Symptome

Du fühlst dich…

  • über­for­dert
  • erschöpft
  • macht­los
  • hilf­los
  • getrie­ben (Gefühl, zu wenig Zeit“ zu haben)
  • allein
  • hin und her gerissen
  • unsi­cher
  • ein­sam
  • inner­lich leer

Du bist…

  • depri­miert
  • durch­ein­an­der
  • mut­los
  • melan­cho­lisch
  • selbst­kri­tisch
  • trä­ge
  • unauf­merk­sam
  • unzu­frie­den
  • ver­gess­lich
  • ver­zwei­felt
  • wütend
  • zurück­ge­zo­gen
  • aggres­siv
  • pas­siv (Gefühl, nur noch zu reagie­ren“: gelebt wer­den“ statt selbst­be­stimmt zu leben)

Außer­dem sind die Emp­fin­dun­gen wie die­se lei­der zu vertraut:

  • auf dem Zahn­fleisch gehen“;
  • eine ton­nen­schwe­re Last auf dei­nen Schul­tern“ fühlen;
  • einen Kloß im Hals“ oder
  • einen Stein auf der Brust“ haben;
  • dir ist alles egal“.

Nicht zuletzt bist du bei ande­ren bekannt als

  • der Mie­se­pe­ter“ oder die Schwarz­ma­le­rin“;
  • Zyni­ker
  • die mit dem kur­zen Geduldsfaden;
  • der stän­dig Gereizte;
  • die, mit den sar­kas­ti­schen Bemerkungen.

Diagnose

Das alles sind Sym­pto­me für eine ein­fa­che Tatsache:

Du hast bewusst oder unbe­wusst schon lan­ge aufgegeben.

Eigent­lich glaubst du gar nicht mehr dar­an, dass ein ande­res Leben für dich mög­lich ist. Dass du da irgend­wie raus kommst“.

Mir ist alles zu viel! Ich kann nicht mehr!

…schreist du inner­lich (oder wim­merst lei­se, weil man sowas nicht denkt“).

Wenn du dich so fühlst, dann funk­tio­nierst“ du schon seit Jahren.

Du erfüllst Erwar­tun­gen, machst und tust und schluckst vie­les runter.

Doch ich ver­ra­te dir etwas, dass du dir mer­ken solltest:

Funk­tio­nie­ren kos­tet dop­pelt so viel Ener­gie , wie ein­fach zu leben.

Analyse

Wir spre­chen hier von drei­er­lei, den Ener­gie­räu­bern über­ge­ord­ne­ten, Brem­sen“ gegen die du tag­täg­lich arbei­test, die zusam­men­hän­gen und mit­ein­an­der wechselwirken:

  • Psy­chi­sche Kraftlosigkeit
  • Inne­re Widerstände
  • Kör­per­li­che Beschwerden

Psychische Kraftlosigkeit

Energieräuber: Negative Glaubenssätze

(„ich bin schlecht“)

Wir haben in unse­rem Leben nicht nur begrenzt Zeit. Auch unse­re Ener­gie ist nicht endlos. 

Im Lau­fe der Jah­re wird – je nach­dem gegen wie vie­le inne­re und äuße­re Wider­stän­de Her­aus­for­de­run­gen wir (an)kämpfen muss­ten – unser Gläs­chen mit den Ener­gie­punk­ten immer leerer.

Gleich­zei­tig kann man sagen, dass jeder von uns im Grun­de schon ab dem ers­ten Lebens­jahr unter­schied­lich vie­le Ener­gie­punk­te in sei­nem Glas hat:

Je nach­dem eben, inwie­weit die Eltern (bzw. Bin­dungs­per­so­nen) dei­ne natür­li­chen (und dir zuste­hen­den!) kind­li­chen Bedürf­nis­se erfüllt, Emo­tio­nen bestä­tigt, sie als eigen­stän­di­gen Men­schen ernst genom­men, mit Respekt behan­delt, durch Wut­aus­brü­che und emo­tio­na­le Kri­sen beglei­tet und in allen Lebens­la­gen Ver­ständ­nis gezeigt haben - oder eben nicht.

Danach fol­gen unter­schied­lichs­te Prä­gun­gen, die sich in Form nega­ti­ver Glau­bens­sät­ze mani­fes­tie­ren und fort­an am Ener­gie­r­aub beteiligen.

Von unse­ren Eltern (Bin­dungs­per­so­nen) über­neh­men wir:

  • wie wir mit unse­ren Emo­tio­nen umgehen
  • unse­re Werte
  • das Welt­bild
  • grund­sätz­li­che Überzeugungen
  • was gut“ und was schlecht“ und was böse“ ist
  • was man macht und was man nicht macht
  • wie wir mit Pro­ble­men umgehen
  • wer Feind ist und wer Freund

Sie prä­gen auch unser Selbst­bild – sind wir gut/​schlecht/​böse/​schüchtern/​schlau/​ein Dummkopf/​nicht die Hellste/​gut in../schlecht in../begabt in../untalentiert/fett/unweiblich/unmännlich/besonders/wertlos/tollpatschig/ungelenk/peinlich/unansehnlich/eine Belastung/​usw.

– Sie for­men damit maß­geb­lich auch unse­re Wün­sche, Träu­me, Sehn­süch­te.

Im Posi­ti­ven wer­den wir dank unse­rer ins­be­son­de­re früh­kind­li­chen Prä­gun­gen zu selbst­si­che­ren, posi­ti­ven, opti­mis­ti­schen, selbst­be­stimm­ten, muti­gen, krea­ti­ven und schöp­fe­ri­schen Men­schen, die sich als selbst­wirk­sam erfah­ren und sich als Autor ihres Lebens betrach­ten und daher inner­lich ruhig und aus­ge­gli­chen sind (die meis­te Zeit jeden­falls, denn jeder hat Höhen und Tie­fen im Leben). 

