Kategorie: All­ge­mein

Wie ich mei­ne inne­re Ruhe wie­der­ge­fun­den habe – Teil 2

Schritt 4: Kör­per­be­wusst­sein

Nach­dem alles das, was im Kopf her­um­schwirrt nun sei­nen Platz hat und auf sei­ne Erle­di­gung war­tet, gilt es nun wie­der bei sich selbst anzu­kom­men — auch in sei­nem Kör­per.

Wenn man gewohnt ist, sei­ne Bedürf­nis­se im All­tag zurück­zu­stel­len, dann ist damit oft etwas Son­der­ba­res ver­bun­den.

Genau­er:

Wir ver­ges­sen unse­ren Kör­per und neh­men uns qua­si nur noch als Kopf wahr, der von A nach B läuft. Klick um zu Twee­ten

Dar­um wer­den wir erst auf ihn auf­merk­sam, wenn er uns beim Errei­chen unse­rer Zie­le „plötz­lich“ behin­dert, z.B. mit­tels Kopf-, Nacken- oder Rücken­schmer­zen, eines ver­stauch­ten Knö­chels, Kurz­at­mig­keit, usw.

Dann sind wir sau­er und ver­su­chen die Weh­weh­chen so gut es geht zu igno­rie­ren, bis die Schmer­zen nicht mehr aus­zu­hal­ten sind und uns mas­siv behin­dern. (Und dann sind wir auch noch sau­er auf unse­ren „ollen“ Kör­per, der nicht mehr „funk­tio­niert“ und sei­nen „Dienst ver­wei­gert“.) Wür­den wir mit unse­ren Autos und Gerä­ten so scho­nungs­los umge­hen wie wir es mit unse­rem Kör­per tun, dann wür­de kein Auto mehr fah­ren.

Und wür­den wir ande­re Men­schen so behan­deln und ihnen so viel abfor­dern, wie wir uns behan­deln und von uns an Leis­tung erwar­ten, dann wür­de kein Mensch mehr etwas mit uns zu tun haben wol­len!

Vie­le Bei­trä­ge sagen uns, dass wir „auf unse­ren Kör­per hören“ sol­len, was sehr löb­lich ist. Doch ist leich­ter gesagt als getan, wenn man ihn jah­re- oder gar jahr­zehn­te­lang igno­riert und aus­ge­beu­tet hat.

All­ge­mein ist das Kör­per­be­wusst­sein und die Kör­per­wahr­neh­mung in den geschäf­ti­gen west­li­chen Län­dern gera­de­zu unter­ent­wi­ckelt — und das schon bei Kin­dern wie eini­ge alar­mie­ren­de Stu­di­en der letz­ten Jah­re zei­gen.

Glaubst du nicht?

Dann schau dich mal auf der nächs­ten Tanz­par­ty um.

Davor kannst du dir auf You­Tube anse­hen, wie indi­ge­ne afri­ka­ni­sche Völ­ker tan­zen und gene­rell ihren Kör­per „benut­zen“.

Es gibt viel­leicht mal eine ein­zi­ge (meist ist es eine weib­li­che) Per­son im gan­zen Tanz­saal, von der man dann auch ungern die Augen abwen­den möch­te, die einen viel­leicht gera­de­zu hyp­no­ti­siert mit ihren flie­ßen­den, wei­chen Bewe­gun­gen. Alle ande­ren erin­nern wohl eher an Robo­ter, bei denen es an ver­schie­dens­ten Stel­len zu Ver­schleiß­erschei­nun­gen gekom­men ist.

Ich weiß, dass nicht jeder über so eine fei­ne Beob­ach­tungs­ga­be wie ich ver­fügt (ein Segen und auch ein Fluch und nicht so ein­ge­bil­det gemeint, wie es sich anhört ;)), doch ich bin mir sicher, dass es dir eben­falls auf­fällt, wenn du dei­ne Auf­merk­sam­keit dar­auf rich­test.

Nun­ja, tan­zen muss ja nun wirk­lich nicht jeder kön­nen. Da hast du Recht. Doch unser Kör­per­ge­brauch beim Tan­zen macht nur deut­lich, wo wir tote Punk­te auf der Land­kar­te unse­res Kör­pers haben — und wo spä­tes­tens nach der Ren­te (meist schon weit frü­her), der Phy­sio­the­ra­peut, Osteo­path oder Heil­prak­ti­ker ran muss.

Aber bei dir läuft alles. Dein Kör­per ist dein Tem­pel und über­haupt.

Kann sein. Aber zur Sicher­heit hier noch­mal die Indi­ka­to­ren für einen unzweck­mä­ßi­gen, zu Ver­schleiß­erschei­nun­gen füh­ren­den Kör­per­ge­brauch:

  • Ist der Kopf ein­ge­klemmt (oder schwebt er über den Schul­tern)?
  • Ist der Kopf nach hin­ten abge­knickt oder vorn über­ge­beugt und schau­en die Augen eher nach unten oder oben (oder zeigt der Kopf nach vorn oben und die Augen gera­de­aus)?
  • Ist der Hals kurz und ein­ge­klemmt (oder lang und weit)?
  • Wer­den die Schul­tern oben „gehal­ten“ (oder zei­gen sie nach unten)?
  • Ist der Brust­korb ein­ge­sun­ken (oder vor­ne und weit)?
  • Ist die Wir­bel­säu­le oder krumm (Hohl­kreuz) (oder lang und weit)?
  • Ist das Becken ein­ge­klemmt, nach vorn gedrückt (oder über den Kni­en und beweg­lich)?
  • Sind die Knie immer durch­ge­drückt, stützt du dein Gewicht immer auf einem Bein ab (oder sind sie etwas gebeugt und beweg­lich)?
  • Hältst du dich beim Sit­zen mit Mus­kel­kraft oben, wäh­rend du vor­ne auf dem Stuhl sitzt oder ist der Rücken gekrümmt und berührt die Leh­ne kaum oder gar nicht (oder ist die Wir­bel­säu­le lang und du lehnst dich an die Stuhl­leh­ne dran)?
  • Sitzt du mit mit über­schla­ge­nen Bei­nen oder sons­ti­gen Ver­ren­kun­gen *meld* (oder sitzt du auf dei­nen Sitz­hö­ckern, das Gewicht auf bei­de Poba­cken ver­teilt, bei­de Füße in Kon­takt mit dem Boden)?
  • Kral­len sich dei­ne Zehen in den Boden oder fühlst du dich „wacke­lig“ auf den Bei­nen (oder haben dei­ne Fuß­soh­len breit­flä­chig Kon­takt zum Boden und sind ganz ent­spannt)?
  • Gehst du eher auf der Außen- oder Innen­kan­te dei­ner Fuß­soh­len (oder rollst du beim Gehen die Fuß­soh­len über die Außen- oder Innen­sei­te ab)?
  • Hast du einen krum­men Rücken, wenn du dich bückst (oder bückst du dich aus dem Becken, wäh­rend der Rücken lang und weit bleibt)?
  • Wenn du dei­ne Haa­re kämmst oder etwas aus dem Schrank holst, hebst du dei­ne Schul­tern (oder blei­ben die sie unten und du bewegst dei­ne Arme aus dem Rücken her­aus)?
  • Wenn du ein Geräusch hörst — bewegst du den Kopf aktiv und mit Mus­kel­kraft (oder füh­ren die Augen die Bewe­gung an und der Rest folgt mühe­los)?
  • Wenn du gehst oder läufst, beginnt die Bewe­gung in den Füßen und treibt der Kör­per dich nach vorn (oder führt der Kopf und der Rest folgt mühe­los)?
All das sind „Anzei­chen“ dafür, dass es in den nächs­ten Jah­ren brenz­lig wer­den könn­te (wenn man sei­ne schlech­ten, unzweck­mä­ßi­gen Gewohn­hei­ten nicht ändert).

Wer sich im All­tag schlecht „hält“ (in Wahr­heit, wenn wir acht­sam sind und Mus­keln los­las­sen, dann rich­tet sich der Kör­per auf — von selbst und wir müs­sen ihn nicht „hal­ten“!) und sei­nen Kör­per ein­fach unbe­wusst gebraucht; wer stän­dig gegen ihn „kämpft“, ihm kei­ne Ruhe­pau­sen gönnt, immer noch wei­ter, noch schnel­ler, noch län­ger, noch mehr „for­dert“ ohne jede Rück­sicht­nah­me – der braucht sich nicht wun­dern, wenn irgend­wann ein Schwel­len­wert erreicht ist und dann auf ein­mal „gar nichts mehr geht“ (man schaue in Lauf­foren, Trai­nings­fo­ren, Musik­erfo­ren).

Ver­bun­den ist damit auch ein gro­ßes Unwohl­sein an Orten, wo man sich zwangs­läu­fig mit sei­nem eige­nen Kör­per kon­fron­tiert sieht. Bei Frau­en sind es Geburts­ta­ge, Hoch­zei­ten und vor allem im Urlaub am Strand oder Pool, bei Män­nern sind es viel­leicht eher Sport­wo­chen­en­den mit den fit­ten Kum­pels, bei denen es auf das „rei­bungs­lo­se Funk­tio­nie­ren“ des Kör­pers ankommt, der dann irgend­wie unge­lenk und über­haupt nicht gut geölt daher kommt, ver­gli­chen mit dem des Bud­dys.

Momen­te, bei denen vie­le lei­der ihren Kör­per ver­flu­chen, bei denen aus Ent­täu­schung und Frus­tra­ti­on Neid- und sogar Hass­ge­füh­le auf­kom­men.

Muss das denn sein?
Mit Ruhe­pau­sen, Medi­ta­ti­on, in sich selbst hin­ein­füh­len und gene­rell einer mil­de­ren Ein­stel­lung sich selbst gegen­über, kann man an sei­nem Selbst­bild, sei­ner Selbst- und Köper­wahr­neh­mung arbei­ten.

Ein wich­ti­ger Aspekt ist hier­bei noch, wie wir mit uns selbst reden. Ob wir unse­re inne­re Stim­me bewusst wahr­neh­men kön­nen und auch dif­fe­ren­zie­ren, ob es sich dabei wirk­lich um unse­re eige­ne Stim­me han­delt und nicht etwa um Mut­ters, Vaters, Omas, etc.

Im All­tag, wenn man es gar nicht bewusst merkt, wirkt sich das Abge­spal­ten sein vom eige­nen Kör­per nicht nur nega­tiv auf unser all­ge­mei­nes Wohl­be­fin­den aus, son­dern auch auf unser Den­ken. Uns ist nor­ma­ler­wei­se nicht bewusst bzw. wir ver­ges­sen oft, dass wir eine „Geist-Kör­per-See­le-Ein­heit“ sind — und mitt­ler­wei­le wür­de das auch kein Bio­lo­ge, Phy­si­ker, Medi­zi­ner oder Neu­ro­wis­sen­schaft­ler das bestrei­ten.

(Sonst wür­den ran­do­mi­sier­te pla­ce­bo­kon­trol­lier­te Dop­pel­blind­stu­di­en nicht als „Gold­stan­dard der kli­ni­schen Erkennt­nis­ge­win­nung“ gel­ten 1. Pla­ce­bo-Effekt bedeu­tet nichts and­res als akti­vier­te Selbst­hei­lungs­kräf­te und akti­viert wer­den sie wodurch? Genau, durch den Geist bzw. durch unse­ren Glau­ben — also etwas nicht Materielles/​Physisches/​Messbares.)

Der Kör­per ist ein Orga­nis­mus — ein Öko­sys­tem. Das bedeu­tet, dass es sich bei uns um ein dyna­misch kom­ple­xes Gebil­de han­delt, in dem alles mit allem ver­bun­den ist und in dem alles mit allem wech­sel­wirkt. (Um z.B. ei­nen Arm zu be­we­gen oder um zu spre­chen, wer­den die ver­schie­de­nen psy­cho-​phy­si­schen Me­cha­nis­men des ge­sam­ten Kör­pers be­an­sprucht.)

Unser Kör­per ist ein ein­zi­ges gro­ßes Netz­werk. Klick um zu Twee­ten

Auch Spre­chen ist ein ganz­heit­li­cher Akt, an dem Stimm­bän­der, Lip­pen, Zun­ge, Kie­fer und der gesam­te Atem­ap­pa­rat betei­ligt sind. Hin­zu kommt der psy­chi­sche Aspekt, der sich durch Tim­bre, Dik­ti­on, Sprech­me­lo­die, Wort­aus­wahl, Sprech­wei­se (stot­tern, flüs­tern, schrei­en), Arti­ku­la­ti­on, Ges­tik usw. äußert.

Zu kei­ner Zeit lässt sich sagen, das Spre­chen ist eine rein phy­si­sche oder rein geis­ti­ge Hand­lung. Klick um zu Twee­ten

Dar­über hin­aus wer­den wir auch beim Spre­chen von unse­rer Gesamt-Kör­per­hal­tung beein­flusst (ein­ge­sun­ke­ner Brust­korb = ange­streng­te Stim­me, Luft­schnap­pen), wäh­rend die­se wie­der­um unse­re Psy­che wider­spie­gelt (ein­ge­sun­ke­ner Brust­korb => sich „klein machen“ => sich „klein füh­len“).

Ein scheu­er, schüch­ter­ner Mensch zieht mög­li­cher­wei­se sei­ne Schul­tern zusam­men und „macht sich klein“, wodurch er sei­nen Brust­korb ver­kürzt und flach atmet, was sich direkt auf sei­ne Stim­me aus­wirkt.

