Ein Tag mag sich für dich schon lan­ge anfüh­len wie der ande­re. Höchst­wahr­schein­lich steckst du im Hams­ter­rad fest. Du arbei­test nur noch Lis­ten ab. Kon­kre­te oder ima­gi­nä­re. Meist kon­tur­lo­se, dif­fu­se Anein­an­der­rei­hun­gen an unsor­tier­ten To Do’s.
Es ist müh­sam und du fühlst dich schwer wie Blei. Kein Ende in Sicht und täg­lich kommt etwas Neu­es hin­zu. Ein Ter­min, eine E‑Mail, etwas zu repa­rie­ren, das noch absa­gen und dar­an noch den­ken. Puh. Dein Kopf ist am explo­die­ren, du bist unauf­merk­sam und ein­fach über­for­dert. Schluss damit! Ich zei­ge dir wie.

Beherr­sche dei­nen Geist,
oder er wird dich beherr­schen.Horaz

Jeden Tag fun­giert unser Kopf als Müll­ton­ne, in die wir wahl­los alles hineinwerfen. 

Es wäre ja auch Sisy­phus­ar­beit jedes die­ser zehn­tau­send Infor­ma­ti­ons­hap­pen und Ange­le­gen­hei­ten, die wir so auf­neh­men, erst zu ana­ly­sie­ren und zu bewer­ten. Wir wür­den mor­gens nicht mal aus dem Bett kommen.

Damit wir nicht ver­hun­gern und lebens­fä­hig blei­ben, hat das Gehirn bereits Fil­ter instal­liert und greift auf Heu­ris­ti­ken, sog. Faust­re­geln, zurück (unse­re Welt­bil­der, Grund­ein­stel­lun­gen, Glau­bens­sät­ze, unse­re Vor­stel­lungs­welt, Vor­lie­ben, Dok­tri­nen, usw.).

Die sor­tie­ren schon mal die von außen kom­men Rei­ze etwas vor.

Den­noch kom­men vie­le Rei­ze und Infor­ma­tio­nen durch.

Und man­che Din­ge haben es sich schön gemüt­lich gemacht. Näm­lich all die Din­ge und Ange­le­gen­hei­ten, die wir erle­di­gen und eben im Kopf behal­ten müs­sen“:

  • Uner­le­dig­tes Zeug
  • Ver­pflich­tun­gen (beruf­lich & privat)
  • Gedan­ken (nega­ti­ve Glau­bens­sät­ze, Ideen, Wün­sche, Ängs­te (Kopf­ki­no), Sor­gen (nega­ti­ve Gedankenspiralen))
  • Pro­jek­te (beruf­lich & privat)
  • Geburts­ta­ge, Hoch­zei­ten, Jubiläen
  • Papier­kram
  • Usw.
Was pas­siert mit die­sen Din­gen, die dei­ne AUF­MERK­SAM­KEIT bestän­dig auf sich ziehen?

Nun, dein Kopf wür­de es auch ger­ne wissen 😉

Er wür­de ger­ne ganz genau wissen:

  1. WAS mit ihnen gesche­hen soll.
  2. WIE wir sie bear­bei­ten und erle­di­gen wollen.

Und selbst wenn wir ent­schie­den und klar defi­niert haben, WAS und WIE wir mit dem Kram tun wol­len: dann kann der Kopf immer noch nicht LOSLASSEN.

Denn all die Din­ge, die nicht mit EINEM SCHRITT erle­digt sind, wird er solan­ge auf dem Schirm“ haben dei­ne Auf­merk­sam­keit wie­der­holt dar­auf zie­hen, bis es erle­digt ist.

Doch du weißt es nicht. 

Du sam­melst die Din­ge in dei­nem Kopf und jon­glierst mit ihnen.

Sie pop­pen ohne Ord­nung und Pau­se nach­ein­an­der oder gleich­zei­tig vor dei­nem inne­ren Auge auf, rau­ben dir mit jedem Mal ein Stück­chen dei­ner begrenz­ten Ener­gie und erschöp­fen dich. Gedan­ken wie:

  • Die Hand­tü­cher wechseln;
  • Ein­kau­fen;
  • Ein beruf­li­ches Pro­jekt pla­nen und abschließen;
  • Die Blu­men gießen;
  • Der Eltern­sprech­tag;
  • Das Bas­teln der Schultüte;
  • Ein Rezept ausprobieren;
  • Die Fra­ge, was es heu­te zu Mit­tag gibt;
  • ob du eine Über­gangs­ja­cke brauchst;
  • Ob du den Schrank repa­rierst oder einen neu­en kaufst;
  • Ob du dich end­lich bei Han­nes oder Lui­se oder dei­ner Mut­ter meldest;
  • Was brauchst du noch bei DM;
  • Nicht ver­ges­sen, unbe­dingt noch das Abo zu beenden;
  • Rech­nun­gen;
  • Ter­mi­ne;
  • TÜV nicht vergessen
  • Ganz­jah­res­rei­fen oder doch nicht;
  • Ist der Bio-Kaf­fee viel­leicht besser;
  • Soll­test du mehr Gemü­se essen;
  • Yoga hast du schon ewig nicht mehr gemacht;
  • Alle Socken haben Löcher;
  • Usw.

