
  6. — Bewer­ben, Social Media
  7. — Bewer­ben 2

Wow. Es ist also möglich. 

End­lich habe ich den abso­lu­ten Über­blick ohne dass es sich belas­tend oder über­for­dernd anfühlt, son­dern im Gegen­teil. Ich war über­rascht, wie „mach­bar“ alles plötz­lich schien. Das mul­mi­ge Gefühl, das ich sonst ver­spür­te, wenn ich mal wie­der ein neu­es Sys­tem, einen neu­en „Plan“ betrach­te­te, waren weg, weil die unbe­wuss­ten Zwei­fel an dem jewei­li­gen Sys­tem nicht da waren. Nun ist alles nicht nur wun­der­bar geord­net, die Auf­ga­ben sind auch sys­te­ma­tisch abge­legt und ter­mi­niert.

Die­sem Tool, die­sem Sys­tem kann ich voll und ganz vertrauen. 🙂

Board: @ Nächster Schritt

Natür­lich besteht ein Unter­neh­men nicht nur aus einem Blog. Wäh­rend ich für das The­ma Blog gleich 3 Boards ange­legt habe, fas­se ich alle übri­gen The­men in einem Board zusam­men. Das heißt kon­kret: ich behal­te die Kar­ten-Orga­ni­sa­ti­on des Edi­to­ri­al Calen­dars bei.

Ich habe also die Jah­res­zie­le im ers­ten Board und die dar­in ent­hal­te­nen The­men ver­tei­le ich auf die Mona­te (Monats­zie­le).

Hin­zu kom­men noch zwei wei­te­re Boards, die sich als sehr nütz­lich erwie­sen haben: „To-Do die­sen Monat“ und „In Arbeit“. Das sieht dann so aus:

Innere Ruhe finden mit Trello – Karten | © Margarita Gross

Auf die­sem Board ver­zich­te ich auch den ein­zel­nen Auf­ga­ben Kate­go­rien in Form von Labels zuzu­wei­sen. Das ist für mich revo­lu­tio­när. Denn ich kann­te bis dato kei­ne ande­re Metho­de Din­ge und Auf­ga­ben über­sicht­lich zu ord­nen als sie Kate­go­rien zuzu­wei­sen. Woll­te ich sie dann auch noch nach Dead­lines sor­tie­ren, bräuch­te ich X Win­dows-Ord­ner/­Lis­ten/O­neNote-Abschnit­te/­Boards. Soweit kam es nie, statt­des­sen schau­te ich nur peri­odisch rein und die Auf­ga­ben düm­pel­ten so vor sich hin.

Jetzt benut­ze ich Labels, um den Auf­ga­ben einen Sta­tus zuzu­wei­sen.

Zum Bei­spiel:

  • rot: drin­gend
  • gelb: wich­tig
  • grün: noch Zeit
  • blau: abklä­ren
  • lila: noch 1 Schritt
  • grau: nach­fra­gen

Ein wei­te­rer Vor­teil zum Life Plan­ner ist, dass man Auf­ga­ben bzw. Kar­ten ganz ein­fach ver­schie­ben kann — von Lis­te zu Lis­te und von Board zu Board. Außer­dem kann ich grö­ße­re Auf­ga­ben bün­deln, indem ich in einer Kar­te eine Check­lis­te anle­ge. So las­sen sich Teil-Auf­ga­ben und Teil-Zie­le nach­ver­fol­gen ohne dass die all­ge­mei­ne Über­sicht dar­un­ter lei­det. (Dazu gleich mehr.)

Nicht zuletzt nut­ze ich die „Kom­men­tar-Funk­ti­on“ der Kar­ten auch dazu Links dort abzu­le­gen. Wenn ich z.B. auf einer Sei­te etwas lese, dass mich zu einem bestimm­ten Blog-Bei­trag inspi­riert oder wenn ich die Sei­te zwecks Recher­che noch ein­mal auf­su­chen möch­te, dann habe ich sie gleich „griff­be­reit“.

Privates Leben organisieren

Mit Trel­lo kann man nicht nur sein geschäft­li­ches, son­dern natür­lich auch sein pri­va­tes Leben wun­der­bar (ich wür­de sogar sagen, gera­de­zu per­fekt) orga­ni­sie­ren.

