Schritt 4: Kör­per­be­wusst­sein

Nach­dem alles das, was im Kopf her­um­schwirrt nun sei­nen Platz hat und auf sei­ne Erle­di­gung war­tet, gilt es nun wie­der bei sich selbst anzu­kom­men — auch in sei­nem Kör­per.

Wenn man gewohnt ist, sei­ne Bedürf­nis­se im All­tag zurück­zu­stel­len, dann ist damit oft etwas Son­der­ba­res ver­bun­den.

Genau­er:

Wir ver­ges­sen unse­ren Kör­per und neh­men uns qua­si nur noch als Kopf wahr, der von A nach B läuft. Klick um zu Twee­ten

Dar­um wer­den wir erst auf ihn auf­merk­sam, wenn er uns beim Errei­chen unse­rer Zie­le „plötz­lich“ behin­dert, z.B. mit­tels Kopf-, Nacken- oder Rücken­schmer­zen, eines ver­stauch­ten Knö­chels, Kurz­at­mig­keit, usw.

Dann sind wir sau­er und ver­su­chen die Weh­weh­chen so gut es geht zu igno­rie­ren, bis die Schmer­zen nicht mehr aus­zu­hal­ten sind und uns mas­siv behin­dern. (Und dann sind wir auch noch sau­er auf unse­ren „ollen“ Kör­per, der nicht mehr „funk­tio­niert“ und sei­nen „Dienst ver­wei­gert“.) Wür­den wir mit unse­ren Autos und Gerä­ten so scho­nungs­los umge­hen wie wir es mit unse­rem Kör­per tun, dann wür­de kein Auto mehr fah­ren.

Und wür­den wir ande­re Men­schen so behan­deln und ihnen so viel abfor­dern, wie wir uns behan­deln und von uns an Leis­tung erwar­ten, dann wür­de kein Mensch mehr etwas mit uns zu tun haben wol­len!

Vie­le Bei­trä­ge sagen uns, dass wir „auf unse­ren Kör­per hören“ sol­len, was sehr löb­lich ist. Doch ist leich­ter gesagt als getan, wenn man ihn jah­re- oder gar jahr­zehn­te­lang igno­riert und aus­ge­beu­tet hat.

All­ge­mein ist das Kör­per­be­wusst­sein und die Kör­per­wahr­neh­mung in den geschäf­ti­gen west­li­chen Län­dern gera­de­zu unter­ent­wi­ckelt — und das schon bei Kin­dern wie eini­ge alar­mie­ren­de Stu­di­en der letz­ten Jah­re zei­gen.

Glaubst du nicht?

Dann schau dich mal auf der nächs­ten Tanz­par­ty um.

Davor kannst du dir auf You­Tube anse­hen, wie indi­ge­ne afri­ka­ni­sche Völ­ker tan­zen und gene­rell ihren Kör­per „benut­zen“.

Es gibt viel­leicht mal eine ein­zi­ge (meist ist es eine weib­li­che) Per­son im gan­zen Tanz­saal, von der man dann auch ungern die Augen abwen­den möch­te, die einen viel­leicht gera­de­zu hyp­no­ti­siert mit ihren flie­ßen­den, wei­chen Bewe­gun­gen. Alle ande­ren erin­nern wohl eher an Robo­ter, bei denen es an ver­schie­dens­ten Stel­len zu Ver­schleiß­erschei­nun­gen gekom­men ist.

Ich weiß, dass nicht jeder über so eine fei­ne Beob­ach­tungs­ga­be wie ich ver­fügt (ein Segen und auch ein Fluch und nicht so ein­ge­bil­det gemeint, wie es sich anhört ;)), doch ich bin mir sicher, dass es dir eben­falls auf­fällt, wenn du dei­ne Auf­merk­sam­keit dar­auf rich­test.