Dies pas­siert, wenn wir unse­re Bedürf­nis­se und Emo­tio­nen ernst genom­men und wir als Men­schen respekt­voll behan­delt und geach­tet wur­den. Dann ist unser Unter­be­wusst­sein gut aus­ge­rüs­tet mit hilf­rei­chen, ermu­ti­gen­den, posi­ti­ven Glau­bens­sät­zen. Klar, sind auch nega­ti­ve dabei, aber es hält sich min­des­tens die Waa­ge. Doch um sie geht es hier nicht. Die lesen nicht sol­che Artikel 😉

Im Nega­ti­ven wol­len wir ihnen“ (und damit im Grun­de uns selbst!) unser Leben lang bewei­sen“, dass wir doch

  • schön sind (bei Mäd­chen auch dünn“ genug);
  • was wert sind;
  • mutig sind;
  • schlau sind;
  • usw.

Energieräuber: Überkompensation

(„ich beweise es“)

Das führt lei­der zu oft zu Über­kom­pen­sa­tio­nen mit der Fol­ge der Selbst­zer­stö­rung auf lan­ge Sicht (sich im Sport/​Wettkämpfen ver­aus­ga­ben, hun­gern, bis zur völ­li­gen Erschöp­fung etwas leis­ten“, usw.).

Du über­kom­pen­sierst wahr­schein­lich, wenn du:

  • dich über­for­dert fühlst
  • stän­dig ange­spannt bist
  • inner­lich getrie­ben bist
  • abso­lut nicht geer­det bist
  • dich über­las­tet fühlst
  • dir kei­ne Ruhe­pau­se zuge­ste­hen kannst
  • das Gefühl hast, zu ersticken
  • stän­dig wei­nen könntest
  • außer Arbeit/​Training/​Üben nichts ande­res tust
  • depres­siv bist
  • dich selbst ver­letzt
    (auch zu wenig essen und sich nichts gön­nen bzw. Essen und Beloh­nun­gen an Bedin­gun­gen zu knüp­fen, zählt dazu)
  • dich selbst runtermachst

Zu den kör­per­li­chen Sym­pto­men kom­me ich am Ende des Bei­trags. Denn eine dau­ern­de psy­chi­sche Über­for­de­rung und das sich selbst als Feind“ begrei­fen, gegen den man täg­lich kämp­fen“ muss, den man dis­zi­pli­nie­ren“ (z.B. kalt duschen) und bestra­fen“ (z.B. Abend­essen aus­fal­len las­sen u.ä.) muss, schlägt sich defi­ni­tiv irgend­wann auf kör­per­li­cher Ebe­ne nieder.

Die Insti­tu­tio­nen – also unse­re Erfah­run­gen in Schu­le, Stu­di­um und Beruf – ver­tie­fen die vor­han­de­nen Prä­gun­gen noch wei­ter (Regres­si­ons­fal­le1).

Am Ende die­ser lan­gen Rei­se haben wir einen Kopf voll von inne­ren Stim­men, die unser Leben mal lei­se aus dem Hin­ter­grund, mal ziem­lich ohren­be­täu­bend, kom­men­tie­ren.

Ja, hör mal in dich hinein: 

Wer spricht denn da?

Spoi­ler: 80% sie und etwa 20% du.

Prä­gun­gen for­men also unser Selbst­bild und die ehe­mals ech­ten Stim­men der Prä­gen­den, ver­in­ner­li­chen wir, sodass sie fort­an als inne­re Stim­me unser Leben (nega­tiv) kom­men­tie­ren – und zwar im sel­ben Ton und mit den­sel­ben Begrif­fen wie zu Kin­der- und Jugendzeiten.

Laut Stu­di­en klingt, was du da tag­ein, tag­aus hörst, meist so:

  • ich kann das NICHT
  • das schaf­fe ich NIE
  • ich bin NICHT schlau genug“
  • ich bin NICHT hübsch genug“
  • ich wer­de NIE…“
  • usw.

Eins muss dir klar sein: wenn du dich als Opfer siehst und fühlst, dann ist das ein Pro­gramm.

Ob du denkst, du kannst es, oder du kannst es nicht: Du wirst auf jeden Fall recht behal­ten.Hen­ry Ford

Und auf der ande­ren Seite:

If you can dream it, you can do it. Walt Dis­ney

Wuss­test du, dass 90% dei­ner Ent­schei­dun­gen auf dei­nem Unter­be­wusst­sein basieren?

Die Macht des Unbe­wuss­ten ist gewaltig.
Ger­hard Roth,Neu­ro­wis­sen­schaft­ler

Nur 0,1 Pro­zent des­sen, was das Gehirn gera­de tut, wird uns bewusst, so der Stand der aktu­el­len For­schung. 99,9% ver­ar­bei­tet das Gehirn unbewusst. 

Im Jahr 2005 ver­öf­fent­lich­te die Natio­nal Sci­ence Foun­da­ti­on einen Arti­kel, in dem die For­schung zum The­ma Gedan­ken zusam­men­ge­fasst war. Dort hieß es, dass wir durch­schnitt­lich zwi­schen 12.000 bis 60.000 Gedan­ken am Tag haben. Doch das eigent­lich inter­es­san­te war fol­gen­de Feststellung:

  1. 80% unse­rer Gedan­ken waren nega­tiv
  2. 95% waren exakt die­sel­ben Gedan­ken, die wir schon ges­tern hatten

Unser Gehirn spielt also mit Vor­lie­be aus­ge­rech­net nega­ti­ve Gedan­ken in Dau­er­schlei­fe ab.

Eine Stu­die des kli­ni­schen Psy­cho­lo­gen Robert L. Lea­hy von der Cor­nell Uni­ver­si­ty aus dem­sel­ben Jahr stell­te ergän­zend fest, dass 

  1. 85% der Din­ge, vor denen wir Angst haben, nie­mals pas­sie­ren und
  2. die 15% der Befürch­tun­gen, die ein­tra­fen, waren ent­we­der gar nicht so schlimm wie gedacht oder eine wert­vol­le Erfah­rung, fan­den 80% der Befragten.

Sie hal­ten fest:

97% unse­rer Ängs­te und Sor­gen sind grund­los und die Frucht unse­rer nega­ti­ven Glaubenssätze.

Puh.

Las­sen wir das erst­mal sacken.


Innere Widerstände

Energieräuber: Innerer Widerstand

(„ich will, aber ich kann nicht“)

Nun kommt der vier­te Ener­gie­räu­ber und das ist *Trom­mel­wir­bel*: der inne­re Wider­stand (man­chen bes­ser bekannt als inne­rer Schweinehund“).