Es ist kein Ende des Tun­nels in Sicht.

Du hast kein Gefühl für den UMFANG an Din­gen, die du erle­di­gen musst und die so anstehen.

Alles ist DIF­FUS und NEBELIG.

Weil du kei­nen Über­blick hast, denkst du, dass es unend­lich vie­le Din­ge sein müs­sen und der Gedan­ke dar­an, dich mit all die­sen losen Enden“ beschäf­ti­gen zu müs­sen, lähmt dich.

Du fühlst dich nicht nur wie ein Zom­bie, du läufst auch rum wie einer. Zusam­men­ge­sackt, zer­streut, plan­los, ohne Pro­fil und ohne Biss. Na los, wirf einen Blick in den Spie­gel, sieht dir dei­ne Hal­tung an!

Sieht so ein Mensch aus, der on top of things ist. Der sein Leben selbst aktiv in eine wohl­über­leg­te Rich­tung steu­ert, gewapp­net und gerüs­tet gegen die unvor­her­seh­ba­ren Stür­me des Lebens?

Unse­re Kör­per­hal­tung ist immer ein Spie­gel unse­rer psy­chi­schen und see­li­schen Verfassung.

Du bist über­for­dert und frustriert.

Am liebs­ten wür­dest du alles hin­schmei­ßen und weglaufen!

STOP.

Glaub mir, ich ken­ne die­ses Gefühl nur zu gut.

Und ich bin kein Freund von kom­pli­zier­ten, lang­wie­ri­gen Sys­te­men. Auch, weil ich fest davon über­zeugt bin, dass etwas umso effek­ti­ver und effi­zi­en­ter ist, je SIMP­LER es ist.

Die Natur selbst hat mich zu die­ser Ansicht inspiriert:

Sim­plex sig­il­lum veri.

Über­setzt heißt das etwa das Ein­fa­che ist das Sie­gel des Wah­ren“ oder Ein­fach­heit ist das Sie­gel der Wahr­heit“ und bedeu­tet, dass all die viel­fäl­ti­gen Erschei­nun­gen in der Natur auf ein­fa­chen, ja simp­len, For­meln und Grund­struk­tu­ren basieren.

Genau das möch­te ich in die­sem Blog ver­mit­teln: anstatt für vie­le ver­schie­de­ne Pro­ble­me unter­schied­li­cher Lebens­be­rei­che vie­le indi­vi­du­el­le Ein­zel­werk­zeu­ge zu suchen/​vie­le neue Regeln zu lernen/​vie­le neue Gewohn­hei­ten zu eta­blie­ren – suche ich nach Uni­ver­sal­werk­zeu­gen in Form von Triggern
zur Akti­vie­rung kogni­ti­ver Ver­hal­tens­mus­ter, mate­ria­li­siert in Form von Schnell­stra­ßen zur Wunsch­er­fül­lung: Rou­ti­nen, Pro­zes­sen und Ritua­len. Ziel ist es, ein Bau­kas­ten­sys­tem zu ent­wi­ckeln, um fle­xi­bel-dyna­misch und men­tal elas­tisch auf die Hochs und Tiefs des Lebens reagie­ren zu können.

Aber alles der Rei­he nach.

In wenigen, einfachen Schritten Probleme lösen – geht das überhaupt?

Ja!

Weil es sich ja nicht um kom­pli­zier­te oder beson­ders kom­ple­xe Pro­ble­me han­delt, die wir lösen müssen.

Jeden­falls in 80 Pro­zent der Fäl­le nicht und am Anfang schon gar nicht. 

Wenn wir näm­lich beim Ein­sam­meln, Fegen und Ord­nen all die neu­en simp­len Rou­ti­nen ver­in­ner­licht haben – dann kön­nen wir die Pro­ble­me, die jetzt noch unlös­bar schei­nen, weil sowohl das Durch­hal­te­ver­mö­gen als auch die inne­re Ein­stel­lung und erst Recht die auf­ga­ben­ge­rech­ten Werk­zeu­ge feh­len, in Angriff neh­men und mit einem Wisch lösen.

Jetzt müs­sen wir nur eine Auf­ga­be lösen: Unse­re Ange­le­gen­hei­ten gere­gelt kriegen!

Jede Ent­schei­dung, die du heu­te triffst, musst du mor­gen nicht mehr treffen.
Wie viele Dinge sind es wirklich, die zu tun sind?