For­scher konn­ten eben­falls zei­gen, dass wir über die kör­per­li­che Sei­te unse­re Psy­che beein­flus­sen kön­nen 2 , so z.B. die Lau­ne ver­bes­sern, indem wir eini­ge Zeit breit lächeln — auch wenn uns gar nicht danach ist. Der Orga­nis­mus ver­sucht immer ein Gleich­ge­wicht (Homöo­sta­se) her­zu­stel­len, also wird eben die Stim­mung dem Kör­per­aus­druck ange­passt. 3

Nur durch das Zusam­men­wir­ken der ver­schie­de­nen psy­cho-phy­si­schen Mecha­nis­men des gesam­ten Kör­pers kön­nen wir einen bestimm­ten Kör­per­teil auf bestimm­te Wei­se bewe­gen und benut­zen.

Yoga / Pila­tes

Der ers­te Schritt, um zu sich selbst zu fin­den und zu ler­nen sei­ne Gren­zen wahr­zu­neh­men, ist es also, sei­ne Kör­per­wahr­neh­mung zu schu­len und zu ver­bes­sern.

Ich mache dazu 3 – 4 Mal in der Woche Yoga, doch für den Anfang reicht es auch, sich 10 – 15 Minu­ten lang auf einer Yoga-Mat­te hin­zu­le­gen — am bes­ten mit einem Buch unter dem Kopf, damit die Wir­bel­säu­le gera­de ist — und die Bei­ne dabei anzu­win­keln (aber nicht fest­hal­ten).

Man soll­te dabei ruhig ein- und laaaaa­ang­sam aus­at­men.

Dabei fährt das Ner­ven­sys­tem her­un­ter und man kommt lang­sam im Hier und Jetzt und bei sich selbst an.

Man kann dabei auch Pro­gres­si­ve Mus­kel­ent­span­nung betrei­ben oder ein­ach so in sei­nen Kör­per hin­ein­spü­ren. Ich fin­de es auch hilf­reich „Rich­tun­gen“ zu den­ken. Ich den­ke dabei

  • an den Raum über mir — durch die Decke, in den Him­mel bis ins Uni­ver­sum (oben);
  • an den Raum unter mir — durch den Boden, bis tief in die Erde hin­ein (unten);
  • an den Raum rechts neben mir — durch die Wän­de, Häu­ser, Bäu­me, usw. (rechts;
  • an den Raum links neben mir — durch die Wän­de, Häu­ser, Bäu­me, usw. (links);
  • an den Raum vor mei­nem Kopf (vor­ne)
  • und an den Raum vor mei­nen Füßen (hin­ten).

Das hilft mir sehr los­zu­las­sen, anzu­kom­men und mich zu erden. Wenn man danach auf­steht, dann spürt man wie die Schwer­kraft wirkt und gleich­zei­tig fühlt sich der Kör­per sehr leicht an, ins­be­son­de­re schwebt der Kopf auf den Schul­tern, den wir im All­tag all­zu oft ziem­lich fest­hal­ten.

Tan­zen / Kampf­kunst / usw.

Mir haben auch mei­ne Erfah­run­gen in der Kampf­kunst Wing Chun und Kur­se in der Alex­an­der­tech­nik, die an der Musik­hoch­schu­le ange­bo­ten wur­den, gehol­fen, in mei­nem Kör­per prä­sent zu sein.

Kör­per-Prä­senz ist die Basis dafür, Früh­warn­si­gna­le des Kör­pers zu erken­nen. Wenn ich gleich mer­ke, dass ich mei­nen Nacken anspan­ne oder schlecht und unba­lan­ciert sit­ze, dann kommt es gar nicht erst zu hal­tungs­be­ding­ten Kopf- oder Nacken­schmer­zen.

Wir kön­nen STOP sagen und den Kopf los­las­sen, den Nacken ent­span­nen, viel­leicht auf­ste­hen und den Kör­per lockern.

Ein gelo­cker­ter, ent­spann­ter Kör­per wirkt sich unmit­tel­bar auf unse­re Psy­che aus. Wir füh­len uns nicht so schnell über­for­dert und haben das Gefühl Herr der Lage zu sein und selbst­be­stimmt han­deln zu kön­nen.

Umge­kehrt füh­len wir uns schnell macht­los oder wie ein Spiel­ball der Umstän­de, wenn wir unse­ren Kör­per auch noch als eine Art Feind wahr­neh­men, in dem wir „ein­ge­ker­kert“ sind und der uns buch­stäb­lich „run­ter­zieht“. Wir sind dann per­ma­nent im Kampf­mo­dus und re-agie­ren ent­spre­chend auch in Stress­si­tua­tio­nen impul­siv und gereizt.

Da kann man sich noch so oft vor­neh­men „beim nächs­ten Mal“ erst bis 10 zu zäh­len — das wird nichts brin­gen.

Wir sind zwar hoch­ent­wi­ckel­te, aber immer noch Tie­re und auf einen Stress­aus­lö­ser (Reiz) reagie­ren wir nach dem gewohnt alten Mus­ter. Das macht das Gehirn auto­ma­tisch, weil es effi­zi­ent arbei­tet. Wol­len wird das ändern, müs­sen wir an unse­rem Reiz-Reak­ti­ons-Mus­ter arbei­ten — ganz­heit­lich.

Sport / Lau­fen

Man­chen mag Yoga rei­chen, ich füh­le mich erst so rich­tig eins mit mei­nem Kör­per, wenn ich lau­fe. Das mache ich 1 – 2 Mal die Woche. Dar­über hin­aus mache ich auch 2 Mal die Woche etwas Kraft­trai­ning. Auch das stärkt das Kör­per­be­wusst­sein.

Nicht nur, muss ich beim Kraft­trai­ning jede Bewe­gung geführt aus­füh­ren und auf die Atmung ach­ten, die kräf­ti­gen Mus­keln sor­gen dafür, dass ich mit Leich­tig­keit Trep­pen und schwe­re Kar­tons bewäl­ti­ge. Man fühlt sich dadurch schon ein Stück­chen unbe­sieg­bar 😉 Allein seit ich Sport mache, füh­le ich mich viel selbst­be­wuss­ter und auch psy­chisch stär­ker.

Schritt 5: Medi­ta­ti­on

Hat man den Kon­takt zu sei­nem Kör­per wie­der her­ge­stellt und fühlt sich kör­per­lich schon mal ent­spannt und frei, gilt es nur noch den unru­hi­gen Geist zu zäh­men. Das ist die Königs­dis­zi­plin und für mich seit jeher die größ­te Her­aus­for­de­rung.

Wir glau­ben oft, wenn wir nur lan­ge genug und genau genug unse­re Pro­ble­me, Sor­gen und Ängs­te „zer­den­ken“, lösen sie sich irgend­wann auf. Das ist ein Trug­schluss.

Das Haupt­pro­blem ist gera­de das Den­ken.

Die Medi­ta­ti­on setzt alles ins Ver­hält­nis. Man fährt kom­plett her­un­ter, sein Ich, sein Ego, alle Stim­men und kommt an der Basis an: beim Sein. Es ist eine Art reboo­ten (neu­star­ten) und man soll­te es nicht zu lan­ge auf­schie­ben.

Ich ver­su­che mög­lichst zwei Mal die Woche zu medi­tie­ren und selbst nach meh­re­ren Jah­ren, in denen ich ver­su­che, mir das Medi­tie­ren zur Gewohn­heit zu machen, muss ich zuge­ben, dass ich es bis heu­te nicht immer schaf­fe. Ich schei­te­re in den meis­ten Fäl­len schon dar­an, mich über­haupt hin­zu­set­zen und mir die­se 30 Minu­ten frei­zu­hal­ten. Des­we­gen expe­ri­men­tie­re ich jetzt damit, die Medi­ta­ti­on auf die frü­hen Mor­gen­stun­den zu ver­le­gen, in denen man nicht von einem klin­geln­den Tele­fon oder der Post all­zu plötz­lich wie­der her­aus geris­sen wird.

Gleich­zei­tig ver­su­che ich frü­her schla­fen zu gehen, um nach dem frü­hen Auf­ste­hen bei der Medi­ta­ti­on nicht gleich wie­der ein­zu­dö­sen… das ist der Nach­teil mor­gens nach dem Auf­ste­hen zu medi­tie­ren.

Schluss­wort

Die­sen Arti­kel habe ich im Jahr 2016 ver­fasst, als ich mich bereit fühl­te, einen Blog zu star­ten. Lei­der haben mich mein Per­fek­tio­nis­mus und auch depres­si­ve Pha­sen dar­an gehin­dert, ihn tat­säch­lich wei­ter zu füh­ren und er blieb unver­öf­fent­licht. Im Jahr 2018 möch­te ich es nun aber doch noch ein­mal ver­su­chen und pos­te daher mei­ne „alten“, in mei­nen Augen immer noch „unper­fek­ten“ (weil etwas über­frach­te­ten) Arti­kel, viel­leicht kön­nen sie dem ein oder ande­ren ja als Inspi­ra­ti­on die­nen. 🙂

Fotos zur bes­se­ren Ver­an­schau­li­chung wer­den dem­nächst irgend­wann sicher (!) fol­gen.

Wie ich Ord­nung in mein Leben brach­te – Teil 2

Der Wen­de­punkt

Wohin ich gehe

Nach­dem wir jah­re­lang Gefan­ge­ne unse­rer unhin­ter­frag­ten, ener­gie- und zeit­fres­sen­den alten Denk- und Hand­lungs­mus­ter waren, sag­ten wir im letz­ten Jahr end­lich ein für alle Mal:

STOP.

Wir mach­ten eine Voll­brem­sung, dass der Staub nur so auf­wir­bel­te.

Und wir taten, was wir immer tun, wenn wir für ein Pro­blem eine Lösung suchen: wir recher­chier­ten. 8)

Glück­li­cher­wei­se viel uns prak­tisch sofort das Buch „Get­ting Things Done“ von David Allen (kurz GTD) in die Hän­de (Zufall? Vor­se­hung? Schick­sal?)

Wäh­rend ich das Buch gründ­lich studierte(mein Freund hat es an einem Tag über­flo­gen), igno­rier­te ich mutig die sich nun sta­peln­den Auf­ga­ben sowie den Drang des Kör­pers ab und zu auf­zu­ste­hen und sich die Glie­der zu lockern. Wenn ich lese, dann lese ist.

Die Moti­va­ti­on und Erleich­te­rung wuchs mit jeder Zei­le. Am liebs­ten wäre ich gleich auf­ge­sprun­gen und hät­te los­ge­legt — aber dar­um ging es ja gera­de. Kei­ne impuls­ar­ti­gen, undurch­dach­ten kurz­fris­ti­gen Ad-hoc-Lösun­gen, die für heu­te was taug­ten und die ich mor­gen schon anzwei­fel­te.

Nein. Geduld.

Was mich gleich über­zeugt, war die Ein­fach­heit des Ansat­zes. Die Klar­heit.

Die „Metho­de“ ist sim­pel und zugleich effek­tiv.

Und die­ser Satz fass­te alles zusam­men, was mich in den letz­ten Jah­ren blo­ckier­te und mir jeg­li­che Lebens­en­er­gie raub­te.

Wie ich Dinge geregelt kriege und mein Leben organisiere — beruflich & privat | MarGro

Es fand genau zur rich­ti­gen Zeit zu mir! Ich dürs­te­te nach Ver­än­de­rung, ich brauch­te einen neu­en Impuls. Denn schon beim blo­ßen Gedan­ke dar­an, alles wie­der wie bis­her zu machen, zogen sich mei­ne Ein­ge­wei­de zusam­men.

Es hät­te mir nichts gebracht, mich hin­zu­set­zen und wei­ter bunt gemi­sche To-Do-Lis­ten oder Jah­res­plä­ne zu ent­wer­fen. Ers­te­res hat schon die Jah­re davor nicht funk­tio­niert und letz­te­res wäre ohne einen geschei­ten Über­blick nicht mög­lich bzw. nicht sehr effek­tiv.

Auf Nimmerwiedersehen Notizzettel-Chaos | Leben organisieren mit der GTD-Methode | MarGro

David Allens Metho­de war daher für mich in vie­ler­lei Hin­sicht die Ret­tung. Denn hier geht es dar­um:

  • Den Kopf frei zu krie­gen.
  • Die »losen Enden« zu redu­zie­ren.
  • Auf­ga­ben mit weni­ger Anstren­gung und effi­zi­en­ter zu erle­di­gen.
Das Ziel ist es ein Sys­tem zu zu schaf­fen, das abso­lut zuver­läs­sig ist und dem man zu 100% ver­traut.

Das erreicht man in zwei Schrit­ten:

  1. ALLES, was einem an „anfal­len­dem Zeug“ ein­fällt, auf­schrei­ben (= lee­rer Kopf!).
  2. Die Auf­ga­ben in Form von zu erle­di­gen­den Hand­lungs­schrit­ten notie­ren (nicht „mit Lisa reden“, son­dern „mor­gen um 10 Uhr Lisa anru­fen“).

So erschafft man ein Sys­tem, in wel­chem jede Auf­ga­be Platz fin­det, ein Sys­tem mit Erin­ne­rungs­hil­fen für Vor­gän­ge, die noch nicht abge­schlos­sen sind und ein Sys­tem, dem man hun­dert­pro­zen­tig ver­traut und das gleich­zei­tig nicht selbst so kom­plex oder umfang­reich ist, dass man sich dafür extra Zeit­fens­ter frei­hal­ten muss.

Lis­ten, Lis­ten, Lis­ten

Jetzt durf­te ich end­lich los­le­gen (und mir krib­bel­ten schon lan­ge die Fin­ger).

Ich setz­te mich also hin und schrieb auf lose DIN A4 Blät­ter ALLES auf, was mir an To-Do’s und Erle­di­gun­gen in den Sinn kam. Von Kat­zen­fut­ter kau­fen, Bücher ver­kau­fen, recher­chie­ren über X, The­ma Y mit Mama bespre­chen, Stuhl repa­rie­ren und Fens­ter put­zen, über Steu­er­erklä­rung machen, Zahn­arzt­ter­min machen und Hoch­zeits­ge­schenk besor­gen, bis hin zu Busi­ness­plan ent­wer­fen, Visi­ten­kar­ten desi­gnen und Kata­lo­ge ver­schi­cken.