Wenn du zu 80% aus nega­ti­ven Gedan­ken und Kom­men­ta­ren bestehst, ist es nur eine logi­sche Fol­ge, dass alles, was du tun und anfan­gen und ver­än­dern willst, die­sem Wider­stand anheim fällt.

Etwas zu tun, etwas anzu­fan­gen, kos­tet uns Ener­gie, Din­ge zu ver­än­dern“, kos­tet noch­mal extra.

Du ver­bal­lerst aber min­des­tens die Hälf­te dei­ner Ener­gie noch vor dem Auf­ste­hen, genau­er: mit dem ers­ten Gedan­ken nach dem Auf­wa­chen, wenn du gera­de dei­ne Augen öffnest. 

(Sofern er nicht gera­de: Oh ja! Ein neu­er Tag – voll neu­er Her­aus­for­de­run­gen, Son­nen­schein und neu­er Mög­lich­kei­ten, Juhuu! lautet.)

Und mit dem Rest schleppst du dich in die Küche zur Kaf­fee­ma­schi­ne (oder ins Kin­der­zim­mer oder mit Kind zur Kaf­fee­ma­schi­ne). Danach geht es wei­ter mit der täg­li­chen Rou­ti­ne. Das Gedan­ken­ka­rus­sel dreht sich der­weil schon wie­der mun­ter – und du ver­lierst wei­ter einen Ener­gie­punkt nach dem anderen.

Bis Mit­tag ist kaum noch etwas übrig.

  • Was für neue Herausforderungen“?
  • Was für neue Gewohnheiten“?
  • Was für neue Möglichkeiten“?

Die ein­zi­gen zwei Fra­gen, die du dir stellst, sind:

Wie schaf­fe ich es, noch bis zum Abend durchzuhalten?

Und

Wann darf ich end­lich wie­der ins Bett?

Energieräuber: Persönlichkeitstyp

(„sozial sein laugt mich aus“)

Hin­zu kommt dann noch eine wich­ti­ge Tat­sa­che, die uns oft abso­lut nicht bewusst ist:

Schon unter Leu­ten zu sein ohne etwas zu tun oder tun zu müs­sen (z.B. einen Vor­trag hal­ten), laugt bestimm­te Per­sön­lich­keits­ty­pen aus. Wenn dann noch ein Vor­trag hin­zu kommt, brau­chen sie Tage oder gar Wochen, um ihre Bat­te­rien wie­der aufzuladen.

Ich spre­che von den Intro­ver­tier­ten. Dem in sich gekehr­ten“ Persönlichkeitstyp.

Jeden Per­sön­lich­keits­typ laugt etwas ande­res aus. Dabei haben es aber die Intro­ver­tier­ten in unse­rer Gesell­schaft beson­ders schwer. 

Von klein auf ler­nen sie, die Lau­ten, die Gro­ßen und die Star­ken, die, die sich her­vor­tun und Auf­merk­sam­keit erre­gen (durch ihre ihnen ange­bo­re­nen Eigen­schaf­ten), zu ver­eh­ren (über­spitzt formuliert).

Schon Klein­kin­dern wird aller­orts ver­mit­telt, dass man, um aner­kannt und respek­tiert zu wer­den, um etwas wert“ zu sein, so sein muss wie die­se Men­schen, die uns als Vor­bil­der prä­sen­tiert werden.

Sie wach­sen mit die­ser Erwar­tungs­hal­tung auch so zu sein oder so wer­den zu müs­sen auf und so füh­len sie sich jah­re­lang unge­nü­gend“, falsch“, wie ein Alien“. 

Unse­re Schu­le, unse­re Insti­tu­tio­nen und die geschätz­ten Beru­fe sind dar­auf aus­ge­rich­tet, die nach außen Selbst­be­wuss­ten, die Prah­ler, die Ehr­gei­zi­gen und Lau­ten“, also all jene, die auf sich auf­merk­sam zu machen wis­sen, zu belohnen.

(Dabei glän­zen sie nur all­zu oft durch lee­re Wort­wie­der­ho­lun­gen des Lehrers/​Vorgesetzten oder All­ge­mein­plät­ze als durch inhalt­lich tie­fe Erkennt­nis­se und ech­tes Wis­sen).

Unfai­res Sys­tem: 50% der Note fällt auf die münd­li­che Mit­ar­beit. Lei­se“ Fächer wie Kunst und Musik als Leis­tungs­kur­se gibt es nicht. Grup­pen­ar­beit wird immer beliebter.

Ange­bo­re­ne Eigen­schaf­ten der Extro­ver­tier­ten wer­den auto­ma­tisch bei der Noten­ver­ga­be posi­tiv berück­sich­tigt, wäh­rend Intro­ver­tier­ten nahe­ge­legt wird, doch bit­te im nächs­ten Quar­tal die gesam­te Per­sön­lich­keit zu ver­än­dern und damit das drei­fa­che an Ener­gie auf­zu­wen­den, wie ihre laut­star­ke, selbst­be­wuss­ten Mit­schü­ler – was dann nicht hono­riert wird. Statt­des­sen heißt es geht doch X, jetzt hast du erfolg­reich die Min­dest­an­for­de­run­gen erfüllt“.

Das zieht sich durch unse­re Gesell­schaft und durch alle Berufe. 

Die­je­ni­gen, die gern im Mit­tel­punkt ste­hen, wer­den idea­li­siert - viel­leicht gera­de von den Intro­ver­tier­ten, die aus fal­scher Prä­gung und Über­kom­pen­sa­ti­on her­aus eben die­se Eigen­schaf­ten so ver­eh­rens­wert finden. 

Und ihre Kin­der, die mit­be­kom­men wie ihre Eltern (die nicht wis­sen, dass sie als Intro­ver­tier­te ande­re, genau­so lobens­wer­te Eigen­schaf­ten besit­zen) offen­bar die­se spe­zi­el­len Eigen­schaf­ten bewun­derns­wert fin­den, woll­ten (teils bewusst, teils unbe­wusst) dann auch so wer­den. Oder sie den­ken, sie müss­ten so sein, um von ihren Eltern geliebt, respek­tiert und geach­tet zu wer­den. Man­che Eltern for­dern es sogar von ihren Kin­dern, weil sie das bes­te“ für sie wol­len und das bes­te ist, so haben sie gelernt, extro­ver­tiert zu sein. 