Nun­ja, tan­zen muss ja nun wirk­lich nicht jeder kön­nen. Da hast du Recht. Doch unser Kör­per­ge­brauch beim Tan­zen macht nur deut­lich, wo wir tote Punk­te auf der Land­kar­te unse­res Kör­pers haben — und wo spä­tes­tens nach der Ren­te (meist schon weit frü­her), der Phy­sio­the­ra­peut, Osteo­path oder Heil­prak­ti­ker ran muss.

Aber bei dir läuft alles. Dein Kör­per ist dein Tem­pel und über­haupt.

Kann sein. Aber zur Sicher­heit hier noch­mal die Indi­ka­to­ren für einen unzweck­mä­ßi­gen, zu Ver­schleiß­erschei­nun­gen füh­ren­den Kör­per­ge­brauch:

  • Ist der Kopf ein­ge­klemmt (oder schwebt er über den Schul­tern)?
  • Ist der Kopf nach hin­ten abge­knickt oder vorn über­ge­beugt und schau­en die Augen eher nach unten oder oben (oder zeigt der Kopf nach vorn oben und die Augen gera­de­aus)?
  • Ist der Hals kurz und ein­ge­klemmt (oder lang und weit)?
  • Wer­den die Schul­tern oben „gehal­ten“ (oder zei­gen sie nach unten)?
  • Ist der Brust­korb ein­ge­sun­ken (oder vor­ne und weit)?
  • Ist die Wir­bel­säu­le oder krumm (Hohl­kreuz) (oder lang und weit)?
  • Ist das Becken ein­ge­klemmt, nach vorn gedrückt (oder über den Kni­en und beweg­lich)?
  • Sind die Knie immer durch­ge­drückt, stützt du dein Gewicht immer auf einem Bein ab (oder sind sie etwas gebeugt und beweg­lich)?
  • Hältst du dich beim Sit­zen mit Mus­kel­kraft oben, wäh­rend du vor­ne auf dem Stuhl sitzt oder ist der Rücken gekrümmt und berührt die Leh­ne kaum oder gar nicht (oder ist die Wir­bel­säu­le lang und du lehnst dich an die Stuhl­leh­ne dran)?
  • Sitzt du mit mit über­schla­ge­nen Bei­nen oder sons­ti­gen Ver­ren­kun­gen *meld* (oder sitzt du auf dei­nen Sitz­hö­ckern, das Gewicht auf bei­de Poba­cken ver­teilt, bei­de Füße in Kon­takt mit dem Boden)?
  • Kral­len sich dei­ne Zehen in den Boden oder fühlst du dich „wacke­lig“ auf den Bei­nen (oder haben dei­ne Fuß­soh­len breit­flä­chig Kon­takt zum Boden und sind ganz ent­spannt)?
  • Gehst du eher auf der Außen- oder Innen­kan­te dei­ner Fuß­soh­len (oder rollst du beim Gehen die Fuß­soh­len über die Außen- oder Innen­sei­te ab)?
  • Hast du einen krum­men Rücken, wenn du dich bückst (oder bückst du dich aus dem Becken, wäh­rend der Rücken lang und weit bleibt)?
  • Wenn du dei­ne Haa­re kämmst oder etwas aus dem Schrank holst, hebst du dei­ne Schul­tern (oder blei­ben die sie unten und du bewegst dei­ne Arme aus dem Rücken her­aus)?
  • Wenn du ein Geräusch hörst — bewegst du den Kopf aktiv und mit Mus­kel­kraft (oder füh­ren die Augen die Bewe­gung an und der Rest folgt mühe­los)?
  • Wenn du gehst oder läufst, beginnt die Bewe­gung in den Füßen und treibt der Kör­per dich nach vorn (oder führt der Kopf und der Rest folgt mühe­los)?
All das sind „Anzei­chen“ dafür, dass es in den nächs­ten Jah­ren brenz­lig wer­den könn­te (wenn man sei­ne schlech­ten, unzweck­mä­ßi­gen Gewohn­hei­ten nicht ändert).