Erst­mal unsor­tiert, ohne nach­zu­den­ken und quer­beet.

 Listen, Listen, Listen | Leben organisieren mit der GTD-Methode | MarGro

Als nächs­tes kram­te ich einen alten DIN A5 Ord­ner, änder­te das Regis­ter der Metho­de ent­spre­chend ab und ord­ne­te die ein­zel­nen Punk­te. Wenn es sich um zu erle­di­gen­de Auf­ga­ben han­del­te, sor­tier­te ich sie in die pas­sen­den Lis­ten und Doku­men­te kamen in die pas­sen­den Ord­ner:

Innere Ruhe finden mit GTD und Life-Planner | © Margarita Gross

Mein ers­ter „Life-Plan­ner“

  1. Alle Ange­le­gen­hei­ten, die kei­ne zukünf­ti­gen Hand­lun­gen erfor­dern, habe ich direkt gestri­chen.
  2. Ange­le­gen­hei­ten, die kei­ne direk­te Hand­lung erfor­der­ten, aber noch rele­vant waren, kamen ent­we­der auf eine „Ideen“-Liste, auf die „Viel­leicht / Irgendwann“-Liste oder wur­den, wenn es sich um Noti­zen han­del­te, als Refe­renz- oder Hilfs­ma­te­ri­al ent­we­der the­men- oder bereichs­spe­zi­fisch abge­legt oder kamen in einen Ord­ner mit all­ge­mei­nen Ange­le­gen­hei­ten.
  3. Auf­ga­ben, die Han­deln erfor­der­ten, wur­den in die ent­spre­chen­den Lis­ten ein­ge­tra­gen, die nach Kon­text sor­tiert sind („Lisa anru­fen“ unter Anru­fe; „Ofen put­zen“ unter Zuhau­se; usw.).
  4. Alle grö­ße­ren Ange­le­gen­hei­ten habe ich auf spe­zi­el­le Pro­jekt­lis­ten ver­teilt,
  5. ter­min­be­zo­ge­ne Ange­le­gen­hei­ten kamen gleich in den Ter­min­ka­len­der (revo­lu­tio­när!)
  6. und län­ger­fris­ti­ge Auf­ga­ben, die meh­re­re Hand­lungs­schrit­te erfor­der­ten, kamen auf die „War­ten auf“-Liste.

Ein paar Mona­te spä­ter split­te­te ich die Lis­ten in Pri­va­tes und Beruf­li­ches auf, um noch mehr Über­sicht zu erhal­ten.

Wäh­rend ich nun im pri­va­ten Ord­ner alle Auf­ga­ben unsor­tiert unter­ein­an­der schrei­be, ver­wen­de ich im beruf­li­chen Ord­ner neben den Ober­ka­te­go­ri­en „Musik­ver­lag“, „Online-Kur­se“ und „Kla­vier­un­ter­richt“, Unter­ka­te­go­ri­en wie „Web­site“, „Design“, „Blog“, „Noten“, „Kur­se“, „Tuto­ri­als“, „Anfän­ger“ und „Ide­en“ sowie Unter-Pro­jek­te wie „Mar­ke­ting“ und „Soci­al Media Mar­ke­ting“.

Tages-, Wochen- und Monats­zie­le

Nach­dem ich alles, was mir im Kopf her­um­schwirr­te, in Lis­ten unter­ge­bracht hat­te, fiel mir schon ein zent­ner­schwe­rer Stein vom Her­zen bzw. der Brust.

Aller­dings hielt es nicht all­zu lan­ge an – nun waren die Auf­ga­ben zwar nicht mehr in mei­nem Kopf, aber immer noch nicht erle­digt und ich wuss­te auch nicht, wo ich anfan­gen soll­te.

Es fehl­te immer noch ein Sys­tem, das mir half, Prio­ri­tä­ten zu set­zen und die Din­ge auf lan­ge Sicht zu erle­di­gen.

Ich muss­te die anfal­len­den Auf­ga­ben irgend­wie auf die Tage, Wochen und Mona­te ver­tei­len.

Nach­dem ich aber schon zu Schul­zei­ten kei­nen Erfolg damit hat­te, ein­fach alles in einen Kalen­der zu schrei­ben – haupt­säch­lich, weil dabei nichts ande­res her­aus­kam als end­lo­se Lis­ten, die zum Teil nicht auf eine Sei­te pass­ten und wo außer­dem alles wahl­los neben­ein­an­der stand, habe ich mich für ein „Bul­let Jour­nal“ ent­schie­den.

Natür­lich muss man nicht alle Auf­ga­ben, die man auf­ge­schrie­ben hat sofort einem Datum zuwei­sen – da bräuch­te man ja Kalen­der für die fol­gen­den drei Jah­re. Zudem erfor­dern nicht alle Auf­ga­ben direk­tes Han­deln.

Zunächst ein­mal geht es nur dar­um, die wich­tigs­ten und dring­lichs­ten Auf­ga­ben unter­zu­brin­gen.

Das Bul­let-Jour­nal

Innere Ruhe finden mit dem Bullet Journal | © Margarita Gross

Ich habe zwar sofort als ich von die­ser Metho­de hör­te gedacht, dass sie wie für mich gemacht ist, wäre aber auch nicht über­rascht gewe­sen, hät­te es doch nicht funk­tio­niert.

Doch in Ergän­zung zu den Lis­ten ist das Bul­let Jour­nal für mich ein­fach opti­mal. Die Punk­te, die aus mei­ner per­sön­li­chen Sicht für das Bul­let Jour­nal spre­chen, sind:

  1. Es ist super sim­pel anzu­wen­den.
  2. Es ist fle­xi­bel und lässt sich genau an mei­ne spe­zi­fi­schen Bedürf­nis­se anpas­sen.
  3. Es ist die prak­tischs­te Art sein Leben zu orga­ni­sie­ren und neue Gewohn­hei­ten zu eta­blie­ren.

Das Bul­let Jour­nal ist zugleich:

  • Ter­min­ka­len­der
  • Tages­plan
  • Jah­res­über­sicht
  • Wochen­über­sicht
  • Monats­über­sicht
  • Gewohn­hei­ten-Tra­cker
  • Stun­den­plan
  • To-Do-Lis­te
  • Arbeits-/Kurs­plan
  • Notiz­buch
  • Tage­buch
  • usw.

Und alles, was man braucht sind:

  • Ein Stift.
  • Ein Notiz­buch.

Gera­de weil es eine eier­le­gen­de Woll­milch­sau ist, könn­te man mei­nen, dass es zu viel Ver­wir­rung führt und es daher umständ­lich und anstren­gend ist damit zu arbei­ten. Jedoch ist das Gegen­teil der Fall. Dadurch, dass man so vie­les gleich­zei­tig dar­in unter­brin­gen kann, ist es unheim­lich fle­xi­bel und kann bis ins kleins­te Detail den eige­nen Bedürf­nis­sen ange­passt wer­den. Es eig­net sich daher sehr gut für alle,

  • die sehr krea­tiv sind,
  • die sich stän­dig ver­bes­sern wol­len
  • und die ein bewuss­tes Leben füh­ren wol­len.

Ein wei­te­rer Vor­teil ist, dass es nicht digi­tal ist. Das wird die­ser Metho­de inter­es­san­ter­wei­se oft als Nach­teil aus­ge­legt – es sei gera­de nicht sehr effi­zi­ent, weil man ja täg­lich uner­le­dig­te Auf­ga­ben per Hand trans­fe­rie­ren müs­se, was wert­vol­le Zeit kos­te.

Ich muss sagen, dass ich das Abschrei­ben der uner­le­dig­ten Auf­ga­ben im Gegen­teil als Vor­teil emp­fin­de, da bei digi­ta­len To-Do-Lis­ten gera­de das schnel­le und ein­fa­che, das Ver­schie­ben von Uner­le­dig­tem auf den nächs­ten Tag, bei mir dazu führ­te, dass ich oft sinn­lo­sen Bal­last über Mona­te hin­weg mit­schlepp­te – müss­te ich es jeden Tag abschrei­ben, hät­te ich sol­che Auf­ga­ben längst ver­wor­fen.

Dar­über hin­aus hat das Schrei­ben auf Papier etwas Medi­ta­ti­ves. Weil das Schrei­ben mit der Hand lang­sam ist, kann ich wäh­rend des Abschrei­bens reflek­tie­ren, die Ange­le­gen­hei­ten über­den­ken und es gibt Raum für neue Ide­en. So schrei­be ich nicht ein­fach Punkt für Punkt ab – wie es bei digi­ta­len To-Do-Lis­ten der Fall war – ich wäge unter­wegs ab und tref­fe bewusst die Ent­schei­dung die­se Auf­ga­be auf­grund ihrer Wich­tig­keit zu ver­schie­ben.

Ich nut­ze das Bul­let Jour­nal haupt­säch­lich für drei Din­ge:

  1. Täg­li­che To-Do-Lis­te
  2. Habit-Tracking
  3. Wie­der­keh­ren­de Haus­halts­pflich­ten

Innere Ruhe finden mit dem Bullet Journal | © Margarita Gross

Täg­li­che To-Do-Lis­ten

Ich begin­ne meist mit den nicht ver­han­del­ba­ren Auf­ga­ben des Tages (»eat the frog«), beson­ders wich­ti­ge Auf­ga­ben bekom­men ein Stern­chen neben das Käst­chen, Ter­mi­ne erken­ne ich an einem Drei­eck statt eines Käst­chens zum Abha­ken und Noti­zen sind mit einem ein­fa­chen (Bullet-)Punkt gekenn­zeich­net, wobei ich sie oft auch mit­tels eines anders far­bi­gen Stif­tes abgren­ze.

Innere Ruhe finden mit dem Bullet Journal – To-Do-Listen | © Margarita Gross

Habit-Tra­cker

Da ich das alles nur prak­ti­zie­re, um so viel Zeit wie mög­lich frei­zu­schau­feln, für die wirk­lich wich­ti­gen Din­ge und für schö­ne Momen­te, soll­te eine umfas­sen­de Lebens­or­ga­ni­sa­ti­on natür­lich Din­ge umfas­sen wie

  • Phy­si­sche Gesund­heit
  • Psy­chi­sche Gesund­heit
  • Fer­tig­kei­ten

All die­se Punk­te zogen bei mir tag­täg­lich den Kür­ze­ren zuguns­ten der Arbeit oder ver­meint­lich wich­ti­ge­rer Ange­le­gen­hei­ten. Dar­um emp­fin­de ich es als äußerst sinn­voll sie bei der Orga­ni­sa­ti­on des Tages mit ein­zu­pla­nen.

Schließ­lich gibt es nichts Wich­ti­ge­res im Leben als Gesund­heit (sowohl phy­si­sche wie psy­chi­sche) und Mobi­li­tät. Lei­der wird auch mir die Trag­wei­te die­ser Erkennt­nis nur peri­odisch bewusst — oft mit einem Knall — wenn es mich mal ganz übel erwischt oder ich mich ver­let­ze.

Ist man krank, dann steht das Leben still,
alles ande­re ver­liert sei­ne Bedeu­tung.

Aber nicht nur wenn wir krank sind, sind wir ein­ge­schränkt in unse­rem Tun. Wenn ich mal wie­der eini­ge Tage fast aus­nahms­los am PC ver­bracht habe, dann weiß ich, dass ich das Kla­vier­spie­len ver­ges­sen kann, vom Gei­ge­spie­len ganz zu schwei­gen.

Unser Kör­per spie­gelt unse­re Lebens­wei­se wider.

Auch das woll­te ich unbe­dingt ändern, ver­fü­ge ich doch über weit­rei­chen­de Kennt­nis­se über die Fol­gen einer dau­er­haft schlech­ten Kör­per­hal­tung sowie die Fol­gen von stun­den­lan­gem ein­sei­ti­gen Kör­per­ge­brauch (z.B. den gan­zen Tag nur *klick* *klick* *klick* mit der rech­ten Hand, dazu ein ein­ge­sun­ke­ner Brust­korb, einen total ver­spann­ten Nacken, über­schla­ge­ne Bei­ne (ich beken­ne mich schul­dig >_)), nach hin­ten ein­ge­knick­ter Kopf, die Augen gera­de­aus auf den Bild­schirm star­rend…)

Die Fol­gen zu lan­gen Sit­zens, zu schwe­rer Schul­ta­schen und zu wenig Bewe­gung sieht man heut­zu­ta­ge ja schon bei Grund­schul­kin­dern: eine furcht­ba­re Kör­per­hal­tung, nicht nur ästhe­tisch, son­dern auch gesund­heit­lich bedenk­lich (Kopf- und Rücken­schmer­zen, fal­scher, unzweck­mä­ßi­ger Kör­per­ge­brauch auf­grund des ver­lo­ren gegan­ge­nen Kör­per­be­wusst­seins); schlech­te Fein- und Grob­mo­to­rik sowie die sen­so­mo­to­ri­schen Fähig­kei­ten.

Doch selbst wenn man bereits über eine über­durch­schnitt­lich gute Fein­mo­to­rik und sen­so­mo­to­ri­sche Fähig­kei­ten ver­fügt wie es bei Musi­kern der Fall ist, beein­flusst zu lan­ges Sit­zen oder das Aus­füh­ren von mono­to­nen Bewe­gun­gen über einen län­ge­ren Zeit­raum hin­weg die Bewe­gun­gen und Prä­zi­si­on beim Spie­len. Die Mus­keln wer­den über­an­sprucht oder ein­fach nur fest, der all­ge­mei­ne Mus­kel­to­nus steigt – als Musi­ker ist man damit in sei­nem Aus­druck und sei­nen Spiel­fer­tig­kei­ten stark ein­ge­schränkt.