Die­ses The­ma ist nicht damit abzu­tun, die­sen Umstand nur anzu­pran­gern und die Extro­ver­tier­ten zu ver­dam­men. Abge­se­hen davon, dass Extro­ver­tier­te umge­kehrt ein­ge­hen“ und in eine Depres­si­on, die erschöp­fend ist und hand­lungs­un­fä­hig macht, abdrif­ten kön­nen, wenn sie zu lan­ge gezwun­gen sind, allei­ne zu sein, ist es eine natür­li­che, evo­lu­ti­ons­be­ding­te Ent­wick­lung.

Bedau­erns­wert dar­an ist nur, dass im Zuge des­sen völ­lig ver­ges­sen“ wur­de, sei­nen Kin­dern wei­ter­zu­ge­ben, dass die Lei­sen“ über essen­ti­el­le, für die Gesell­schaft min­des­tens genau­so wich­ti­ge, ehrens- und ach­tens­wer­te Eigen­schaf­ten besit­zen, wie die Lau­ten“.

Hin­ter vie­len Gro­ßen Män­nern und Frau­en, ste­hen lei­se Per­sön­lich­kei­ten. Sie tum­meln sich meist hin­ter den Kulis­sen und hin­ter vie­len Gro­ßen“ Män­nern und Frau­en, ste­hen lei­se Per­sön­lich­kei­ten. Sie über­neh­men das stra­te­gi­sche, lang­sa­me Den­ken, sie sind die Crea­ti­ve Direc­tors, die Tau­cher, die die Details ergrün­den und immer tie­fer und tie­fer ein­tau­chen – egal in wel­cher Bran­che und auf wel­chem Gebiet.

Ide­al wäre ein Geben und Neh­men, ein bewuss­tes Mit­ein­an­der, das in der Gesell­schaft als sol­ches bewusst ange­strebt wird und prä­sent ist. Damit unse­re Kin­der sehen und ler­nen, wie es wirk­lich ist, dass es zwei Per­sön­lich­keits­ty­pen gibt, die sich unter­schei­den, die aber gleichwert sind und auch so behan­delt und wahr­ge­nom­men werden.

So aber ent­steht ein Teu­fels­kreis, der sich durch die Genera­tio­nen zieht:

Als lei­ser Mensch bist du stän­dig erschöpft. 🙁

Energieräuber: Richtungslosigkeit

(„ich bin machtlos“)

Dadurch, dass wir uns von klein auf als grund­sätz­lich nicht in Ord­nung“, unnor­mal“ und anders“ begrif­fen, haben sich die einen so gut es ging ange­passt, um dazu­zu­ge­hö­ren, die ande­ren haben sich abge­kap­selt und in sich zurück gezogen.

In bei­den Fäl­len ging etwas ver­lo­ren: eine wun­der­vol­le, ein­zig­ar­ti­ge Per­sön­lich­keit. Ein zar­tes Licht, das wei­te Wel­len hät­te schla­gen können. 

Noch fata­ler ist, dass man durch jah­re­lan­ges sich anpas­sen, irgend­wann gar nicht mehr genau weiß, wer man selbst eigent­lich ist. 

Ich will authen­tisch sein – aber wer ist die­ses Ich“?

Es ist schwer zu unter­schei­den: gehe ich auf die Par­ty, weil ich es will oder weil ich es gewohnt bin, zu gehen? 

Ande­rer­seits: wenn ich zu Hau­se blei­be – ist es ok und ich genie­ße die Zeit allein – oder mache ich mich dafür run­ter und habe ein schlech­tes Gewissen?

Das kann soweit gehen, dass man den fal­schen Part­ner wählt, den fal­schen Beruf und so ein fal­sches Leben“ führt. Falsch ist es, wenn das Leben aus Rou­ti­nen besteht, die sich in all­täg­li­chen Erle­di­gun­gen erschöpfen.

Du schläfst.
Du stehst auf.
Du ziehst dich an.
Du putzt dir die Zähne.
Du machst Früh­stück / trinkst Kaffee / …
Du gehst duschen.
Du machst dich fertig.
Du wäschst die Wäsche.
Du wischst den Boden.
Du isst.
Du räumst die Spül­ma­schi­ne ein/​aus.
Du bringst dei­ne Kin­der zum Sport / Klavierunterricht / …
Du bezahlst Rechnungen.
Du gehst auf die Weihnachtsfeier.
Du besorgst Geschenke.
Du beant­wor­test E‑Mails.
Du machst Abendessen.
Du räumst auf.
Du putzt dir die Zähne.
Du gehst schlafen.
Und wie­der von vorn.

Man könn­te noch hinzufügen:

Du liest ein Kapi­tel eines Buches.
Du übst eine Stun­de Klavier.
Du bas­telst 20 Minu­ten lang an einer Holzeisenbahn.
Usw.

Zwei­fel­los sind das essen­ti­el­le Din­ge, die auch getan wer­den soll­ten.

Auch kann das alles an und für sich, wenn es acht­sam und prä­sent getan wird, erfül­lend sein. 

Es kommt immer auf die Qua­li­tät des Tuns an.

Und die Qua­li­tät hängt davon ab, ob wir uns die Tätig­keit selbst­be­stimmt aus­ge­sucht haben – oder ob es eine uns auf­er­leg­te Pflicht dar­stellt, die wir größ­ten­teils geis­tes­ab­we­send und robo­ter­haft erle­di­gen – das gilt für’s Kla­vier üben genau­so wie für’s Putzen.

Wenn du in dich gehst und merkst, dass du dich immer öfter fragst:

Soll das etwa alles sein?

Dann ist das offen­sicht­lich kei­ne selbst­ge­wähl­te, selbst gestal­te­te und frei­wil­lig und ger­ne aus­ge­führ­te Rou­ti­ne – son­dern das Gefäng­nis“ namens Hams­ter­rad.