Wer sich im All­tag schlecht „hält“ (in Wahr­heit, wenn wir acht­sam sind und Mus­keln los­las­sen, dann rich­tet sich der Kör­per auf — von selbst und wir müs­sen ihn nicht „hal­ten“!) und sei­nen Kör­per ein­fach unbe­wusst gebraucht; wer stän­dig gegen ihn „kämpft“, ihm kei­ne Ruhe­pau­sen gönnt, immer noch wei­ter, noch schnel­ler, noch län­ger, noch mehr „for­dert“ ohne jede Rück­sicht­nah­me – der braucht sich nicht wun­dern, wenn irgend­wann ein Schwel­len­wert erreicht ist und dann auf ein­mal „gar nichts mehr geht“ (man schaue in Lauf­foren, Trai­nings­fo­ren, Musik­erfo­ren).

Ver­bun­den ist damit auch ein gro­ßes Unwohl­sein an Orten, wo man sich zwangs­läu­fig mit sei­nem eige­nen Kör­per kon­fron­tiert sieht. Bei Frau­en sind es Geburts­ta­ge, Hoch­zei­ten und vor allem im Urlaub am Strand oder Pool, bei Män­nern sind es viel­leicht eher Sport­wo­chen­en­den mit den fit­ten Kum­pels, bei denen es auf das „rei­bungs­lo­se Funk­tio­nie­ren“ des Kör­pers ankommt, der dann irgend­wie unge­lenk und über­haupt nicht gut geölt daher kommt, ver­gli­chen mit dem des Bud­dys.

Momen­te, bei denen vie­le lei­der ihren Kör­per ver­flu­chen, bei denen aus Ent­täu­schung und Frus­tra­ti­on Neid- und sogar Hass­ge­füh­le auf­kom­men.

Muss das denn sein?
Mit Ruhe­pau­sen, Medi­ta­ti­on, in sich selbst hin­ein­füh­len und gene­rell einer mil­de­ren Ein­stel­lung sich selbst gegen­über, kann man an sei­nem Selbst­bild, sei­ner Selbst- und Köper­wahr­neh­mung arbei­ten.

Ein wich­ti­ger Aspekt ist hier­bei noch, wie wir mit uns selbst reden. Ob wir unse­re inne­re Stim­me bewusst wahr­neh­men kön­nen und auch dif­fe­ren­zie­ren, ob es sich dabei wirk­lich um unse­re eige­ne Stim­me han­delt und nicht etwa um Mut­ters, Vaters, Omas, etc.

Im All­tag, wenn man es gar nicht bewusst merkt, wirkt sich das Abge­spal­ten sein vom eige­nen Kör­per nicht nur nega­tiv auf unser all­ge­mei­nes Wohl­be­fin­den aus, son­dern auch auf unser Den­ken. Uns ist nor­ma­ler­wei­se nicht bewusst bzw. wir ver­ges­sen oft, dass wir eine „Geist-Kör­per-See­le-Ein­heit“ sind — und mitt­ler­wei­le wür­de das auch kein Bio­lo­ge, Phy­si­ker, Medi­zi­ner oder Neu­ro­wis­sen­schaft­ler das bestrei­ten.

(Sonst wür­den ran­do­mi­sier­te pla­ce­bo­kon­trol­lier­te Dop­pel­blind­stu­di­en nicht als „Gold­stan­dard der kli­ni­schen Erkennt­nis­ge­win­nung“ gel­ten 1. Pla­ce­bo-Effekt bedeu­tet nichts and­res als akti­vier­te Selbst­hei­lungs­kräf­te und akti­viert wer­den sie wodurch? Genau, durch den Geist bzw. durch unse­ren Glau­ben — also etwas nicht Materielles/​Physisches/​Messbares.)