Schließ­lich führst du ein sehr beschei­de­nes, eher zurück­ge­zo­ge­nes Leben? Hast nicht so vie­le Freun­de oder gar so vie­le beruf­li­che Ver­pflich­tun­gen? Oder der einen wich­ti­gen Auf­ga­be mit der aktu­ell höchs­ten Priorität.

War­um kommt es uns also vor, als müss­ten wir zehn­tau­send Din­ge erledigen? 

Das liegt dar­an, dass wir all die uner­le­dig­ten Din­ge als gleich­wer­tig wahr­neh­men.

Sie schwim­men unsor­tiert und in einer HORI­ZON­TA­LEN Linie aus den Tie­fen des Unter­be­wusst­seins nach oben in unser Bewusst­sein. Und sie tun das mit einer gewis­sen Regelmäßigkeit.

Zum Bei­spiel hast du dich heu­te viel­leicht drei Mal dar­an erin­nert“, dass du noch was bei DM kau­fen musst. Das war dann drei Mal der­sel­be Gedan­ke, aber gezählt hast du drei Gedanken.

Und er wird noch x Mal auf­tau­chen, weil du ja immer noch nicht ent­schie­den hast, was in die­ser Ange­le­gen­heit zu tun ist.

Und die schlech­te Nach­richt, wenn du dir gera­de einen Zet­tel holen wolltest: 

Her­kömm­li­che To-Do-Lis­ten wer­den da lei­der auch nichts dran ändern. 

Wie­so?

  1. Weil die Din­ge nur erfasst wer­den ohne sie zu bewer­ten und nach Sta­tus zu ordnen.
  2. Weil danach immer noch unklar ist, was jeweils mit der Sache zu TUN ist (oder wann oder wie).

Ich wür­de die­sen Arti­kel natür­lich nicht schrei­ben, wenn ich den Ret­tungs­ring nicht bereits in der Hin­ter­hand hätte.

SPOI­LER: Es sind nicht halb so vie­le Din­ge, wie du jetzt denkst. Und selbst wenn die Lis­te lang ist – die Hälf­te ist im Grun­de schnell erledigt. 

Und der Rest ist mit einem wei­te­ren Schritt auch abge­hakt.

Nicht nicht mal erle­digt, aber so ver­staut, dass dein Kopf sie los­las­sen kann und du dei­ne Auf­merk­sam­keit dem Hier und Jetzt wid­men kannst.

Ahhh. Riechst du die fri­sche Bri­se? Herr­lich, nicht wahr?

Erst, wenn du KLAR­HEIT hast, was bedeutet:

  • ÜBER­SICHTüber all die Din­ge, die zu tun sind;
  • die INNE­RE RUHE, weil alle Ideen, Kon­zep­te und Viel­leicht-Irgend­wann-Pro­jek­te an EINEM Ort und mit einem Schritt auf­find­bar sind und
  • die SICHER­HEIT, dass kein wich­ti­ger Ter­min, kei­ne Dead­line , kein Jah­res­tag ver­ges­sen wird, weil dein Sys­tem 100% zuver­läs­sig ist und dich zei­tig dar­an erinnert.

Die Kunst, den Geist zur Ruhe kom­men zu las­sen und die Fähig­keit, ihn von allen Küm­mer­nis­sen und Sor­gen frei­zu­hal­ten, ist viel­leicht eines der Geheim­nis­se der gro­ßen Män­ner. 1
Cap­tain J. A. Hatfield

Wie geht es weiter

Auf den fol­gen­den Sei­ten wer­de ich beschrei­ben, wie ich es schaf­fe, mei­nen Kopf frei zu hal­ten und mei­ne Ange­le­gen­hei­ten effi­zi­ent zu erledigen.

Ich wer­de dir Schritt für Schrittzei­gen:

  • Wie du dir einen Über­blick ver­schaffst.
  • Wie du ein zuver­läs­si­ges Abla­ge­sys­tem mit Erin­ne­rungs­hil­fen schaffst und
  • Ange­le­gen­hei­ten sofort in die­ses Sys­tem ein­ord­nest, das genau defi­niert, WAS mit der jewei­li­gen Sache zu tun ist und WIE.
  • Wie du To-Do-Lis­ten hand­lungs­ori­en­tiert schreibst.
  • Wie du alle losen Enden“ (= Ener­gie­vam­pi­re) los wirst, die dei­ne Auf­merk­sam­keit beanspruchen.
  • Nicht zuletzt: Wie du dei­ne all­täg­li­chen Ver­pflich­tun­gen im Blick behältst und ele­gant erle­digst – jetzt und für immer!

Also, auf geht’s:

Margarita
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Fußnoten

  1. Allen, David: Wie ich die Din­ge gere­gelt krie­ge. Selbst­ma­nage­ment für den All­tag, Piper 2009, S. 10.