Feh­len­de Auf­merk­sam­keit ver­leug­net das Leben – ob man nun Fens­ter putzt oder sich bemüht, ein Meis­ter­werk zu schreiben.“
Zitat von Nadia Bou­lan­ger (1887 bis 1979), fran­zö­si­sche Kom­po­nis­tin, Pia­nis­tin, Diri­gen­tin, Musik­theo­re­ti­ke­rin und –päd­ago­gin).

Du tust es, weil du es musst, um alles am Lau­fen und zusam­men zu halten.
Du tust es, weil du kei­ne ande­re Wahl hast (oder zumin­dest denkst du, dass du kei­ne hast).

Du fühlst dich wie ein Spiel­ball der Umstän­de. Du bist in einer Sack­gas­se. Fühlst dich macht­los. Die Sta­gna­ti­on zer­mürbt dich mit den Jahren.

Wenn du über­haupt noch inne­re Stim­men hörst, so ver­stum­men die nega­ti­ven auch bald und es bleibt nur stil­le Resi­gna­ti­on. Eine inne­re Lee­re, die nicht die ist, die wir suchen, die befrei­en­de, wenn alles erle­digt und geord­net ist und man sich plan­vol­len Schrit­tes in die selbst­ge­wähl­te Rich­tung bewegt.

Nein. Es ist die stump­fe Stil­le des Still­stands, die gleich­zei­tig so ener­gie­r­au­bend ist, wie ein nim­mer­sat­tes schwar­zes Loch.

Es soll­te zum Lehr­plan gehö­ren, Men­schen bei­zu­brin­gen, regel­mä­ßig in sich zu gehen. Regel­mä­ßig nach innen zu schau­en und sich zu fragen:

  • Wel­che Wer­te sind mir wich­tig und warum?
  • Wel­che Zie­le habe ich und warum?
  • Wo auf der Stre­cke bewe­ge ich mich gera­de – bin ich noch auf der rich­ti­gen Spur?
  • In wel­che Rich­tung will ich gehen und warum?
  • Wo ste­he ich gera­de im Leben?
  • Ist das im Ein­klang mit mei­nen Werten?
  • Wie füh­le ich mich?
  • Wie füh­le ich mich körperlich?
  • Was wür­de ich ger­ne ändern?
  • Wie will ich leben?
  • Wie soll­te mein All­tag aussehen?

Das sind die grund­sätz­li­chen Fra­gen, Schlüs­sel­fra­gen, deren Ant­wort bestimmt:

  • was für ein Leben du führst und füh­ren wirst,
  • wie dei­ne Lebens­qua­li­tät ist und in Zukunft sein wird.
  • Ob du glück­lich und zufrie­den bist oder unglück­lich und deprimiert.
  • Ob du dich als Spiel­ball“ emp­fin­dest oder als selbst­be­stimmt und selbstwirksam.
Mer­ke dir eins: Wich­tig ist, wie du dich fühlst. Dein Bauch­ge­fühl hat was die Rich­tung angeht, in die du dich bewegst, immer recht. Und wenn dir mul­mig ist, dann ist etwas im Argen und höchs­te Zeit, mal nach innen zu schauen!

Körperliche Beschwerden

Energieräuber: Psychosomatik

(„mir tut alles weh“)

Und wenn du dich bis hier­her gekämpft hast, dann fühlst du sicher (noch mehr) die Schwe­re auf dei­ner Brust und musst viel­leicht erst­mal tief durchatmen.

Genau.

Das war jetzt eine lan­ge Ansamm­lung an wirk­lich depri­mie­ren­den“ Gedan­ken oder eher Tat­sa­chen, die, wenn man sich das alles so vor Augen führt, ganz schön schwer auf den Schul­tern lasten. 

Wenn du dich also in meh­re­ren die­ser Punk­te wie­der fin­dest und ein Häk­chen machen kannst, dann sind dir wahr­schein­lich auch die fol­gen­den Sym­pto­me auf der kör­per­li­chen Ebe­ne nicht fremd:

  • Kopf­schmer­zen
  • Sod­bren­nen
  • Ver­dau­ungs­pro­ble­me
  • Schlaf­man­gel
  • Mat­tig­keit, Erschöp­fung, Trägheit
  • Libi­do­ver­lust
  • Zu viel oder zu wenig Appetit
  • Hoher Mus­kel­to­nus, Angespanntheit
  • Nacken­schmer­zen
  • Rücken­schmer­zen

Wir bewe­gen uns hier in der Umlauf­bahn der Organ­spra­che“.

Es ist so, dass unser Geist und unser Kör­per eine unzer­trenn­li­che, sich gegen­sei­tig durch­drin­gen­de und ver­netz­te Ein­heit bilden. 

Wenn es uns schlecht geht und wir viel Nega­ti­ves im Leben hin­un­ter­schlu­cken“, ohne uns damit aus­ein­an­der­zu­set­zen und Kno­ten zu lösen, dann staut sich das an und irgend­wann bricht der Damm. Nicht nur psy­chisch, indem wir aus der Rol­le“ fal­len und wütend explo­die­ren“ oder lei­se implo­die­ren“. Son­dern auch körperlich.

Unser Kör­per will am Leben blei­ben, solan­ge wie möglich.

Lan­ge Zeit unglück­lich oder resi­gniert zu sein, stärkt nicht gera­de die Lebens­kräf­te. Die Lebens­en­er­gie sinkt dra­ma­tisch und wenn ein bestimm­ter Grenz­wert erreicht ist, wird das Unter­be­wusst­sein anfan­gen, Signa­le an die Ober­flä­che (dein Bewusst­sein) zu senden.

Wenn du das lan­ge Zeit igno­rierst, kommt die nächs­te Stu­fe: Die schwächs­te Stel­le dei­nes Kör­pers wird gleich­sam als Por­tal genutzt, um in Form einer kör­per­li­chen Mani­fes­ta­ti­on dei­nes kran­ken see­lisch-geis­ti­gen Zustands LAU­TER zu dir zu spre­chen, in der Hoff­nung, zu dir durch­zu­drin­gen und dich zu einer Kehrt­wen­de zu bewegen.

Die ers­ten Weh­weh­chen tau­chen auf.