Yoga

Um mei­ne sit­zen­de Tätig­keit zu kom­pen­sie­ren, habe ich es mir wäh­rend des Stu­di­ums zur Gewohn­heit gemacht, täg­lich Yoga zu machen und mich eini­ge Minu­ten hin­zu­le­gen und zu erden. Aus „täg­lich“ wur­de irgend­wann zwei bis drei Mal die Woche und zum Hin­le­gen kam ich noch sel­te­ner.

Die Kon­se­quen­zen mer­ke ich jedes Mal, wenn ich mich ans Kla­vier set­ze — auch die posi­ti­ven, wenn ich mal ein paar Tage PC-Pau­se mache: es ist unbe­schreib­lich! Das Spiel­ge­fühl ist abso­lut frei und mühe­los, selbst wenn ich nur unre­gel­mä­ßig geübt habe.

Man kann tat­säch­lich weni­ger Üben kom­pen­sie­ren, indem man sei­nen Kör­per geschmei­dig hält.

Umge­kehrt kann man noch so viel üben — ist man steif und fest, wird das Ergeb­nis von Tag zu Tag schlech­ter!

Medi­ta­ti­on

Genau­so wich­tig wie die phy­si­sche Gesund­heit ist die psy­chi­sche und men­ta­le. Bei mir ist es immer der­sel­be Kreis­lauf: je län­ger ich nicht medi­tie­re, umso depres­si­ver wer­de ich. Ich ver­lie­re mich völ­lig in der Arbeit, ver­ges­se buch­stäb­lich zu atmen und zu trin­ken, habe nur das Ziel vor Augen — bis ich irgend­wann so am Boden bin, dass ich ein­fach alles hin­wer­fe und erst­mal ein paar Tage zu mir kom­men muss.

War­um es soweit kom­men las­sen?

Weil es so schwer ist, „über­flüs­si­ge“ Gewohn­hei­ten zu erken­nen und ihnen den Gar­aus zu machen. Hin­zu kom­men Trug­schlüs­se wie „Heu­te geht es mir doch gut…heute muss ich nicht unbe­dingt medi­tie­ren.

Es geht recht schnell, sich gute Din­ge abzu­ge­wöh­nen und wir wis­sen alle wie schwer es ist, sich för­der­li­che Din­ge wie­der anzu­ge­wöh­nen. Egal wie sehr unser Ver­stand uns dar­an erin­nert, wie sinn­voll, toll oder höchs­te Eisen­bahn es ist, mit dem Kurs X anzu­fan­gen und es regel­mä­ßig durch­zu­zie­hen: der inne­re Schwei­ne­hund hat schon nach der ers­ten Pau­se die Zügel fest in der Hand.

Ein wei­te­rer Trug­schluss ist, dass man die Zeit „ein­spart“, wenn man es aus­fal­len lässt, um etwas ver­meint­lich Wich­ti­ge­res zu erle­di­gen. In den meis­ten Fäl­len habe ich die Zeit mit Unnö­ti­gen Din­gen wie „noch­mal schnell die E-Mails che­cken… oh, was ist das denn…“ ver­geu­det.

Innere Ruhe finden mit Meditation | © Margarita Gross

Wenn der Kopf nicht frei ist, wenn sich dau­ernd zunächst unbe­wusst irgend­wel­che Gedan­ken rein­schlei­chen — vor allem beim Musi­zie­ren — dann stört das nicht nur mas­siv die Pro­duk­ti­vi­tät, es rui­niert die gesam­te Arbeit.

Ich mer­ke mir z.B. beim Üben weni­ger, bin gestresst und ange­spannt — und all das wird beim Lern­vor­gang mit abge­spei­chert, sodass der Kör­per sich beim nächs­ten Mal schon beim Gedan­ken ans Arbeiten/​Üben anspannt und ich ent­spre­chend kei­ne Lust“ habe über­haupt anzu­fan­gen.

Medi­tia­ti­on ist das bes­te „Mit­tel“, um pro­duk­ti­ver und effi­zi­en­ter arbei­ten zu kön­nen.

Genau­so wie sich Zeit zu neh­men für bewuss­te Muße­stun­den.

Nur in die­sen „Leer­pha­sen“ kann man mit sich selbst in Kon­takt tre­ten, sich mit sei­nen Wün­schen, Ängs­ten, Glau­bens­sät­zen, Über­zeu­gun­gen und Zie­len aus­ein­an­der­set­zen, sie hin­ter­fra­gen und sich selbst bes­ser ken­nen­ler­nen.

Sich selbst und sei­ne Reak­ti­ons­mus­ter zu ken­nen, ermög­licht einem geziel­ter sein Den­ken und Ver­hal­ten zu modi­fi­zie­ren. Man muss nicht auf’s Gera­te­wohl irgend­wel­che neu­en Trends aus­pro­bie­ren, nur um fest­zu­stel­len, dass es über­haupt nichts bringt. Man weiß ganz genau an wel­cher Schrau­be man dre­hen muss, um die gewünsch­te Ände­rung vor­zu­neh­men.

Auch das ist sehr ent­las­tend, fin­de ich. So vie­le Bei­trä­ge kann man dann links lie­gen las­sen anstatt das Gefühl zu haben, dass man zu unge­bil­det ist und zu vie­les nicht weiß und wie der letz­te Hin­ter­wäld­ler dau­ernd sich selbst sabo­tiert.

Nein.

Es gibt vie­le Lösun­gen, aber nicht jede ist dei­ne Lösung, für dein „Pro­blem“.
Solan­ge du dich selbst nicht kennst, kannst du nicht gezielt an dei­nen Pro­ble­men arbei­ten.

Nabel­schau ist also wich­tig, um sich immer wie­der neu aus­zu­rich­ten und nicht nach 5 Jah­ren zu mer­ken, dass man womög­lich zwar sein Ziel erreicht hat, aber eigent­lich ger­ne wo anders wäre — dass es einem nichts mehr bedeu­tet.

Außer­dem arbei­tet es sich auch viel schwe­rer, wenn man nicht genau weiß, war­um man gera­de tut, was man tut. Man lässt sich leich­ter ablen­ken und selbst kleins­te Stein­chen auf dem Weg kom­men einem unüber­wind­bar vor (Wink mit dem Zaun­pfahl?)

Gewohn­hei­ten kul­ti­vie­ren

Bes­ser ist es dar­um dau­er­haft vor­zu­beu­gen und gute Gewohn­hei­ten zu kul­ti­vie­ren, will man ein lan­ges, unab­hän­gi­ges, fle­xi­bles und zufrie­de­nes Leben füh­ren. Dazu gehö­ren auch Medi­ta­ti­on und bewuss­te Ruhe­pha­sen.

Die­se kann man genau­so wenig mit einer Akti­on oder einer Akti­on pro Woche oder einer Akti­on pro Monat abha­ken wie gesun­de Ernäh­rung oder Fit­ness.

Gewohn­hei­ten müs­sen in den eige­nen Lebens­stil inte­griert sein, Teil der täg­li­chen Ritua­le wer­den.

Dabei kann das Bul­let Jour­nal, wenn du der Typ dafür bist, eine gro­ße Hil­fe sein.

(Falls nicht, habe ich hier fol­gen­de, digi­ta­le Alter­na­ti­ven.)

Innere Ruhe finden mit dem Bullet Journal – Tracker | © Margarita Gross

Wei­te­re Tra­cker

Putz-Plan

Neben der Pfle­ge von Gewohn­hei­ten und der Eta­blie­rung neu­er Ritua­le kön­nen Tra­cker gera­de uns Frau­en (und natür­lich auch allen Män­nern) hel­fen, die es ger­ne sau­ber und ordent­lich zu Hau­se haben. Also für Leu­te wie mich. Ich kann Unord­nung nicht lan­ge tole­rie­ren, es macht mich kir­re, wenn ich sehe, dass sich irgend­wo Sta­pel bil­den oder beob­ach­ten muss, wie die Fens­ter immer undurch­sich­ti­ger wer­den.

Und das ewi­ge War­ten auf den Früh­jahrs­putz, nur um mich end­lich wie­der frei zu füh­len, ist auch nicht so mein Ding. Dar­um gefällt mir die Idee, jeden Tag bzw. jede Woche bzw. jeden Mona­te das Nöti­ge zu unter­neh­men, damit es immer sau­ber bleibt und sich nichts anhäuft.

Da mir aber das Abzeich­nen und Auf­schrei­ben von sich wie­der­ho­len­den Haus­halts-Auf­ga­ben zu lan­ge dau­ert, habe ich mir mit Ink­scape Vor­la­gen erstellt, die ich monat­lich in mein Bul­let Jour­nal kle­be.

Innere Ruhe finden mit dem Bullet_Journal – Haushaltsplan | © Margarita Gross

Wei­te­re Din­ge, die man tra­cken kann:
  • Trai­ning
  • Trink­ver­hal­ten
  • Gele­se­ne Bücher; geschau­te Filme/​Serien, etc.
  • Peri­ode
  • Medi­ka­men­ten-/Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel-Ein­nah­me
  • Aus­ga­ben
  • Schlaf
  • Ver­brach­te Zeit mit Freun­den
  • usw.

Der Ter­min­ka­len­der

Den Ter­min­ka­len­der nut­ze ich nur für:

  1. Ter­mi­ne
  2. Dead­lines
  3. Zeit­räu­ber“

Obwohl das Bul­let Jour­nal durch­aus auch als Kalen­der die­nen kann, bevor­zu­ge ich es mei­ne Ter­mi­ne und wich­ti­gen Dead­lines in einen Ter­min­ka­len­der ein­zu­tra­gen. Dafür steht dar­in aber sonst nichts mehr — kei­ne To-Do-Lis­ten oder Noti­zen, nichts, was von den wich­ti­gen Din­gen ablen­ken könn­te.

Eine wei­te­re Funk­ti­on erfüllt er aber trotz­dem für mich: er fin­det Zeit­räu­ber. Dazu tra­ge ich wäh­rend des Tages ein, meist nach Been­di­gung einer Auf­ga­be, was ich wie lan­ge gemacht habe.

Innere Ruhe finden mit Bullet Journal und Terminplaner | © Margarita Gross

One­Note

Es ist das eine die Haus­ar­beit oder täg­li­che Erle­di­gun­gen und zu orga­ni­sie­ren und in den täg­li­chen Zeit­plan zu inte­grie­ren. Die Auf­ga­ben sind rasch ein­zel­nen Tagen oder Zei­ten zuge­ord­net und kön­nen ohne einen wei­te­ren Gedan­ken dar­an zu ver­schwen­den abge­ar­bei­tet und abge­hakt wer­den.

Hat man es aber mit grö­ße­ren, län­ger­fris­ti­gen Pro­jek­ten und Unter-Pro­jek­ten und Unter-Unter-Pro­jek­ten zu tun, ist es etwas kom­pli­zier­ter. Ein guter Über­blick ist unab­ding­bar, man muss alle Fäden in der Hand hal­ten und sie jeder­zeit nach­ver­fol­gen kön­nen. Man muss auch nach­ver­fol­gen kön­nen, wie weit ein Pro­jekt fort­ge­schrit­ten ist und was jeweils als nächs­tes zu tun ist. Es muss klar sein, wer zu wel­cher Zeit, wann und wie lan­ge an einer Auf­ga­be arbei­tet. Es wird umso kom­ple­xer, je mehr Leu­te an dem Pro­jekt betei­ligt sind.

Zum Glück sind wir nur zu zweit, wes­halb wir lan­ge Zeit auch so ganz gut zurecht kamen…naja, bis auf die Tat­sa­che, dass wir etwas län­ger brauch­ten, um auf­zu­drö­seln was von den hun­dert Auf­ga­ben die höchs­te Prio­ri­tät hat, was am Dring­lichs­ten ist usw. Wir haben One­Note benutzt, einen syn­chro­ni­sier­ten Ord­ner, in dem wir alle To-Dos nach Auf­ga­ben­ge­biet sor­tiert hat­ten.

Zum Bei­spiel war der Ord­ner „Tuto­ri­als“ unter­teilt in „als nächs­tes bear­bei­ten“, „als nächs­tes auf­neh­men“, „als nächs­tes schnei­den“, „als nächs­tes hoch­la­den“, usw. Es waren aber nicht nur „To-Do-Lis­ten“ in dem Ord­ner, son­dern auch Inspi­ra­tio­nen, Text­aus­schnit­te, Noti­zen, Ide­en, usw. Für mich war das irgend­wann zu viel.

Es nerv­te mich, dass Auf­ga­ben erle­digt, aber nicht ent­fernt wur­den. Es war ein To-Do-Lis­ten-Fried­hof und ich moch­te schon mor­gens den Gedan­ken an die­sen Ord­ner nicht. Man ver­sank dar­in und kam nur gestresst wie­der raus.

Immer wie­der wur­de ich zum Ord­nen und Umsor­tie­ren ver­lei­tet, um dem „Cha­os“ irgend­wie Herr zu wer­den. Ja, es war geord­net und ora­ni­siert – und trotz­dem chao­tisch.

Zum Glück stieß ich aber durch Zufall auf den Arti­kel, in dem ein ande­res Pro­gramm vor­ge­stellt wur­de (dazu geich). Ich habe sofort ange­fan­gen, alle „To-Dos“ zu über­tra­gen. One­Note nut­ze ich jetzt nur noch:

  1. zur Ide­en-Fin­dung
  2. um mich in ein neu­es The­ma ein­zu­ar­bei­ten,
  3. für Buch­zu­sam­men­fas­sun­gen (zum Teil nach Kapi­teln)
  4. für Anlei­tun­gen (z.B. Haut­re­tu­sche Schritt für Schritt)
  5. und für Code-Schnip­sel oder Infos, die ich immer wie­der brau­che.

Das neue Online-Tool stel­le ich auf der nächs­ten Sei­te vor.