Ich hal­te mich aber auch hier an fol­gen­de Listen: 

  • Jah­res­auf­ga­ben
  • In Arbeit
  • To-Do die­sen Monat
  • Jan — März
  • April — Juni
  • Juli — Sept.
  • Okt. — Dez.
  • Viel­leicht / Irgendwann

In die­se Lis­ten kommt ALLES rein, was ich in einem Jahr zu tun geden­ke. Moment, nicht nur „geden­ke“, hier kom­men nur ich wür­de sogar „nächs­te Schrit­te“ rein.

Ich begin­ne das Jahr also mit der Erstel­lung des Boards „Jah­res­auf­ga­ben“.

Da kommt alles rein, was ich in die­sem Jahr an Auf­ga­ben habe, die nichts mit der Arbeit zu tun haben. 

Als nächs­tes sor­tie­re ich alle Auf­ga­ben aus, die kei­ne beson­ders hohe Prio­ri­tät haben, die kom­men dann auf die ich wür­de sogar „Viel­leicht / Irgendwann“-Liste. Zusätz­lich habe ich noch die­se Listen:

  • @ Mama
  • @ Oma
  • @ Inter­net (Recher­che)
  • @ Freun­de

Die­se Lis­ten spre­chen für sich: hier kommt alles rein, was ich noch mit mei­ner Mut­ter und Oma bespre­chen möch­te oder beim nächs­ten Besuch mit­neh­men oder hin­brin­gen muss, was ich im Inter­net zu tun habe und auch Noti­zen zum letz­ten Gespräch, das ich mit einer Freun­din geführt habe und wel­che Punk­te ich dem­nächst mit ihr bespre­chen möchte. 

Innere Ruhe finden mit Trello – Karten | © Margarita Gross

Ich hat­te auch zunächst eine „Lesen-Lis­te“ auf die­sem Board (alle Bücher, die ich aktu­ell lese). Aller­dings habe ich dar­aus jetzt ein eige­nes Board gemacht. 

Manch­mal, wie bei sich wie­der­ho­len­der Haus­ar­beit, ist es über­sicht­li­cher und prak­ti­scher alle Teil-Auf­ga­ben als Check­lis­te in einer Kar­te auf­zu­füh­ren.

Das heißt, Auf­ga­ben, die monat­lich zu tun sind, z.B. Kühl­schrank put­zen, kom­men als Check­lis­te auf eine Kar­te „Haus­ar­beit monat­lich“. Die­se Kar­te kann man auch als wie­der­keh­ren­de Kar­te anle­gen. Man archi­viert sie dann nicht, son­dern setzt ein­fach das „Due Date“ immer wie­der neu. 

Oder man hat nur eine Kar­te „Haus­ar­beit“ und dar­in legt man drei Check­lis­ten an: 

  • Haus­ar­beit wöchentlich“,
  • Haus­ar­beit monatlich“,
  • Haus­ar­beit wöchentlich“.

Innere Ruhe finden mit Trello – Checklisten | © Margarita Gross

Das­sel­be kann man auch mit Büchern machen, die mal lesen will. 

Ein­fach eine Lis­te „Bücher“ anle­gen und dar­in meh­re­re Check­lis­ten — je eine pro Kategorie.

In die­sem Fall woll­te ich aber ger­ne auf einen Blick sehen, wel­che Bücher ich in wel­cher Kate­go­rie habe, wes­halb ich mich für ein ein­zel­nes Board nur für Bücher ent­schie­den habe:

Innere Ruhe finden mit Trello – Boards | © Margarita Gross

Das ist natür­lich nur eine Mög­lich­keit Trel­lo für pri­va­te Zwe­cke zu nut­zen. Gene­rell ist das Tool mei­ner Mei­nung nach sehr gut mit der GTD-Metho­de ver­ein­bar. Ich wer­de dar­auf sicher in einem zukünf­ti­gen Bei­trag noch wei­ter eingehen. 