Es lohnt sich, einen Blick auf Web­sei­ten und in Bücher zu wer­fen, die sich dem The­ma wid­men, wie Krank­heit als Sym­bol von Rüdi­ger Dah­l­ke oder dem Blog Organ­spra­che, hier z.B. der Arti­kel zu Fibro­my­al­gie oder zum Magen. Dort heißt es z.B.:

Der Magen – (…) Er nimmt alles auf, was wir schlu­cken, sei es kör­per­lich oder psy­chisch. Unter ande­rem: Belei­di­gun­gen, Ver­let­zun­gen ver­ba­ler Art, Unter­drü­ckung, unge­rech­te Behand­lung, Demü­ti­gun­gen, Wut, Groll, Kum­mer, Krän­kun­gen usw. (…) Also, wenn unse­re Bedürf­nis­se und Wün­sche in Kon­flikt mit unse­rem all­täg­li­chen Leben gera­ten, bekom­men wir Magen­pro­ble­me. (M)ögliche see­li­sche-psy­chi­sche Ursa­chen:
  • du bist inner­lich unru­hig, selbst­zer­stö­re­risch und sehr selbst­kri­tisch… (Opfer­rol­le);
  • (…) du bist gereizt und wütend auf etwas oder jeman­den, das oder den du nicht ver­dau­en“ kannst;
  • du fühlst dich nicht akzep­tiert und angenommen;
  • (…) du tust vie­le Din­ge, um ande­ren zu gefal­len und zum Wohl der Gemeinschaft;
  • du mutest dir zu viel zu;
  • du bist unfä­hig Kri­tik zu akzep­tie­ren, zu ver­ar­bei­ten und zu ver­dau­en“; das­sel­be gilt auch für alle geis­tig-see­li­schen Pro­ble­me, die du hast;
  • (…) du bist schnell ver­är­gert, wütend, aggres­siv bzw. sau­er auf jeman­den (Säu­re greift ein, ätzt, beißt, zersetzt);
  • Du schluckst dei­ne Emo­tio­nen run­ter, statt sie herauszulassen…
  • (D)u hast das Bedürf­nis nach Lie­be, fühlst dich ungeliebt (…).
  • (D)u kannst nega­ti­ve Momen­te aus dei­ner Ver­gan­gen­heit nicht loslassen.
  • Usw.

In die­se Rich­tung geht es. Zum Teil zeu­gen alte Redens­ar­ten von dem intui­ti­ven Wis­sen um die­se Zusam­men­hän­ge zwi­schen Psy­che und Kör­per, wie:

  • Darm: sich etwas ver­knei­fen; etwas nicht ver­dau­en können;
  • Gelen­ke: wer ras­tet, der ros­tet; in die Knie gehen;
  • Magen: etwas schlägt auf den Magen; das Essen liegt wie ein Stein im Magen; etwas dreht einem den Magen um; etwas in sich hin­ein fres­sen; ein flau­es Gefühl im Magen haben;
  • Usw.

Psy­cho­so­ma­ti­sche Erkran­kun­gen sind so gefähr­lich, weil sie sich ver­selbst­stän­di­gen kön­nen und zu ernst­haf­ten Erkran­kun­gen füh­ren. Auch hier passt näm­lich die Ana­lo­gie mit dem Samen:

Der ers­te kör­per­li­che Aus­druck (Mani­fes­ta­ti­on) dei­nes inne­ren Leids oder dei­ner Blo­cka­den, ist das ers­te Samen­korn. Je lau­ter dein Unter­be­wusst­sein zu dir spre­chen muss, also je schlim­mer und augen­schein­li­cher dein Weh­weh­chen wird, umso mehr wird aus dem Samen­korn eine Pflan­ze, die Wur­zeln lässt. 

Irgend­wann sind die Wur­zeln so tief – die Pflan­ze kann längst ver­dorrt sein (die ner­vi­ge Kol­le­gin wur­de ver­setzt, du bist nicht mehr dau­ernd ange­spannt oder wirst nicht mehr gemobbt), aber die Wur­zeln näh­ren die alte Wunde. 

Sol­che Din­ge gilt es auch zu beach­ten, beson­ders, wenn man sich ohne­hin schon fragt: 

War­um pas­siert aus­ge­rech­net mir sowas?

Und

War­um geht das nicht weg, ich habe schon alles durch?

In die­sem Fall lohnt es sich immer, etwas tie­fer zu gra­ben oder sich Unter­stüt­zung zu holen. Manch­mal sehen Außen­ste­hen­de mehr als wir selbst in unse­rer Bla­se. Und Din­ge, die für uns all­täg­lich und gewöhn­lich sind, sind es für ande­re nicht, wes­halb sie ihnen auf­fal­len und uns nicht.

Der ers­te Schritt kann sein, ein­fach ein Blatt Papier zu neh­men und alles run­ter zu schrei­ben, was einen inner­lich belas­tet – und auch da immer tie­fer zu gra­ben, immer wei­ter zu schrei­ben, bis nichts mehr hoch kommt. (Genau­so, wie ich es hier beschrei­be, wo es dar­um geht, wie man sei­ne Ängs­te in Schach hal­ten kann.) 

A pro­pos Ängs­te: dau­ern­de Über­for­de­rung (= Cor­tisol­über­schuss) kann sich auch als Angst­stö­rung mani­fes­tie­ren, genau­so wie sie zum zwang­haf­ten Ver­hal­ten füh­ren kann, im Ver­such, die man­geln­de Kon­trol­le in sei­nem Leben zu kompensieren. 

Die Lösung des Dilem­mas ist immer die­sel­be und ich kom­me im Fazit dar­auf zu sprechen.


Fazit
— Was tun?

Nun weißt du, wo dei­ne Ener­gie hin geht und war­um du so erschöpft bist. Das, was übrig bleibt, ist dein Basis-Ener­gie­le­vel und von die­sem wird täg­lich zusätz­lich Ener­gie abge­zo­gen, von:

  • Strei­te­rei­en
  • Bezie­hungs­kri­sen
  • Kin­der (Trotz­pha­sen)
  • Uner­le­dig­tes (To-Do-Lis­ten)
  • Fami­liä­re Verpflichtungen
  • Beruf­li­che Herausforderungen
  • Prü­fun­gen
  • Haus­halt, Hausarbeit
  • Finan­zi­el­le Sorgen
  • Krank­heit
  • Usw.