Der Kör­per ist ein Orga­nis­mus — ein Öko­sys­tem. Das bedeu­tet, dass es sich bei uns um ein dyna­misch kom­ple­xes Gebil­de han­delt, in dem alles mit allem ver­bun­den ist und in dem alles mit allem wech­sel­wirkt. (Um z.B. ei­nen Arm zu be­we­gen oder um zu spre­chen, wer­den die ver­schie­de­nen psy­cho-​phy­si­schen Me­cha­nis­men des ge­sam­ten Kör­pers be­an­sprucht.)

Unser Kör­per ist ein ein­zi­ges gro­ßes Netz­werk. Klick um zu Twee­ten

Auch Spre­chen ist ein ganz­heit­li­cher Akt, an dem Stimm­bän­der, Lip­pen, Zun­ge, Kie­fer und der gesam­te Atem­ap­pa­rat betei­ligt sind. Hin­zu kommt der psy­chi­sche Aspekt, der sich durch Tim­bre, Dik­ti­on, Sprech­me­lo­die, Wort­aus­wahl, Sprech­wei­se (stot­tern, flüs­tern, schrei­en), Arti­ku­la­ti­on, Ges­tik usw. äußert.

Zu kei­ner Zeit lässt sich sagen, das Spre­chen ist eine rein phy­si­sche oder rein geis­ti­ge Hand­lung. Klick um zu Twee­ten

Dar­über hin­aus wer­den wir auch beim Spre­chen von unse­rer Gesamt-Kör­per­hal­tung beein­flusst (ein­ge­sun­ke­ner Brust­korb = ange­streng­te Stim­me, Luft­schnap­pen), wäh­rend die­se wie­der­um unse­re Psy­che wider­spie­gelt (ein­ge­sun­ke­ner Brust­korb => sich „klein machen“ => sich „klein füh­len“).

Ein scheu­er, schüch­ter­ner Mensch zieht mög­li­cher­wei­se sei­ne Schul­tern zusam­men und „macht sich klein“, wodurch er sei­nen Brust­korb ver­kürzt und flach atmet, was sich direkt auf sei­ne Stim­me aus­wirkt.

For­scher konn­ten eben­falls zei­gen, dass wir über die kör­per­li­che Sei­te unse­re Psy­che beein­flus­sen kön­nen 2 , so z.B. die Lau­ne ver­bes­sern, indem wir eini­ge Zeit breit lächeln — auch wenn uns gar nicht danach ist. Der Orga­nis­mus ver­sucht immer ein Gleich­ge­wicht (Homöo­sta­se) her­zu­stel­len, also wird eben die Stim­mung dem Kör­per­aus­druck ange­passt. 3

Nur durch das Zusam­men­wir­ken der ver­schie­de­nen psy­cho-phy­si­schen Mecha­nis­men des gesam­ten Kör­pers kön­nen wir einen bestimm­ten Kör­per­teil auf bestimm­te Wei­se bewe­gen und benut­zen.

Yoga / Pila­tes

Der ers­te Schritt, um zu sich selbst zu fin­den und zu ler­nen sei­ne Gren­zen wahr­zu­neh­men, ist es also, sei­ne Kör­per­wahr­neh­mung zu schu­len und zu ver­bes­sern.

Ich mache dazu 3 – 4 Mal in der Woche Yoga, doch für den Anfang reicht es auch, sich 10 – 15 Minu­ten lang auf einer Yoga-Mat­te hin­zu­le­gen — am bes­ten mit einem Buch unter dem Kopf, damit die Wir­bel­säu­le gera­de ist — und die Bei­ne dabei anzu­win­keln (aber nicht fest­hal­ten).

Man soll­te dabei ruhig ein- und laaaaa­ang­sam aus­at­men.

Dabei fährt das Ner­ven­sys­tem her­un­ter und man kommt lang­sam im Hier und Jetzt und bei sich selbst an.