Wie ich Ord­nung in mein Leben brach­te – Teil 1

Wie alles begann

Woher ich kam

Seit mei­ner Schul­zeit bis zum Ende mei­nes Stu­di­ums war ich der „ehr­gei­zi­ge“ Typ. Alle Leh­rer lob­ten stets mei­nen Fleiß, mei­nen Ehr­geiz, mei­ne Aus­dau­er und mei­ne all­ge­mein hohe Arbeits­mo­ral. Obwohl ich mich münd­lich so gut wie nie am Unter­richt betei­lig­te, hat­te ich immer gute Noten.

Ich habe immer 120% gege­ben.

Ich war bei einer Klau­sur immer die letz­te, die noch da saß und die Mit­tags­pau­se der armen Leh­rer ver­kürz­te. Die letz­ten Meter waren für mich immer die schlimms­ten.

Ich habe da näm­lich noch eine – an sich sehr lobens­wer­te – Eigen­schaft: ich bin gründ­lich und ver­bis­sen.

Sysy­phus-Arbeit?

Für mich kein The­ma. Ich bin detail-ver­ses­sen.

Ich gehe erst, wenn die Arbeit erle­digt ist.

Ich unter­bre­che erst dann eine unvoll­ende­te Auf­ga­be, wenn man mich mit Gewalt davon abbringt.
#Ver­bis­sen­heit #Stur­heit

Essen? Schla­fen? Trin­ken? Auf’s Klo gehen?

Das wur­de solan­ge unter­drückt und aus­ge­hal­ten, wie das Gehirn noch ansatz­wei­se funk­ti­ons­fä­hig war…

(Wei­ter­le­sen: War­um man sei­ne Bedürf­nis­se nicht igno­rie­ren soll­te, Das ist kei­ne Selbst­lie­be)

Ich bin gründlich | Margarita Gross

Mei­ne 120% haben am Ende der Schul­zeit aber nicht mehr wirk­lich gereicht, um mei­ne man­geln­de münd­li­che Mit­ar­beit aus­zu­glei­chen. Da kam mir dann auch die Erkennt­nis, dass es nicht an mei­ner Intel­li­genz (dar­an hat sowie­so außer mir nie ein Leh­rer gezwei­felt, wei­ter­le­sen) und feh­len­dem Wis­sen lag, son­dern schlicht und ergrei­fend an mei­ner (nicht vor­han­de­nen) Lern­me­tho­de (mehr dazu: ALLES“ ist wich­tig“)

Wegen mei­ner Gründ­lich­keit und mei­nes Per­fek­tio­nis­mus, hat­te ich immer mehr Schwie­rig­kei­ten in Fächern wie Deutsch und Geschich­te recht­zei­tig „zum Ende“ zu kom­men. Wenn ich Tex­te ana­ly­siert habe, dann Wort für Wort, Kom­ma für Kom­ma… Mei­ne Ana­ly­sen wur­den zwar immer gelobt, jedoch bekam ich kei­ne 15 Punk­te mehr. Ich hat­te ein­fach nie genug Zeit für das Fazit, die Schluss­fol­ge­rung, die Zusam­men­fas­sung — das, wor­auf es in einer Klau­sur ankam und der Grund, wes­halb Auf­ga­be 1 und 2 vor­an­ge­stellt waren.

Wäh­rend des Stu­di­ums hat­te ich mit den Klau­su­ren zwar kei­ne Pro­ble­me, weil man das The­ma schon kann­te und ich Zuhau­se bereits die Ana­ly­sen machen und mir ein Fazit grob über­le­gen konn­te. Aller­dings mach­te mir mei­ne Unfä­hig­keit Auf­ga­ben (Haus­ar­bei­ten, Refe­ra­te), die nicht voll­endet oder „per­fekt“ erle­digt waren, ruhen zu las­sen, wie­der­um das Leben schwe­rer als es hät­te sein müs­sen.

An einer Haus­ar­beit saß ich wochen­lang von mor­gens bis abends. Schon der ers­te Ent­wurf des Inhalts­ver­zeich­nis­ses glich vom Anspruch her eher der Ein­lei­tung zu einer Dok­tor­ar­beit (so auch der Kom­men­tar mei­nes Pro­fes­sors).

Es mach­te mich wahn­sin­nig, kür­zen und das The­ma auf einen Aspekt beschrän­ken zu müs­sen (übri­gens das gan­ze Ziel einer Haus­ar­beit).

Dia­gno­se: chro­ni­scher Zeit­man­gel.

Fol­gen­de Punk­te waren letz­lich dafür ver­ant­wort­lich, dass mein Leben 10 Jah­re lang von Stress, Angst und einem star­ken inne­ren Unru­he­ge­fühl geprägt war:

Wei­ter­le­sen

Wie ich Ord­nung in mein Leben brach­te – Teil 3

Innere Ruhe finden mit Trello | © Margarita Gross

Nach­dem ich bereits seit über einem Jahr ver­such­te mich mit­tels Life Plan­ner und dem Bul­let Jour­nal nach der GTD-Metho­de zu orga­ni­sie­ren, gab es immer noch Berei­che und Auf­ga­ben, die mir Kopf­schmer­zen berei­te­ten. Ein Bereich was das Blog­gen. Ich habe etli­che Lis­ten mit Blog-The­men, die sich sta­pel­ten, im Life Plan­ner wie auch in One­Note und sogar in mei­nem Notiz­block, den ich immer bei mir habe, falls mir unter­wegs nach skiz­zie­ren einer Idee zumu­te ist.

Die­se end­los lan­gen Lis­ten über­for­der­ten mich. Sie waren zwar raus aus mei­nem Kopf, aber immer noch da — und es war unklar für wie lan­ge noch, denn der „nächs­te Schritt“ war so nicht defi­nier­bar.

Ich wuss­te, so konn­te es nicht wei­ter­ge­hen.

Vor allem was mei­nen Haupt-Blog betraf, was ein gro­ßes Her­zens­pro­jekt war. Es mach­te mich fer­tig, dass ich alle Lösun­gen hat­te, die ich als Teen­ager so ver­zwei­felt über­all gesucht habe und nir­gend­wo fand: nicht bei mei­nen Leh­rern, nicht in der Biblio­thek, nicht in Video-Kur­sen und schon gar nicht im Inter­net (im Jahr 2002 nicht und heu­te genau­so wenig). Wir saßen auf dem Wis­sen, dass so vie­len hel­fen könn­te — EINE Lösung für VIE­LE Pro­ble­me. Sowas wie die For­mel e=mc² für’s Kla­vier- und Gei­ge­spie­len.

Doch ich hat­te die­se Blo­cka­de. Ich wuss­te nicht, wo ich bit­te anfan­gen soll. Dazu kam, dass wir noch an einem wei­te­ren Kurs und einem wei­te­ren grö­ße­ren Pro­jekt saßen.

Ich habe schon zu Redak­ti­ons­plä­nen recher­chiert, aber die Vor­schlä­ge über­zeug­ten mich nicht. Excel ist zwar ganz nett dafür, aber ein­fach nicht mein Ding. Ich kann nur von mei­nem PC dar­auf zugrei­fen, ich kann sie nicht mit mei­nem Part­ner tei­len, ich kann nicht mit Far­ben und Schlag­wör­tern arbei­ten.

Doch eines Tages, ganz unver­mit­telt, sah ich bei Face­book die­sen Bei­trag von Katha­ri­na Lewald. Weil ich ihre infor­ma­ti­ve Art zu schrei­ben moch­te — was bei mir immer eine gro­ße Rol­le spielt — und mir ihr Blog-Design gefiel, bin ich dem Link gefolgt statt den Bei­trag wie so oft nur zu über­flie­gen („weiß ich schon, kenn ich, bestimmt wie­der nur Wer­bung, sicher zu kom­pli­ziert, brauch ich nicht drauf gehen“).

Unter Punkt #8 fand ich dann genau das, wonach ich solan­ge gesucht habe: ein Tool bzw. eine Pro­jekt­ma­nage­ment-Soft­ware, die sich ein­fach per­fekt für Redak­ti­ons­plä­ne eig­ne­te.

Ich muss­te nur das Screen­shot sehen und ich wuss­te: das ist es!!

Ich fol­ge sogleich dem Link zum Redak­ti­ons­plan und fand dort einen ande­ren wun­der­ba­ren Screen­shot. Sofort habe ich mich bei Trel­lo ange­mel­det und mei­ne ers­ten Boards ange­legt.

Bei Trel­lo gibt es:

  1. Boards (Ober­the­ma)
  2. Lis­ten (Kate­go­rie, Unter­punkt)
  3. Kar­ten (grö­ße­re Auf­ga­be).
  4. Inner­halb der Kar­ten: Check­lis­ten
Board 1: Blog-Ide­en

Ich habe mir drei Boards zum The­ma „Blog“ ange­legt. Das ers­te Board („Blog-Ide­en“) hät­te ich auch weg­las­sen kön­nen und die Ide­en wie gehabt im Life-Plan­ner sam­meln. Aller­dings habe ich so oft unter­wegs Ide­en, dass es für mich prak­ti­scher ist dafür ein Online-Tool zu nut­zen. Außer­dem habe ich gern alles, wor­an ich jetzt und in naher Zukunft arbei­te an einem Ort.

Auf die­ses Board kom­men nun also the­ma­tisch sor­tiert alle mei­ne Ide­en. Zur Zeit habe ich 30 Lis­ten mit Ide­en zu mei­nem Haupt-Blog. Hier ein Bei­spiel:

Innere Ruhe finden mit Trello – Boards| © Margarita Gross

Board 2: Edi­to­ri­al Calen­dar (Redak­ti­ons­plan)

Das Sen­sa­tio­nel­le kommt jetzt: das drit­te Board – der Redak­ti­ons­plan. Nun suche ich mir die wich­tigs­ten oder inter­es­san­tes­ten The­men aus und ord­ne sie den Mona­ten zu. So sehe ich auf einen Blick, wel­che Blog-Arti­kel ich in die­sem Monat schrei­ben möch­te.

Die­ses Tool hat mein Leben so viel leich­ter gemacht!

Nach die­sem Mus­ter habe ich auch alle ande­ren Lebens­be­rei­che orga­ni­siert, doch dazu spä­ter. Jeden­falls fühl­te es sich an als wür­de man mir einen blei­schwe­ren Man­tel von den Schul­tern neh­men, die Über­for­de­rung nahm lang­sam ab.

Und das Bes­te ist: man kann den ein­zel­nen Auf­ga­ben-Kar­ten Labels geben, ja — Labels!

Ich ver­wen­de sie auf dem Edi­to­ri­al Calen­dar-Board („XY-Blog“ auf dem Bild), um auf einen Blick zu sehen, wel­che Kate­go­ri­en ver­tre­ten sind. So kann ich die The­men gleich­ge­wich­te­ter auf die Mona­te ver­tei­len. (Eine wei­te­re Mög­lich­keit Labels zu nut­zen beschrei­be ich wei­ter unten.)

Innere Ruhe finden mit Trello – Listen | © Margarita Gross

Board 3: Aktu­el­ler Bei­trag (Optio­nal)

Aber es geht noch wei­ter. Ich muss nun zuse­hen, dass ich die monat­li­chen Auf­ga­ben (zu denen ja nicht nur Blog-Arti­kel schrei­ben gehört) sinn­voll auf die Wochen ver­tei­le bzw. zumin­dest auf die kom­men­de. Dafür habe ich ein drit­tes Board ange­legt „Aktu­el­ler Bei­trag“:

Innere Ruhe finden mit Trello – Listen | © Margarita Gross

Auf die­sem Board sehe ich, in wel­chem Sta­di­um sich ein Bei­trag gera­de befin­det. Bei mir durch­läuft ein Bei­trag 6 Sta­di­en, ich über­le­ge noch „Ent­wurf“ mit rein­zu­neh­men:

  1. — Recher­che
  2. — (Ent­wurf)
  3. — In Arbeit (schrei­ben)
  4. — Edi­tie­ren
  5. — Gra­fi­ken, Bil­der
  6. — Bewer­ben, Soci­al Media
  7. — Bewer­ben 2

Wow. Es ist also mög­lich.

End­lich habe ich den abso­lu­ten Über­blick ohne dass es sich belas­tend oder über­for­dernd anfühlt, son­dern im Gegen­teil. Ich war über­rascht, wie „mach­bar“ alles plötz­lich schien. Das mul­mi­ge Gefühl, das ich sonst ver­spür­te, wenn ich mal wie­der ein neu­es Sys­tem, einen neu­en „Plan“ betrach­te­te, waren weg, weil die unbe­wuss­ten Zwei­fel an dem jewei­li­gen Sys­tem nicht da waren. Nun ist alles nicht nur wun­der­bar geord­net, die Auf­ga­ben sind auch sys­te­ma­tisch abge­legt und ter­mi­niert.

Die­sem Tool, die­sem Sys­tem kann ich voll und ganz ver­trau­en. 🙂

Board: @ Nächs­ter Schritt

Natür­lich besteht ein Unter­neh­men nicht nur aus einem Blog. Wäh­rend ich für das The­ma Blog gleich 3 Boards ange­legt habe, fas­se ich alle übri­gen The­men in einem Board zusam­men. Das heißt kon­kret: ich behal­te die Kar­ten-Orga­ni­sa­ti­on des Edi­to­ri­al Calen­dars bei.

Ich habe also die Jah­res­zie­le im ers­ten Board und die dar­in ent­hal­te­nen The­men ver­tei­le ich auf die Mona­te (Monats­zie­le).

Hin­zu kom­men noch zwei wei­te­re Boards, die sich als sehr nütz­lich erwie­sen haben: „To-Do die­sen Monat“ und „In Arbeit“. Das sieht dann so aus:

Innere Ruhe finden mit Trello – Karten | © Margarita Gross

Auf die­sem Board ver­zich­te ich auch den ein­zel­nen Auf­ga­ben Kate­go­ri­en in Form von Labels zuzu­wei­sen. Das ist für mich revo­lu­tio­när. Denn ich kann­te bis dato kei­ne ande­re Metho­de Din­ge und Auf­ga­ben über­sicht­lich zu ord­nen als sie Kate­go­ri­en zuzu­wei­sen. Woll­te ich sie dann auch noch nach Dead­lines sor­tie­ren, bräuch­te ich X Win­dows-Ord­ner/­Lis­ten/O­ne­Note-Abschnit­te/Boards. Soweit kam es nie, statt­des­sen schau­te ich nur peri­odisch rein und die Auf­ga­ben düm­pel­ten so vor sich hin.