Wenn dir dann noch die Haus­ar­beit über den Kopf wächst und sich die Din­ge von selbst zu ver­viel­fäl­ti­gen schei­nen; wenn du zu Hau­se nicht ent­span­nen und zur Ruhe kom­men kannst, son­dern das Gefühl hast, zu ersti­cken – dann ist das kein Zustand, den man län­ge­re Zeit tole­rie­ren und dabei gesund blei­ben (psy­chisch wie kör­per­lich) kann.

Lösungen

Ordnung zu Hause (ausmisten)

Ein ers­ter Schritt kann es sein, Außen anzu­fan­gen und die Woh­nung aus­zu­mis­ten. Um sich dabei nicht wie­der zu über­for­dern, gilt es plan­voll vor­zu­ge­hen, wie ich es hier beschrei­be.

Die Vor­tei­le sind:

  1. Das Gefühl, die Kon­trol­le wie­der zu gewin­nen (Selbst­wirk­sam­keit);
  2. Das beflü­geln­de Gefühl einer sau­be­ren, atmen­den“ Wohnung;
  3. Die Gewiss­heit und den Beweis, dass du etwas ver­än­dern kannst;
  4. Posi­ti­ve Energie;
  5. Weni­ger Hausarbeit;
  6. Weni­ger nega­ti­ve Gedan­ken, wie Schuldgefühle;
  7. Gutes Gefühl, ande­ren zu hel­fen (wenn du aus­sor­tier­te Din­ge spen­dest, ver­schenkst oder verkaufst;
  8. Es kann als Stein des Ansto­ßes“ wir­ken, dich moti­vie­ren, wei­te­re Din­ge in dei­nem Leben anzu­pa­cken und zu verändern.

    Neben­bei hast du weni­ger auf­zu­räu­men und zu put­zen und sparst so täg­lich Ener­gie ein. Und dadurch, dass der Zustand der Woh­nung und bestimm­te Gegen­stän­de dar­in dich nicht mehr unter­grün­dig belas­ten, sparst du eben­falls Ener­gie­punk­te ein.

    Viel­leicht hast du dann Lust, noch einen Schritt wei­ter zu gehen und ein rich­tig gemüt­li­ches Heim zu gestal­ten. Da ist ja nun viel Platz, den (spar­sam) mit Din­gen aus­stat­ten kannst, die in dir ein posi­ti­ves, war­mes Gefühl her­auf­be­schwö­ren: eine schö­ne Duft­ker­ze, ein schö­nes (selbst­ge­mal­tes?) Bild oder die Bil­der dei­ner Kin­der (schau dir die tol­len Inspi­ra­tio­nen auf Pin­te­rest an!), dein Lieb­lings­buch, eine Kaf­fee- oder Tee-Ecke, ein schö­nes Tisch­tuch, eine schö­ne Pflan­ze – und unter­schät­ze nie­mals die auf­mun­tern­de Wir­kung fri­scher Schnitt­blu­men!

    Ordnung im Kopf (I) – deinen Kopf ausmisten

    Ein ers­ter oder zwei­ter Schritt kann es sein, dei­nen Kopf aus­zu­mis­ten, wie ich es hier beschrei­be.

    Nichts ent­zieht einem so sehr die Lebens­en­er­gie schon beim ers­ten mor­gend­li­chen Augen­auf­schlag, wie der dif­fu­se Gedan­ke an all die Din­ge, die noch zu erle­di­gen sind und die knap­pe Zeit, die dafür zur Ver­fü­gung steht. 

    Da die Mas­se ohne­hin zu groß ist, um sie auch nur in die­sem Jahr abzu­ar­bei­ten – geschwei­ge denn die­se Woche oder HEU­TE – könn­te man im Grun­de auch ein­fach im Bett blei­ben und sich gar nicht erst bemü­hen – wir wis­sen alle, wie das endet (#pro­kras­ti­na­tor *hust*).

    Solan­ge du den Kopf in den Sand steckst – wächst das To-Do-Lis­ten-Mons­ter zu über­di­men­sio­na­ler Grö­ße an und die­ser Gedan­ke, saugt ein­fach dei­ne gesam­te ver­blie­be­ne Rest-Tages-Ener­gie auf. 

    Eins sei gesagt: solan­ge du dich nicht ein Mal hin­ge­setzt, und wirk­lich bis auf den letz­ten Rest, ALLES was in dei­nem Kopf an Uner­le­dig­tem, an Ideen und Ver­pflich­tun­gen her­um­schwirrt, auf­ge­schrie­ben hast, weißt du nicht, ob es sich wirk­lich schon um ein Mons­ter han­delt – oder ob es sogar recht über­schau­bar ist.

    Erst, wenn du dei­ne ver­meint­li­che“ To-Do-Lis­ten-Box im Kopf umdrehst und all die klei­nen To-Do’s vor dir in Schwarz auf Weiß auf dem Papier aus­ge­brei­tet siehst – weißt du über­haupt was davon tat­säch­lich zu Erle­di­gen­des“ ist und wo du kon­kret etwas unter­neh­men kannst, um die Din­ge von der Lis­te und aus dei­nem Kopf zu strei­chen – und was gar nicht in die­se Box gehört, son­dern wo anders ver­wahrt wer­den kann (Ideen-Box?) und wo du dich geson­dert mit aus­ein­an­der­set­zen (Ängs­te-Box?) und erst To-Do’s draus machen musst (z.B. Ter­min beim Psy­cho­lo­gen oder Buch X über The­ma Y kau­fen).

    Du hast alles aufgeschrieben? 

    Super!

    JETZT kannst du die Lis­te durch­ge­hen und AUS­SOR­TIE­REN, BEWER­TEN und über­le­gen, was damit zu tun ist. 

    Zum Bei­spiel entscheiden:

    • …was davon du über­haupt selbst erle­di­gen musst (Dele­gie­ren);
    • …was du viel­leicht gar nicht erle­di­gen musst (Müll);
    • …was erst­mal war­ten kann (Vielleicht/​Irgendwann);
    • …wel­che Auf­ga­ben du gebün­delt erle­di­gen kannst (kon­text­ba­siert);
    • …wel­che Auf­ga­ben zusam­men­ge­hö­ren (Pro­jek­te);
    • …usw.