Man kann dabei auch Pro­gres­si­ve Mus­kel­ent­span­nung betrei­ben oder ein­ach so in sei­nen Kör­per hin­ein­spü­ren. Ich fin­de es auch hilf­reich „Rich­tun­gen“ zu den­ken. Ich den­ke dabei

  • an den Raum über mir — durch die Decke, in den Him­mel bis ins Uni­ver­sum (oben);
  • an den Raum unter mir — durch den Boden, bis tief in die Erde hin­ein (unten);
  • an den Raum rechts neben mir — durch die Wän­de, Häu­ser, Bäu­me, usw. (rechts;
  • an den Raum links neben mir — durch die Wän­de, Häu­ser, Bäu­me, usw. (links);
  • an den Raum vor mei­nem Kopf (vor­ne)
  • und an den Raum vor mei­nen Füßen (hin­ten).

Das hilft mir sehr los­zu­las­sen, anzu­kom­men und mich zu erden. Wenn man danach auf­steht, dann spürt man wie die Schwer­kraft wirkt und gleich­zei­tig fühlt sich der Kör­per sehr leicht an, ins­be­son­de­re schwebt der Kopf auf den Schul­tern, den wir im All­tag all­zu oft ziem­lich fest­hal­ten.

Tan­zen / Kampf­kunst / usw.

Mir haben auch mei­ne Erfah­run­gen in der Kampf­kunst Wing Chun und Kur­se in der Alex­an­der­tech­nik, die an der Musik­hoch­schu­le ange­bo­ten wur­den, gehol­fen, in mei­nem Kör­per prä­sent zu sein.

Kör­per-Prä­senz ist die Basis dafür, Früh­warn­si­gna­le des Kör­pers zu erken­nen. Wenn ich gleich mer­ke, dass ich mei­nen Nacken anspan­ne oder schlecht und unba­lan­ciert sit­ze, dann kommt es gar nicht erst zu hal­tungs­be­ding­ten Kopf- oder Nacken­schmer­zen.

Wir kön­nen STOP sagen und den Kopf los­las­sen, den Nacken ent­span­nen, viel­leicht auf­ste­hen und den Kör­per lockern.

Ein gelo­cker­ter, ent­spann­ter Kör­per wirkt sich unmit­tel­bar auf unse­re Psy­che aus. Wir füh­len uns nicht so schnell über­for­dert und haben das Gefühl Herr der Lage zu sein und selbst­be­stimmt han­deln zu kön­nen.

Umge­kehrt füh­len wir uns schnell macht­los oder wie ein Spiel­ball der Umstän­de, wenn wir unse­ren Kör­per auch noch als eine Art Feind wahr­neh­men, in dem wir „ein­ge­ker­kert“ sind und der uns buch­stäb­lich „run­ter­zieht“. Wir sind dann per­ma­nent im Kampf­mo­dus und re-agie­ren ent­spre­chend auch in Stress­si­tua­tio­nen impul­siv und gereizt.

Da kann man sich noch so oft vor­neh­men „beim nächs­ten Mal“ erst bis 10 zu zäh­len — das wird nichts brin­gen.

Wir sind zwar hoch­ent­wi­ckel­te, aber immer noch Tie­re und auf einen Stress­aus­lö­ser (Reiz) reagie­ren wir nach dem gewohnt alten Mus­ter. Das macht das Gehirn auto­ma­tisch, weil es effi­zi­ent arbei­tet. Wol­len wird das ändern, müs­sen wir an unse­rem Reiz-Reak­ti­ons-Mus­ter arbei­ten — ganz­heit­lich.

Sport / Lau­fen

Man­chen mag Yoga rei­chen, ich füh­le mich erst so rich­tig eins mit mei­nem Kör­per, wenn ich lau­fe. Das mache ich 1 – 2 Mal die Woche. Dar­über hin­aus mache ich auch 2 Mal die Woche etwas Kraft­trai­ning. Auch das stärkt das Kör­per­be­wusst­sein.

Nicht nur, muss ich beim Kraft­trai­ning jede Bewe­gung geführt aus­füh­ren und auf die Atmung ach­ten, die kräf­ti­gen Mus­keln sor­gen dafür, dass ich mit Leich­tig­keit Trep­pen und schwe­re Kar­tons bewäl­ti­ge. Man fühlt sich dadurch schon ein Stück­chen unbe­sieg­bar 😉 Allein seit ich Sport mache, füh­le ich mich viel selbst­be­wuss­ter und auch psy­chisch stär­ker.