Jetzt benut­ze ich Labels, um den Auf­ga­ben einen Sta­tus zuzu­wei­sen.

Zum Bei­spiel:

  • rot: drin­gend
  • gelb: wich­tig
  • grün: noch Zeit
  • blau: abklä­ren
  • lila: noch 1 Schritt
  • grau: nach­fra­gen

Ein wei­te­rer Vor­teil zum Life Plan­ner ist, dass man Auf­ga­ben bzw. Kar­ten ganz ein­fach ver­schie­ben kann — von Lis­te zu Lis­te und von Board zu Board. Außer­dem kann ich grö­ße­re Auf­ga­ben bün­deln, indem ich in einer Kar­te eine Check­lis­te anle­ge. So las­sen sich Teil-Auf­ga­ben und Teil-Zie­le nach­ver­fol­gen ohne dass die all­ge­mei­ne Über­sicht dar­un­ter lei­det. (Dazu gleich mehr.)

Nicht zuletzt nut­ze ich die „Kom­men­tar-Funk­ti­on“ der Kar­ten auch dazu Links dort abzu­le­gen. Wenn ich z.B. auf einer Sei­te etwas lese, dass mich zu einem bestimm­ten Blog-Bei­trag inspi­riert oder wenn ich die Sei­te zwecks Recher­che noch ein­mal auf­su­chen möch­te, dann habe ich sie gleich „griff­be­reit“.

Pri­va­tes Leben orga­ni­sie­ren

Mit Trel­lo kann man nicht nur sein geschäft­li­ches, son­dern natür­lich auch sein pri­va­tes Leben wun­der­bar (ich wür­de sogar sagen, gera­de­zu per­fekt) orga­ni­sie­ren.

Ich hal­te mich aber auch hier an fol­gen­de Lis­ten:

  • Jah­res­auf­ga­ben
  • In Arbeit
  • To-Do die­sen Monat
  • Jan — März
  • April — Juni
  • Juli — Sept.
  • Okt. — Dez.
  • Viel­leicht / Irgend­wann

In die­se Lis­ten kommt ALLES rein, was ich in einem Jahr zu tun geden­ke. Moment, nicht nur „geden­ke“, hier kom­men nur ich wür­de sogar „nächs­te Schrit­te“ rein.

Ich begin­ne das Jahr also mit der Erstel­lung des Boards „Jah­res­auf­ga­ben“.

Da kommt alles rein, was ich in die­sem Jahr an Auf­ga­ben habe, die nichts mit der Arbeit zu tun haben.

Als nächs­tes sor­tie­re ich alle Auf­ga­ben aus, die kei­ne beson­ders hohe Prio­ri­tät haben, die kom­men dann auf die ich wür­de sogar „Viel­leicht / Irgendwann“-Liste. Zusätz­lich habe ich noch die­se Lis­ten:

  • @ Mama
  • @ Oma
  • @ Inter­net (Recher­che)
  • @ Freun­de

Die­se Lis­ten spre­chen für sich: hier kommt alles rein, was ich noch mit mei­ner Mut­ter und Oma bespre­chen möch­te oder beim nächs­ten Besuch mit­neh­men oder hin­brin­gen muss, was ich im Inter­net zu tun habe und auch Noti­zen zum letz­ten Gespräch, das ich mit einer Freun­din geführt habe und wel­che Punk­te ich dem­nächst mit ihr bespre­chen möch­te.

Innere Ruhe finden mit Trello – Karten | © Margarita Gross

Ich hat­te auch zunächst eine „Lesen-Lis­te“ auf die­sem Board (alle Bücher, die ich aktu­ell lese). Aller­dings habe ich dar­aus jetzt ein eige­nes Board gemacht.

Manch­mal, wie bei sich wie­der­ho­len­der Haus­ar­beit, ist es über­sicht­li­cher und prak­ti­scher alle Teil-Auf­ga­ben als Check­lis­te in einer Kar­te auf­zu­füh­ren.

Das heißt, Auf­ga­ben, die monat­lich zu tun sind, z.B. Kühl­schrank put­zen, kom­men als Check­lis­te auf eine Kar­te „Haus­ar­beit monat­lich“. Die­se Kar­te kann man auch als wie­der­keh­ren­de Kar­te anle­gen. Man archi­viert sie dann nicht, son­dern setzt ein­fach das „Due Date“ immer wie­der neu.

Oder man hat nur eine Kar­te „Haus­ar­beit“ und dar­in legt man drei Check­lis­ten an:

  • Haus­ar­beit wöchent­lich“,
  • Haus­ar­beit monat­lich“,
  • Haus­ar­beit wöchent­lich“.

Innere Ruhe finden mit Trello – Checklisten | © Margarita Gross

Das­sel­be kann man auch mit Büchern machen, die mal lesen will.

Ein­fach eine Lis­te „Bücher“ anle­gen und dar­in meh­re­re Check­lis­ten — je eine pro Kate­go­rie.

In die­sem Fall woll­te ich aber ger­ne auf einen Blick sehen, wel­che Bücher ich in wel­cher Kate­go­rie habe, wes­halb ich mich für ein ein­zel­nes Board nur für Bücher ent­schie­den habe:

Innere Ruhe finden mit Trello – Boards | © Margarita Gross

Das ist natür­lich nur eine Mög­lich­keit Trel­lo für pri­va­te Zwe­cke zu nut­zen. Gene­rell ist das Tool mei­ner Mei­nung nach sehr gut mit der GTD-Metho­de ver­ein­bar. Ich wer­de dar­auf sicher in einem zukünf­ti­gen Bei­trag noch wei­ter ein­ge­hen.

Nach­trag:

Mitt­ler­wei­le nut­ze ich Trel­lo auch als Life Plan­ner. Der Pro­zess der Wochen­pla­nung läuft dann in etwa so ab:

  1. Ich schaue in mein Bul­let Jour­nal, was gera­de „in Arbeit“ ist, was ich gege­be­nen­falls auf mor­gen ver­schie­ben muss und was ich viel­leicht kom­plett strei­chen könn­te.
  2. Dann neh­me ich in mei­nen Ter­min­ka­len­der und schaue, ob mor­gen wich­ti­ge Ter­mi­ne anste­hen oder eine Dead­line.
  3. Als nächs­tes gehe ich auf mein „@ Nächs­te Schritte“-Board (Trel­lo) und schaue, was die­sen Monat ansteht. Dann über­tra­ge ich die Auf­ga­be, die am bes­ten in den Zeit­rah­men passt in mein Bul­let Jour­nal für den nächs­ten Tag.
  4. Möch­te ich einen neu­en Blog-Bei­trag schrei­ben, schaue ich auf das Board „Edi­to­ri­al Calen­dar“, wel­che Blog­ar­ti­kel ich in die­sem Monat schrei­ben woll­te.
  5. Ist schon ein Arti­kel in Arbeit, dann schaue ich auf dem Board „Aktu­el­ler Bei­trag“, in wel­chem Sta­di­um sich der Bei­trag befin­det und was als nächs­tes zu tun ist.
  6. Muss ich z.B. einen Bei­trag edi­tie­ren, dann schrei­be ich „XY-Bei­trag edi­tie­ren“ in mein Bul­let Jour­nal.

Soll­te sich am nächs­ten Tag abzeich­nen, dass ich für eine Auf­ga­be doch kei­ne Zeit habe, dann kommt es auf die To-Do-Lis­te für den nächs­ten Tag (im Bul­let Jour­nal!). Zeich­net sich ab, dass ich es wie­der nicht schaf­fe, dann ver­schie­be ich es auf nächs­te Woche. Soll­te etwas län­ger­fris­ti­ges dazwi­schen kom­men, dann wür­de ich die Auf­ga­be in die Trel­lo-Lis­te für den nächs­ten Monat ver­schie­ben.

Was ist mit dir?

Ich hof­fe, ich konn­te dem ein oder ande­ren ein paar Inspi­ra­tio­nen geben, wie man sein Leben gefühlt und prak­tisch (wei­der) etwas mehr in die eige­nen Hän­de neh­men kann.

Gera­de für Krea­ti­ve, die stän­dig vor Ide­en plat­zen und die auch öfter neue Din­ge ange­hen, neue Pro­jek­te star­ten, kur­ze und auch län­ger­fris­ti­ge, ist es wich­tig, ein funk­tio­nie­ren­des Sys­tem zu haben, wie man schnell einen kla­ren Kopf bekommt.

Wen das alles im Moment immer noch zu auf­wen­dig und kom­pli­ziert ist — klar, sowas braucht zunächst ein­mal Zeit und Pla­nung bevor es einem hilft Zeit zu spa­ren und einen zu ent­las­ten — der kann für’s ers­te ein­fach auf die gute alte „Alles,-was-gerade-in-meinem-Kopf-herumschwirrt-einfach-ohne-Unterbrechung-runterschreiben-Methode“ (auf Eng­lisch etwas kna­cki­ger unter dem Begriff „bra­in­dum­ping“ bekannt) zurück­grei­fen.

Und erst danach das Auf­ge­schrie­be­ne spe­zi­el­len Lis­ten zuwei­sen und die ein­zel­nen Punk­te auf der Lis­te in kon­kre­te Hand­lungs­an­wei­sun­gen umfor­mu­lie­ren.

Der ers­te Schritt ist dann schon mal getan, und man fängt nicht mit dem Gefühl der Über­for­de­rung an, son­dern hof­fent­lich mit der von Leich­tig­keit, Zuver­sicht und Selbst­ver­trau­en.

Wie sieht es mit dir aus? Hast du schon dein Sys­tem gefun­den? Kann­test du die hier vor­ge­stell­ten Ide­en schon, wenn ja, wie hast du sie umge­setzt?

Oder hast du viel­leicht noch ein paar Tipps und Tricks für mich? Schreib sie unten in die Kom­men­ta­re, ich bin immer offen für neue Anre­gun­gen!

Nach­wei­se

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via Img­flip GIF Gene­ra­tor

Innere Ruhe finden mit Meditation | © Margarita Gross

Wie ich mei­ne inne­re Ruhe wie­der­ge­fun­den habe – Teil 1

Hil­fe, ich glau­be, mein Kopf explo­diert!

Kennst du die­sen Moment, wenn dir plötz­lich die Decke auf den Kopf fällt? Wenn alles ein­fach zu viel wird und man ein­fach nur alles zurück­las­sen und weg­lau­fen möch­te?

Ich glau­be, das Jahr 2015 war ein Jahr, in dem es beson­ders vie­len so erging. Zumin­dest las­sen zum The­ma „wie ord­ne und orga­ni­sie­re ich mein Leben“ explo­die­ren­den Blog­posts und You­Tube-Vide­os im ver­gan­ge­nen Jahr dar­auf schlie­ßen. Im glei­chen Zug wur­de auch der „Mini­ma­lis­mus“ als Lebens­stil und Phi­lo­so­phie sehr popu­lär.

In die­sem Bei­trag möch­te ich mit dir tei­len, wel­che Schrit­te ich unter­nom­men habe, um wie­der zu mir selbst zu fin­den und mein Leben wie­der über­bli­cken zu kön­nen.

Pro­blem­ana­ly­se

Ich habe eine sehr hohe Frus­tra­ti­ons­to­le­ranz, kann also Misstän­de sehr lan­ge tole­rie­ren — sei­en es äuße­re Umstän­de oder inne­res Unwohl­sein. Das gilt in unse­rer Gesell­schaft als löb­lich, ins­be­son­de­re aus Arbeit­ge­ber­sicht, doch die Kehr­sei­te die­ser Medail­le ist, dass dar­in schon der Samen für Bur­nout und/​oder Depres­sio­nen mun­ter gedeiht und bei den einen frü­her, bei ande­ren spä­ter zu einem lei­sen oder auch sehr lau­ten Zusam­men­bruch führt.

Das geschieht zwangs­läu­fig und ich als Arbeit­ge­ber wür­de da hell­hö­rig wer­den, sofern ich beab­sich­ti­ge lang­fris­tig pro­duk­ti­ve Mit­ar­bei­ter zu beschäf­ti­gen und zwar aus dem fol­gen­den Grund: Men­schen, die ihre eige­nen psy­chi­schen, men­ta­len und phy­si­schen Gren­zen lan­ge Zeit igno­rie­ren,

  • bren­nen frü­her aus,
  • sind unzu­frie­den und kön­nen dar­um nicht ihr Bes­tes geben.
  • sind unmo­ti­viert und nicht so pro­duk­tiv wie sie sein könn­ten.

Man kann nicht wochen-, mona­te- und mit­un­ter jah­re­lang gegen die Natur arbei­ten und die hat nun ein­mal Ruhe­pau­sen vor­ge­se­hen, um die Akkus wie­der auf­zu­la­den. Bleibt das aus, arbei­tet und lebt man auf Spar­flam­me, ist dabei trotz­dem inner­lich unru­hig, gehetzt und gestresst und irgend­wann gibt es einen Kurz­schluss — und plötz­lich geht gar nichts mehr.

Für ein ernst­haf­tes Unter­neh­men, das Wert auf ein gutes Arbeits­kli­ma und pro­duk­ti­ve Mit­ar­bei­ter legt, ist das nicht wün­schens­wert.

Für uns sel­ber sowie­so nicht. Wer dau­ernd aus­ge­powert ist, ist zwangs­läu­fig im Hams­ter­rad gefan­gen — für mehr reicht die Ener­gie ein­fach nicht.