    Nach­dem alles Über­flüs­si­ge raus­ge­flo­gen und der Rest auf kla­re Pos­ten ver­teilt wur­de, kannst du dei­ne neue, ent­schlack­te To-Do-Lis­te schrei­ben. Am bes­ten direkt als kon­kre­te, kla­re Hand­lungs­an­wei­sung:

    Schrei­be nicht: Auto waschen“
    – Son­dern: Mon­tag, 18 Uhr, Wasch­an­la­ge X: Auto waschen
    Schrei­be nicht: Inspek­ti­on“
    – Son­dern: Diens­tag, 9 Uhr, Ter­min zur Inspek­ti­on machen“

    Wich­tig: for­mu­lie­re jeden Punkt als kon­kre­te Handlungsanweisung

    Für das Ver­blie­be­ne kannst du Prio­ri­tä­ten set­zen (z.B. nach der Eisen­ho­wer-Metho­de), du kannst Blö­cke im Kalen­der für bestimm­te, gebün­del­te Auf­ga­ben ein­pla­nen und frei hal­ten, usw.

    Schließ­lich kannst du SCHRITT FÜR SCHRITT dei­ne nun über­schau­ba­re, klar struk­tu­rier­te To-Do-Lis­te abar­bei­ten.

    Ordnung im Kopf (II) – mental ausmisten

    Das­sel­be, was wir mit den To-Do’s gemacht haben, kannst du mit dei­nen Ängs­ten, Sor­gen und Pro­ble­men machen.

    Zet­tel raus.

    Auf­schrei­ben.

    Stu­di­en zei­gen, dass schon der Pro­zess des Auf­schrei­bens Erleich­te­rung ver­schafft. Wenn du das regel­mä­ßig tust, wirst du dich lang­fris­tig auf jeden Fall frei­er fühlen. 

    Wenn die Wur­zeln dei­ner Ängs­te tie­fer sit­zen, lohnt es sich viel­leicht, die Liqui­da­tor-Metho­de aus­zu­pro­bie­ren*. 2 Bei die­ser Metho­de geht es auch ums Auf­schrei­ben, nur wird das Unter­be­wusst­sein mit­ein­be­zo­gen und die Wur­zeln liqui­diert“.

    Durch das Auf­schrei­ben erhältst du einen guten Über­blick über dein Inne­res, dei­ne Psy­che und du wirst uner­kann­te Ver­knüp­fun­gen erken­nen und tie­fe­re Erkennt­nis­se über dich selbst gewinnen.

    Du siehst, wel­che Ängs­te und Sor­gen Sub­stanz haben – und wel­che nur Kopf­ki­no sind und sich auto­ma­tisch täg­lich selbst (weiter)spinnen, wie eine kaput­te Schlall­plat­te. Die gilt es los­zu­las­sen – denn die kann man nicht durch kon­kre­te Hand­lun­gen auf­lö­sen“. Es sind, ja, nur Hirn­ge­spins­te“.

    Du siehst, was übrig bleibt, und wo etwas unter­nom­men wer­den kann.

    Das soll­te dann auf der To-Do-Lis­te auch als kon­kre­te Hand­lungs­an­wei­sungauf­tau­chen.

    Zum Bei­spiel:

    • Mitt­woch einen Ter­min bei Psy­cho­lo­ge X machen.“
    • Don­ners­tag­abend Sport­sa­chen für Frei­tag­mor­gen rauslegen.“
    • Usw.

    In die­sem Bei­trag gehe ich genau­er auf das The­ma men­tal aus­mis­ten“ ein.

    Körperlich entspannen
    - oder: Verspannungen ausmisten

    Wenn du inner­lich und äußer­lich aus­ge­mis­tet hast, dei­ne To-Do-Lis­te kein The­ma mehr ist und du auch men­tal frei­er bist, wer­den sich schon eini­ge inne­re Wider­stän­de gelöst haben. 

    Dei­ne täg­li­che Ener­gie­men­ge ist also bereits gestie­gen und du soll­test dich fit­ter fühlen.

    Um noch mehr Ener­gie raus­zu­ho­len, kannst du noch dei­nen Kör­per mit­neh­men und ihm auch eine klei­ne Kur gönnen.

    Buch­stäb­lich, oder 

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    Fußnoten

    1. Leh­rer und Erzie­her schlie­ßen von posi­ti­vem Ver­hal­ten eines Kin­des auf posi­ti­ve Eigen­schaf­ten und loben das Kind; von schlech­tem Ver­hal­ten schlie­ßen sie auf schlech­te Eigen­schaf­ten und bestra­fen das Kind. Die­se vor­herr­schen­de Ten­denz, auf inter­ne Eigen­schaf­ten zu schlie­ßen, lenkt jedoch von der Tat­sa­che ab, dass das Ver­hal­ten von Kin­dern auch von vie­len äuße­ren Ein­flüs­sen und zufäl­li­gen Schwan­kun­gen abhängt. Nach mus­ter­gül­ti­gem Ver­hal­ten folgt häu­fig weni­ger posi­ti­ves Beneh­men; nach beson­ders schlech­tem Ver­hal­ten kann es nur bes­ser wer­den. Die­se völ­lig nor­ma­len, regres­si­ven Schwan­kun­gen erzeu­gen die schwer­wie­gen­de Illu­si­on, dass Bestra­fung wirk­sa­mer ist als Beloh­nung. Denn wenn schlech­tes Ver­hal­ten bestraft wird, besagt die nach­fol­gen­de Regres­si­on, dass die Bestra­fung wirk­sam war. Beloh­nung für posi­ti­ves Ver­hal­ten scheint jedoch nur Undank her­vor­zu­ru­fen, denn Regres­si­on bedeu­tet eine Ver­schlech­te­rung. Dass vie­le Leh­rer und Erzie­her im Lau­fe der Zeit immer mehr zu stren­gen Maß­nah­men nei­gen, dürf­te somit teil­wei­se auf einer sta­tis­ti­schen Illu­si­on beru­hen.(Uni Hei­del­berg. Gele­sen am 13.10.2020.)
    2. Unbe­zahl­te, unbe­auf­trag­te Wer­bung durch Namensnennung.