Schritt 5: Medi­ta­ti­on

Hat man den Kon­takt zu sei­nem Kör­per wie­der her­ge­stellt und fühlt sich kör­per­lich schon mal ent­spannt und frei, gilt es nur noch den unru­hi­gen Geist zu zäh­men. Das ist die Königs­dis­zi­plin und für mich seit jeher die größ­te Her­aus­for­de­rung.

Wir glau­ben oft, wenn wir nur lan­ge genug und genau genug unse­re Pro­ble­me, Sor­gen und Ängs­te „zer­den­ken“, lösen sie sich irgend­wann auf. Das ist ein Trug­schluss.

Das Haupt­pro­blem ist gera­de das Den­ken.

Die Medi­ta­ti­on setzt alles ins Ver­hält­nis. Man fährt kom­plett her­un­ter, sein Ich, sein Ego, alle Stim­men und kommt an der Basis an: beim Sein. Es ist eine Art reboo­ten (neu­star­ten) und man soll­te es nicht zu lan­ge auf­schie­ben.

Ich ver­su­che mög­lichst zwei Mal die Woche zu medi­tie­ren und selbst nach meh­re­ren Jah­ren, in denen ich ver­su­che, mir das Medi­tie­ren zur Gewohn­heit zu machen, muss ich zuge­ben, dass ich es bis heu­te nicht immer schaf­fe. Ich schei­te­re in den meis­ten Fäl­len schon dar­an, mich über­haupt hin­zu­set­zen und mir die­se 30 Minu­ten frei­zu­hal­ten. Des­we­gen expe­ri­men­tie­re ich jetzt damit, die Medi­ta­ti­on auf die frü­hen Mor­gen­stun­den zu ver­le­gen, in denen man nicht von einem klin­geln­den Tele­fon oder der Post all­zu plötz­lich wie­der her­aus geris­sen wird.

Gleich­zei­tig ver­su­che ich frü­her schla­fen zu gehen, um nach dem frü­hen Auf­ste­hen bei der Medi­ta­ti­on nicht gleich wie­der ein­zu­dö­sen… das ist der Nach­teil mor­gens nach dem Auf­ste­hen zu medi­tie­ren.

Schluss­wort

Die­sen Arti­kel habe ich im Jahr 2016 ver­fasst, als ich mich bereit fühl­te, einen Blog zu star­ten. Lei­der haben mich mein Per­fek­tio­nis­mus und auch depres­si­ve Pha­sen dar­an gehin­dert, ihn tat­säch­lich wei­ter zu füh­ren und er blieb unver­öf­fent­licht. Im Jahr 2018 möch­te ich es nun aber doch noch ein­mal ver­su­chen und pos­te daher mei­ne „alten“, in mei­nen Augen immer noch „unper­fek­ten“ (weil etwas über­frach­te­ten) Arti­kel, viel­leicht kön­nen sie dem ein oder ande­ren ja als Inspi­ra­ti­on die­nen. 🙂

Fotos zur bes­se­ren Ver­an­schau­li­chung wer­den dem­nächst irgend­wann sicher (!) fol­gen.

  1. [DAZ 1/1999] „Der schwie­ri­ge Schritt von der Stu­die in die Rea­li­tät“, online auf­ge­ru­fen zuletzt am 11.06.2018.
  2. The Sur­pri­sing Way That Simp­le Actions Can Chan­ge Your Mind. New rese­arch reveals how your hands and face influ­ence your opi­ni­ons, auf­ge­ru­fen am 06.03.15.
  3. [Focus | 35 (2012)] Geziel­te Übun­gen polen das Gehirn auf „gute Lau­ne“ um, auf­ge­ru­fen am 06.03.2015.