Dar­un­ter lei­den nicht nur wir sel­ber, son­dern ins­be­son­de­re die Men­schen, die uns wich­tig sind: Fami­lie und Freun­de. Wir haben ein­fach kei­ne Kraft ihnen die Zeit und Auf­merk­sam­keit zu wid­men, die ihnen gebührt.

Viel ist in den letz­ten Jah­ren von „Work-Life-Balan­ce“ die Rede — wir neh­men es zur Kennt­nis und set­zen uns noch mehr unter Druck.

Die Sache ist, dass die all­seits pro­pa­gier­te Balan­ce mit unse­rem Wirt­schafts­sys­tem und unse­ren gesell­schaft­li­chen Wer­ten nicht ver­ein­bar ist. Wir haben einen sehr engen Spiel­raum für Aus­gleich zu sor­gen und müs­sen daher ganz gezielt unse­re klei­nen Frei­räu­me suchen, um bei dem all­täg­li­chen Tru­bel nicht dau­ernd den Kopf zu ver­lie­ren.

Zum Glück habe ich unter ande­rem mit­hil­fe mei­nes Freun­des gelernt, auf mei­nen Kör­per zu hören und mir Zeit für mich und für Erho­lung zuzu­ge­ste­hen. Wäh­rend ich frü­her mei­ne Bedürf­nis­se kom­plett igno­riert habe, lei­he ich ihnen heu­te mein Ohr. Auf­grund der besag­ten hohen Tole­ranz­schwel­le kann es den­noch etwas dau­ern, bis ich STOP sage.

Wenn alles zu viel wird, zie­he die Not­brem­se — sage STOP. Klick um zu Twee­ten

Ich mache das meist an einem Wochen­en­de, sodass ich wirk­lich ein­mal kom­plett los­las­sen kann und nicht doch noch zu einem Ter­min oder ein­kau­fen muss.

Schritt 1: Lis­ten, Lis­ten, Lis­ten

Dann neh­me ich mir ein paar lee­re Blät­ter und schrei­be alles auf, was mir in den Sinn kommt (nach der Liqui­da­tor-Metho­de).

Schritt 2: Orga­ni­sie­ren

Wenn das erle­digt ist,

  1. Strei­che ich alles durch, was kei­ne zukünf­ti­gen Hand­lun­gen erfor­dert;
  2. Neh­me ich mir mei­nen Life Plan­ner und schrei­be nach Kon­text sor­tiert alle Din­ge auf, die noch zu erle­di­gen sind (nach der GTD-Metho­de);
  3. Schrei­be alle Ter­mi­ne und Dead­lines in mei­nen Kalen­der;
  4. Und ver­tei­le alle Ange­le­gen­hei­ten, die kein Han­deln erfor­dern, aber trotz­dem wich­tig sind, auf die Ideen“-Liste und die „Vielleicht/Irgendwann“-Liste.

Schritt 3: Pla­nen

Vom Gro­ßen zum Klei­nen

Wenn auch das erle­digt ist, ist der Kopf zwar schon viel frei­er, aber man weiß immer noch nicht, wie man die gan­zen losen Enden sys­te­ma­tisch redu­zie­ren kann, damit sie lang­sam ver­schwin­den und es sich nicht dau­ernd so anfühlt, als wür­de einem die Decke auf den Kopf fal­len — eine schwe­re Decke aus tau­send inein­an­der ver­wo­be­nen Ver­ant­wort­lich­kei­ten, uner­le­dig­ten Auf­ga­ben, Pflich­ten und Zwän­gen.

Als nächs­tes muss ich also alle zu erle­di­gen­den Ange­le­gen­hei­ten in To-Do-Lis­ten umwan­deln.

Ich emp­feh­le jedoch aus­drück­lich den Kalen­der nur für fes­te Ter­mi­ne und Dead­lines zu benut­zen. Das kann auch eine Tages­auf­ga­be sein, die man in einem bestimm­ten Zeit­fens­ter erle­di­gen will — er soll­te aber nicht für To-Do-Lis­ten „miss­braucht“ wer­den!

To-Do-Lis­te

Kurz­fris­ti­ge und lang­fris­ti­ge

Wich­tig ist, sich klar zu machen, dass es Din­ge gibt, die man bald erle­di­gen will oder muss und Din­ge, die man lang­fris­tig plant.

Bei­spiels­wei­se muss ich den Ersatz­rei­fen mor­gen wech­seln, das Auto muss aber erst in eini­gen Mona­ten zum TÜV. Oder ich will mor­gen einen Blog-Bei­trag zum The­ma X schrei­ben, die­ser Bei­trag ist aber Teil einer Serie oder Con­tent-Stra­te­gie, die ich ent­spre­chend vor­aus­pla­nen muss.

Ich ver­wen­de für alle lang­fris­ti­gen Ange­le­gen­hei­ten Trel­lo und für mei­ne täg­li­chen To-Do-Lis­ten ein Bul­let Jour­nal.

Trel­lo

Sor­tie­ren, Pla­nen, Orga­ni­sie­ren

Wenn mir also beim Lis­ten schrei­ben eini­ge The­men in den Sinn kamen, die ich unbe­dingt in mei­nem Blog behan­deln will, die aber nichts in mei­nem Kalen­der ver­lo­ren haben — weil ich ja noch gar kei­nen Plan gemacht habe für die kom­men­den Tage und Wochen — dann schrei­be ich es auf die ent­spre­chen­de Ide­en-Lis­te in mei­nem Life Jour­nal. (Hier ist es sinn­voll unter dem Rei­ter „Ide­en“ Unter-Rei­ter zu erstel­len, z.B. „DIY-Ide­en“, „Som­mer­ak­ti­vi­tä­ten“, usw.).

Wenn mir zum Bei­spiel vie­le Ide­en zu mei­nem Blog oder einem DIY-Pro­jekt oder einer Geburts­tags­par­ty usw. gekom­men sind, dann mache ich Trel­lo auf und schrei­be auf das Blog-Ide­en-Board bzw. das DIY-Board bzw. das Geburts­tags­par­ty für X-Board die Ide­en nach Kate­go­ri­en sor­tiert auf.

Auf das­sel­be Board kom­men auch alle ande­ren wich­ti­gen Punk­te, die mit der Sache zusam­men­hän­gen.

Zum Bei­spiel

  1. die Gäs­te­lis­te,
  2. die Lie­fe­ran­ten,
  3. usw.

bei der Geburts­tags­par­ty;

  1. Inspi­ra­ti­ons-Bil­der,
  2. Vor­la­gen
  3. usw.

beim DIY-Pro­jekt und Soci­al Media Akti­vi­tä­ten und die Web­site betref­fen­de Punk­te beim Blog.

Als nächs­tes gehe ich auf mein Als Nächs­tes-Board und ver­tei­le dort die Auf­ga­ben auf die Mona­te.

Zum Bei­spiel pla­ne ich im Monat Mai alles mit dem Lie­fe­ran­ten XY abzu­klä­ren, Die Stof­fe für mein DIY-Pro­jekt zu beschaf­fen, den defek­ten Was­ser­hahn umzu­tau­schen, einen Ter­min zum Rei­fen­wech­seln zu machen und mein Kind zum Kla­vier­un­ter­richt anzu­mel­den, usw.

Zuletzt kann ich jede Auf­ga­be mit einer Dead­line ver­se­he und Labels nut­zen, um die Auf­ga­ben hin­sicht­lich ihrer Dring­lich­keit und Wich­tig­keit zu kenn­zeich­nen.

Die Labels kann man aber auch nut­zen, um auf einen Blick erkenn­bar zu machen, wel­cher Kate­go­rie eine Auf­ga­be ange­hört. Bei mei­nem Edi­to­ri­al Calen­dar (mein „Als nächstes“-Board für den Blog) nut­ze ich z.B. Labels wie „Blog“, „Soci­al Media Mar­ke­ting“ und „Web­site“.

Ich habe bei Trel­lo auch ein „Kaufen“-Board, ein „Jahresziele“-Board und ein „Zie­le 3 – 5 Jah­re“-Board.

Zuletzt habe ich im „Als nächstes“-Board noch die Kar­ten „Die­se Woche“ und „Die­sen Monat“.

(Die­se Kar­ten braucht man nicht, wenn man schon im Bul­let Jour­nal eine Monats- und Wochen­über­sicht hat, in der die zu erle­di­gen­den Haupt­auf­ga­ben für den kom­plet­ten Monat und noch­mal für die jewei­li­ge Woche schon ver­merkt sind. Da die Haupt­pla­nung bei mir aber in Trel­lo statt­fin­det, ist es für mich effi­zi­en­ter, wenn ich das auch gleich dort ein­tra­ge.)

Ich mache dass so, dass ich aus den Auf­ga­ben, die in z.B. in den Mona­ten „April — Juni“ erle­di­gen will, die aus­su­che, die ich im „Monat April“ erle­di­gen will und jeweils am Sonn­tag suche ich mir dann aus der Lis­te die Auf­ga­ben her­aus, die ich in der kom­men­den Woche erle­di­gen will oder muss, um mei­ne Zie­le zu errei­chen.

Bul­let Jour­nal

– Alles im Blick

Nun, da ich alles, was so ansteht auf Mona­te und Wochen ver­teilt habe, geht es end­lich dar­um, die To-Do-Lis­te für mor­gen zu erstel­len. Das ist meist nicht schwer, da ich ja schon weiß, was die­se Woche so ansteht.

Daher schaue ich zu aller­erst in mei­nen Kalen­der und tra­ge dar­in alle ver­bind­li­chen, wich­ti­gen und nicht auf­schieb­ba­ren Ter­mi­ne und Ange­le­gen­hei­ten ein.

Jetzt kom­men zwei wei­te­re wich­ti­ge Punk­te. Neben Ter­mi­nen und wich­ti­gen Erle­di­gun­gen pri­vat und beruf­lich, gibt es ja auch noch pri­va­te und per­sön­li­che Ver­pflich­tun­gen, denen wir nach­ge­hen wol­len oder müs­sen. Da der Tag aber nun­mal nur 24 Stun­den hat und man auch mit dem bes­ten Tages­plan und Zeit­ma­nage­ment der Welt nur so und so viel an einem Tag erle­di­gen und unter­neh­men kann, stellt sich hier also die dring­li­che Fra­ge nach den Prio­ri­tä­ten - auch bei per­sön­li­chen Ange­le­gen­hei­ten:

Was ist mir wich­tig?
Was hat lang­fris­tig die­sel­be Trag­wei­te wie Pro­jekt­auf­ga­be X bis mor­gen zu erle­di­gen und dem Chef zu prä­sen­tie­ren?

Das kann Kla­vier spie­len sein oder ein ande­res Hob­by. Das kann medi­tie­ren oder jour­na­ling (schrei­ben) sein — denn sei­en wir mal ehr­lich, was für eine Lebens­qua­li­tät hat man, wenn man stän­dig unter­grün­dig die­sen Druck in der Brust ver­spürt, den man letzt­end­lich nur auf­lö­sen kann, wenn man in sich hin­ein­hört.

Und zwar immer wie­der.

Denn das Leben ist stän­dig im Fluss.

Es gibt immer Auf und Abs.

Die Natur ist zyklisch und Ruhe- und Akti­ons­pha­sen wech­seln sich kon­ti­nu­ier­lich wel­len­för­mig ab. Alles in der Natur folgt die­sem Rhyth­mus. Die öst­li­che Kul­tur setzt sich seit tau­sen­den von Jah­ren mit die­sem beob­acht­ba­ren Wech­sel in der Natur aus­ein­an­der und sie haben eini­ge wei­se Sprü­che und „Metho­den“ über­lie­fert, die auch hier im Wes­ten in den letz­ten Jah­ren nicht ohne Grund immer mehr Anklang fin­den (buch­stäb­lich!).

Nein, es ist nicht ego­is­tisch.

Weil ohne uns auch Zuhau­se nichts läuft, denn es spie­gelt sich in unse­rer Umge­bung wider, wenn wir den Halt und den Boden unter den Füßen ver­lie­ren: die Kin­der „dre­hen durch“, Sachen gehen kaputt, es kommt immer wie­der zum Streit usw. Es ist dar­um abso­lut not­wen­dig, dass wir uns Zeit für uns neh­men.

Also nimm sie dir!

Manch­mal rei­chen schon 10 Minu­ten. Manch­mal braucht man län­ger. Und dann ist es in Ord­nung den Yoga-Kurs abzu­sa­gen und die Stun­de Zuhau­se ein­fach mal intui­tiv zu tun, was man eben statt­des­sen lie­ber tun möch­te.

Auch wenn man nur auf dem Bett liegt und die Decke anstarrt, auch wenn man 10 Fol­gen Grey’s Ana­to­my oder Gilmo­re Girls oder Char­med guckt (noch jemand im Nost­al­gie-Fie­ber?) oder nur heult oder tanzt. Es ist egal. Haupt­sa­che man sagt:

STOP.
Prio­ri­tä­ten set­zen

Das war für mich die mit Abstand die wich­tigs­te Leh­re der letz­ten Jahr­zehn­te.

Dar­um tra­ge ich in mein Bul­let Jour­nal auch zuerst die drei Haupt­auf­ga­ben (I), die ich an die­sem Tag für mich erle­di­gen möch­te, um mei­ne lang­fris­ti­gen Zie­le zu errei­chen (z.B. Gei­ge üben, um in 3 Mona­ten Stück XY zu ler­nen und in 5 Jah­ren Stück XY meis­tern zu kön­nen) oder um das Haus und mei­ne Psy­che vor Cha­os und Zusam­men­bruch zu bewah­ren (Aus­mis­ten, Medi­tie­ren, etc.).

Erst danach kom­men die drei Haupt­auf­ga­ben (II), die ich dar­über hin­aus erle­di­gen muss.