Nachtrag:

Mitt­ler­wei­le nut­ze ich Trel­lo auch als Life Plan­ner. Der Pro­zess der Wochen­pla­nung läuft dann in etwa so ab:

  1. Ich schaue in mein Bul­let Jour­nal, was gera­de „in Arbeit“ ist, was ich gege­be­nen­falls auf mor­gen ver­schie­ben muss und was ich viel­leicht kom­plett strei­chen könnte.
  2. Dann neh­me ich in mei­nen Ter­min­ka­len­der und schaue, ob mor­gen wich­ti­ge Ter­mi­ne anste­hen oder eine Deadline.
  3. Als nächs­tes gehe ich auf mein „@ Nächs­te Schritte“-Board (Trel­lo) und schaue, was die­sen Monat ansteht. Dann über­tra­ge ich die Auf­ga­be, die am bes­ten in den Zeit­rah­men passt in mein Bul­let Jour­nal für den nächs­ten Tag.
  4. Möch­te ich einen neu­en Blog-Bei­trag schrei­ben, schaue ich auf das Board „Edi­to­ri­al Calen­dar“, wel­che Blog­ar­ti­kel ich in die­sem Monat schrei­ben wollte.
  5. Ist schon ein Arti­kel in Arbeit, dann schaue ich auf dem Board „Aktu­el­ler Bei­trag“, in wel­chem Sta­di­um sich der Bei­trag befin­det und was als nächs­tes zu tun ist.
  6. Muss ich z.B. einen Bei­trag edi­tie­ren, dann schrei­be ich „XY-Bei­trag edi­tie­ren“ in mein Bul­let Journal.

Soll­te sich am nächs­ten Tag abzeich­nen, dass ich für eine Auf­ga­be doch kei­ne Zeit habe, dann kommt es auf die To-Do-Lis­te für den nächs­ten Tag (im Bul­let Jour­nal!). Zeich­net sich ab, dass ich es wie­der nicht schaf­fe, dann ver­schie­be ich es auf nächs­te Woche. Soll­te etwas län­ger­fris­ti­ges dazwi­schen kom­men, dann wür­de ich die Auf­ga­be in die Trel­lo-Lis­te für den nächs­ten Monat verschieben. 

Was ist mit dir?

Ich hof­fe, ich konn­te dem ein oder ande­ren ein paar Inspi­ra­tio­nen geben, wie man sein Leben gefühlt und prak­tisch (wie­der) etwas mehr in die eige­nen Hän­de neh­men kann. 

Gera­de für Krea­ti­ve, die stän­dig vor Ideen plat­zen und die auch öfter neue Din­ge ange­hen, neue Pro­jek­te star­ten, kur­ze und auch län­ger­fris­ti­ge, ist es wich­tig, ein funk­tio­nie­ren­des Sys­tem zu haben, wie man schnell einen kla­ren Kopf bekommt. 

Wen das alles im Moment immer noch zu auf­wen­dig und kom­pli­ziert ist — klar, sowas braucht zunächst ein­mal Zeit und Pla­nung bevor es einem hilft Zeit zu spa­ren und einen zu ent­las­ten — der kann für’s ers­te ein­fach auf die gute alte „Alles,-was-gerade-in-meinem-Kopf-herumschwirrt-einfach-ohne-Unterbrechung-runterschreiben-Methode“ (auf Eng­lisch etwas kna­cki­ger unter dem Begriff „brain dum­ping“ bekannt) zurückgreifen. 

Und erst danach das Auf­ge­schrie­be­ne spe­zi­el­len Lis­ten zuwei­sen und die ein­zel­nen Punk­te auf der Lis­te in kon­kre­te Hand­lungs­an­wei­sun­gen umformulieren.

Der ers­te Schritt ist dann schon mal getan, und man fängt nicht mit dem Gefühl der Über­for­de­rung an, son­dern hof­fent­lich mit der von Leich­tig­keit, Zuver­sicht und Selbst­ver­trau­en.

Wie sieht es mit dir aus? Hast du schon dein Sys­tem gefun­den? Kann­test du die hier vor­ge­stell­ten Ideen schon, wenn ja, wie hast du sie umgesetzt? 

Oder hast du viel­leicht noch ein paar Tipps und Tricks für mich? Schreib sie unten in die Kom­men­ta­re, ich bin immer offen für neue Anregungen!

Innere Ruhe finden mit Meditation | © Margarita Gross

Wie ich meine innere Ruhe wiedergefunden habe

Auf den fol­gen­den Sei­ten möch­te ich mit dir tei­len, wel­che Schrit­te ich unter­nom­men habe, um eine Inven­tur mei­nes Lebens durch­zu­füh­ren: den Müll raus­zu­schmei­ßen, die Essenz zu behal­ten. Mein Leben ein für alle mal zu ord­nen, zu orga­ni­sie­ren und wie­der ins Gleich­ge­wicht zu bringen.