In mei­nem Bul­let Jour­nal habe ich auch Tra­cker, um mei­ne Fort­schrit­te bei diver­sen Ange­le­gen­hei­ten nach­zu­ver­fol­gen, um mich selbst zu dis­zi­pli­nie­ren oder ein­fach zur Selbst­re­flek­ti­on - wel­che Din­ge nei­ge ich wann und wie­so auf­zu­schie­ben, was macht mich war­um wütend/​traurig/​glücklich, usw.

Nur, wenn man sich selbst und sei­ne Wer­te kennt, kann man sein Leben ver­bes­sern. Klick um zu Twee­ten

Außer­dem habe ich dar­in auch mei­nen Haus­halts­plan, den ich mir (genau­so wie den Monats-Tra­cker) jeden Monat aus­dru­cke, um mir die Schreib­ar­beit zu spa­ren. Ich kann weder arbei­ten, noch den­ken, noch krea­tiv sein, wenn in mei­nem Haus Unord­nung herrscht, geschwei­ge denn, wenn es unsau­ber ist.

Gleich­zei­tig ist mir die Zeit zu scha­de, jeden Tag Din­ge hin und her­zu­räu­men und mir zu über­le­gen „muss ich mor­gen wie­der staub­saugen oder habe ich vor­ges­tern… muss ich die Bett­wä­sche mor­gen wech­seln, wann habe ich zuletzt…“

[Edit 2018: Da es mir auf Dau­er zu zeit­auf­wen­dig war, die Vor­la­gen für die Tra­cker zu erstel­len und sie dann auch nicht modi­fi­zier­bar und auch per Hand schwe­rer zu eva­lu­ie­ren waren, habe ich mich in die­sem Punkt umori­en­tiert und benut­ze dafür jetzt Apps.]
Life-Hack: sinn­vol­le Rou­ti­nen schaf­fen

Wer für sowas über­haupt kei­ne Zeit hat, dafür aber über Selbst­dis­zi­plin ver­fügt, kann sich für Din­ge wie Bett­wä­sche oder Hand­tü­cher wech­seln, Kühl­schrank put­zen, etc. einen bestimm­ten Tag im Monat fest­le­gen, an dem das erle­digt wird.

Natür­lich funk­tio­niert das nur, wenn man sich selbst ver­trau­en kann, dass man das dann auch ohne wenn und aber tut und es nicht doch auf der To-Do-Lis­te lan­det und ewig auf­ge­scho­ben wird. Kon­se­quenz, Freun­de!

[Inter­es­sant ist auch wie vie­le Eltern von ihren Kin­dern Kon­se­quenz im Han­deln for­dern, aber selbst im All­tag dar­an schei­tern — Kin­der krie­gen das mit – glaub’ mir und sie sind nicht so blöd wie wir uns gern in sol­chen Situa­tio­nen ein­re­den („das hat sie jetzt nicht gemerkt, dass ich letz­tens mein­te, ich wür­de heu­te X machen, aber ich schie­be es auf...“ — HAT sie 😉 ).]

Indem wir uns Din­ge zur Gewohn­heit machen, indem wir sinn­vol­le Rou­ti­nen eta­blie­ren, ent­las­ten wir unse­ren Kopf und unse­ren Geist. Wir müs­sen dann nicht täg­lich und lebens­läng­lich ein- und die­sel­ben Ent­schei­dun­gen immer wie­der auf’s Neue tref­fen (sie­he Shel­don Coo­per aus Big Bang Theo­ry — dem unge­schla­ge­nen Meis­ter im Feld der All­tags-Effi­zi­enz).

Ich habe es mir z.B. zur Gewohn­heit gemacht, jeweils in der ers­ten Monats-Woche:

  • Die Bett­wä­sche und den Was­ser­fil­ter zu wech­seln.
  • Die Schrank-Ober­flä­chen zu wischen.
  • Den EINGANG“-Ordner auf mei­nem PC unter die Lupe zu neh­men (eeeeet­li­che Screen­shots, Memes, sons­ti­ge Bil­der, Tabel­len, Check­lis­ten, „inter­es­san­te Infos“, Design-Inspi­ra­tio­nen, ect. pp.)

Alle zwei Wochen:

  • Put­ze ich die Spül­ma­schi­ne ,

Ein Mal die Woche sams­tags:

  • Wech­se­le ich die Hand­tü­cher

Staub­saugen und Küche und Bad put­zen, mache ich zwei Mal die Woche, meist am Sams­tag­mor­gen und am Mitt­woch­abend. Staub nass wischen und Boden wischen mache ich immer sams­tags.

Puuuhh!

Nach­dem allen Ange­le­gen­hei­ten und Ide­en ein Platz zuge­wie­sen wur­de und auch der Zeit­raum zu des­sen Erle­di­gung fest­ge­legt wur­de, füh­le ich mich immer ein gutes Stück befrei­ter.

Classei

– Mein exter­nes Gedächt­nis

Schwe­rer von den Schul­tern zu krie­gen sind immer Din­ge, bei denen man noch auf jeman­den oder auf etwas war­ten muss, bevor man sie erle­di­gen kann.

Für den ers­ten Fall habe ich im Life Plan­ner die „War­ten auf“-Lis­te, doch für den zwei­ten Fall, wenn es sich nicht gera­de um einen Ter­min han­delt, son­dern um Sachen wie „Uni-Unter­la­gen sor­tie­ren“ oder „Rech­nun­gen aus­mis­ten“ oder „Sons­ti­ge Papie­re“ (= das Grau­en) sor­tie­ren, war ich lan­ge Zeit rat- und hilf­los.

Bis ich im letz­ten Jahr (2014) auf CLASSEI stieß. Hal­le­lu­ja!

Ich bin da völ­lig zufäl­lig dar­auf gesto­ßen, als ich nach „Map­pen“ such­te, wie sie David Allen in sei­nem Buch Get­ting Things Done emp­fiehlt. Ich hat­te zwar schon immer ein Fai­ble für Hän­ge­map­pen, aber die Prei­se für so einen Schrank und sol­che Map­pen schreck­ten mich doch ab und zudem gefiel mir die Vor­stel­lung von losen Map­pen, die man ohne Gefum­mel schnell und ein­fach in der Hand hat bzw. aus und in die Schreib­tisch­schub­la­de packen kann.

Ich war­te­te zwei Wochen ohne etwas zu unter­neh­men, mit die­sem Auf­bruchs­stim­mungs-Krib­beln im Bauch. Ich wuss­te, DAS IST ES, so will ich es machen — ich darf nur nichts über­stür­zen und muss mir ordent­li­ches Equip­ment zule­gen. Da stieß ich bei Ebay auf so einen gebrauch­ten Classei-Ord­ner. Da ich kei­ne Ahnung hat­te, was das sein soll, goo­gel­te ich danach und lan­de­te erst­mal (natür­lich) bei Ama­zon.

Das sah inter­es­sant aus — sogar sehr inter­es­sant. Ach was, das ist es! Das ist sogar noch viel bes­ser als Hän­ge­map­pen! Ich MUSS­TE es haben.

Aber erst ein­mal Prei­se ver­glei­chen (egal, wie sehr es brennt, ich muss erst ordent­lich Prei­se ver­glei­chen, auch wenn das bei mei­ner Gründ­lich­keit TAGE dau­ert…). Glück­li­cher­wei­se war das Busi­ness-Set auf der Web­site gera­de redu­ziert (noch mal davon gekom­men, man war ich erleich­tert, dass ich mich nicht noch ewig gedul­den muss­te!). Zwar ist es immer noch recht teu­er (zumin­dest für einen armen Musi­ker), den­noch war es mir jeden Cent wert.

Ich schlug also zu und fühl­te das ers­te Mal seit 20 Jah­ren die­se Vor­freu­de, die man als Kind vor Weih­nach­ten oder sei­nem Geburts­tag hat. (Man merkt, ich bin ein Organisations-Freak…*hust* Pin­te­rest *hust* ^^’)

Ich habe mir wie­der Lis­ten ange­legt und schon die Kate­go­ri­en über­legt, die ich brau­chen wür­de, damit ich, wenn das Paket da war, sofort mit dem Bedru­cken und Sor­tie­ren los­le­gen konn­te.

[Edit: Ich muss­te mir letzt­end­lich noch ein wei­te­res rieeeesen Paket bestel­len und mir dafür sogar Geld lei­hen — aber das war es wert!]

Am Ende hat­te ich 10 Boxen (2 habe ich mir noch selbst gebas­telt) hun­der­te von Map­pen und seit­dem gibt es kein ein­zi­ges Blatt Papier mehr im Haus, das nicht sei­nen fes­ten Platz hat.

Alles, was an Papier ins Haus kommt, wird sofort in die pas­sen­de Map­pe abge­legt.

Dafür habe ich auf mei­nem Schreib­tisch eine Box mit fol­gen­den Map­pen:

  • Bezah­len“ (Rech­nun­gen),
  • Bear­bei­ten“ (Ange­le­gen­hei­ten, die noch meh­re­re Schrit­te erfor­dern),
  • Ein­scan­nen“ und
  • Erledigen/​Ablegen“

sowie

  • Lesen“,
  • Gut­schei­ne
  • Frei­zeit“,
  • Kla­vier­un­ter­richt“,
  • Finanz­amt“ und
  • War­ten auf“.

Außer­dem noch Map­pen für Zet­tel, die man immer wie­der mal braucht wie

  • Noten­pa­pier“,
  • Biblio­thek“ und
  • Tra­cker“.

Nach­dem alles das, was im Kopf her­um­schwirrt nun sei­nen Platz hat und auf sei­ne Erle­di­gung war­tet, gilt es nun wie­der bei sich selbst anzu­kom­men – auch in sei­nem Kör­per.

Das war der fol­ge­rich­ti­ge nächs­te Schritt auf dem Weg zur inne­ren und äuße­ren Befrei­ung und wie ich das umge­setzt habe, erfährst du auf der nächs­ten Sei­te.

In 4 Schrit­ten zu mehr Selbst­zu­frie­den­heit

Nur durch posi­ti­ves Den­ken allein wird sich in unse­rem Leben nicht viel ändern. Auch durch uner­müd­li­ches Arbei­ten an sich Selbst wird sich mög­li­cher­wei­se erstaun­lich wenig am inne­ren Befin­den ändern.

Es gibt Mil­lio­nen durch­trai­nier­te, super orga­ni­sier­te, intel­li­gen­te, schö­ne und begab­te Men­schen auf der Welt — die ihr Leben damit ver­brin­gen, die­sen Stan­derd auf­recht zu erhal­ten und noch bes­ser, schö­ner, schnel­ler, schlau­er, orga­ni­sier­ter, etc. zu wer­den.

War­um?

Weil sie nicht zufrie­den sind. Weil ihnen irgend­et­was fehlt. Und sie den­ken, wenn sie nur noch mehr von dem tun, was sie tun, wer­den sie irgend­wann mit ihrem Leben zufrie­den sein.

Es gibt die­sen tol­len Spruch von Albert Ein­stein:

Die reins­te Form des Wahn­sinns ist es, alles beim Alten zu belas­sen und zu hof­fen, dass sich etwas ändert.


1. „Stopp!“

Wenn man unzu­frie­den ist, dann bringt es gar nichts so wei­ter zu machen wie bis­her. Eine Stei­ge­rung davon, bringt genau­so wenig. Wenn man unzu­frie­den ist, muss man den Zug anhal­ten, STOPP sagen und ana­ly­sie­ren. Also:

  1. Erkennt­nis der eige­nen Unzu­frie­den­heit.
  2. STOPP.
  3. Akzep­tanz der eige­nen Unzu­frie­den­heit.
  4. Bereit­schaft die Bau­stel­le in Angriff zu neh­men.
  5. Die Wur­zeln fin­den: War­um will ich, was ich will.

Das wich­tigs­te ist die Erkennt­nis:

Ich bin unzu­frie­den mit der momen­ta­nen Situa­ti­on. Das Leben, das ich jetzt lebe, macht mich nicht glück­lich.

War­um nicht?

Hier gibt es meh­re­re Aspek­te. Zum Bei­spiel:

  • Ich füh­le mich nicht wohl in mei­ner Haut.
  • Mein sozia­les Umfeld depri­miert mich.
  • Ich habe das Gefühl, dass nie­mand mich als Mensch wert­schätzt.
  • Kei­ne Frau/​kein Mann inter­es­siert sich für mich.
  • Ich fin­de, ich bin ein lang­wei­li­ger Mensch, war­um soll­ten mich ande­re mögen?
  • Ich krie­ge nichts auf die Rei­he. Ich brin­ge Din­ge nie zu Ende.

Die­se Aus­sa­gen sind meist sehr vage und schwam­mig. In den meis­ten Fäl­len muss man meh­re­re Schich­ten frei­le­gen, um zur Wur­zel zu gelan­gen.


Vie­le Metho­den — der­sel­be Feh­ler

Für jedes die­ser Pro­ble­me gibt es jeweils spe­zia­li­sier­te The­ra­peu­ten, gibt es gan­ze Bücher­schrän­ke voll Lite­ra­tur, die einem mit etli­chen Tipps, Tricks, Work­shops, Semi­na­ren, Coa­chings unw. aus dem Teu­fels­kreis, beim Los­las­sen alter Mus­ter, schlech­ter Ange­wohn­hei­ten und dem Kampf mit dem inne­ren Schwei­ne­hund hel­fen wol­len.

Jedes die­ser Bücher und jeder The­ra­peut hat eine The­se — ein Mit­tel — ein Rezept — ein Geheim­nis, das seiner/​ihrer Mei­nung nach „die bes­te“ oder „die ein­zi­ge“ Lösung für ein spe­zi­el­les Pro­blem ist. Eini­ge Kon­zep­te sind sind gut, nütz­lich oder hilf­reich, eini­ge weni­ger gut. Aber eins haben sie alle gemein­sam: sie lesen sich super und doch bleibt alles beim Alten (jeden­falls bei mir…).

Es ändert sich nichts.

Wei­ter­le­sen

Hal­lo

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