Schließ­lich: um unter all dem äuße­ren und vor allem inne­ren Cha­os end­lich zu mir selbst zu fin­den.

Hil­fe, ich glau­be, mein Kopf explodiert!

Kennst du die­sen Moment, wenn dir alles ein­fach zu viel wird und du am liebs­ten alles ste­hen und lie­gen las­sen und weg­lau­fen würdest? 

Wenn dir alles über den Kopf wächst?

  • Uner­le­dig­tes
  • Haus­halt
  • Sor­gen
  • Ängs­te
  • Bezie­hung

Ich glau­be, das Jahr 2015 war ein Jahr, in dem es beson­ders vie­len so erging. Zumin­dest las­sen die zum The­ma „wie ord­ne und orga­ni­sie­re ich mein Leben“ explo­die­ren­den Blog­posts und You­Tube-Vide­os im ver­gan­ge­nen in die­sem Jahr dar­auf schließen. 

Im glei­chen Zug wur­de auch der „Mini­ma­lis­mus“ als Lebens­stil und Phi­lo­so­phie sehr popu­lär. Nicht zuletzt hat Marie Kon­do den Vogel abge­schos­sen mit der in ihrem Buch Magic Clea­ning beschrie­be­nen „Kon­ma­ri-Metho­de“.

Sehr grob geht’s dar­um: nimm JEDES Ding in dei­nem Haus in die Hand und fra­ge dich: „macht es mich glücklich?“

Wenn ja: behal­ten.
Wenn nein: weg damit.

Das­sel­be kann man auch mit Com­pu­ter-Datei­en machen oder mit Gedan­ken .

In den fol­gen­den Posts wer­de ich dir Schritt für Schritt zei­gen, wie es es gemacht habe. 

Wenn du dir einen schnel­len Über­blick ver­schaf­fen willst, fan­ge hier an:

Wenn du eine Sta­ti­on genau­er betrach­ten willst, dann kli­cke auf die ein­zel­nen Beiträge.

Wenn dich mei­ne phi­lo­so­phi­schen Gedan­ken zum The­ma inter­es­sie­ren, geht’s hier entlang. 

„Lohnt es sich, das alles zu lesen? Bringt mir das wirk­lich was?“

Eine GUTE Frage! 

Zeit ist kost­bar, ich bin immer dafür Prio­ri­tä­ten zu set­zen und die uns ver­blei­ben­den Stun­den auf der Erde wei­se einzusetzen.

Dar­um schau, ob du dich in den fol­gen­den Punk­ten wie­der­fin­dest. Ist das der Fall, dann wird dir die INVEN­TUR dei­nes Kop­fes und Hau­ses 100%ig helfen.


In 4 Schritten zu mehr Selbstzufriedenheit

War­um bist du so unzu­frie­den? War­um machst und tust und kämpfst du seit Jah­ren so uner­müd­lich, so ehr­gei­zig, so ziel­stre­big. War­um rackerst und ackerst du und übst dich in Ver­zicht jahr­ein jahr­aus — stellst dei­ne Freun­de, dei­ne Fami­lie hin­ten an, dei­ne klei­nen Gelüs­te und Begeh­ren (ja, ich den­ke an den schö­nen son­ni­gen Tag und das net­te klei­ne Café an der Stra­ße, an dem du kurz inne­ge­hal­ten hast, um dann doch das auf­kei­men­de Bild von dir da drin mit einem Buch zu unter­drü­cken, die Zäh­ne zusam­men­zu­bei­ßen und wei­ter zu eilen…). Und doch ist die Bilanz so düs­ter und trost­los. War­um siehst du kein Licht am Ende des Tunnels?

Hier mei­ne Gedan­ken dazu und eine der wich­tigs­ten Fra­gen, die du dir im Leben stel­len musst, um dei­nen Kom­pass zu kali­brie­ren und lang­fris­tig auf Kurs zu blei­ben: zu einem Leben voll Zufrie­den­heit und Aus­ge­gli­chen­heit, weil es indi­vi­du­ell auf dich zuge­schnit­ten ist, spe­zi­ell von dir für dich designt.

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